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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtschreiber / von Otto Hartmann
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Gewalttaten erbitterte ihn besonders die Einnahme Maltas durchBonaparte. Er schwärmte für den Johanniterorden mit einer Be-geisterung, wie sie mit der Stellung eines Oberhauptes der griechisch-orthodoxen Kirche kaum vereinbar schien, und war ausser siehvor Zorn, als Bonaparte diese romantische Ruine endlich vollständigzerstörte. Es bildete sich nun nach und nach eine grosse Coalition,zu der ausser Russland, Oesterreich und England, welches ja denKrieg fortgesetzt hatte, auch Xeapel, Portugal und die Pforte, diedurch den Einfall der Franzosen in Aegypten zum Kriege gezwungenwar, hinzutraten. Nach dem Plan der Verbündeten sollte der Erz-herzog Karl in Deutschland operiren, neben ihm General llotzeunter seinem Oberbefehl mit einem kleinern Corps in Vorarlbergund Graubünden, im Tirol hatte General Bellegarde ein selbständigesCommando, in Italien waren etwa (10,000 3kann österreichischerTruppen unter Kray versammelt, über welche später Melas denOberbefehl übernehmen sollte; zu diesen sollten aber dann noch31,000 Bussen stossen. Die Führung der ganzen italienischen Armeeaber war dem russischen Feldmarschall Suworoff-Rimniksky zuge-dacht. Die Oesterreicher waren überall an Zahl und Ausrüstungihren Gegnern überlegen (auch an der Schweizergrenze, wenn llotzeund Bellegarde gemeinsam operirt hätten), aber nach ihrer Ge-wohnheit langsam und bedächtig, hielten sie sich überall in derDefensive, während das französische Directorium die Generale seinerdurchaus ungenügenden und schlecht gerüsteten Truppen ungestümzum Angriff antrieb. So konnte es geschehen, dass Jourdan undBernadotte zn Anfang März 1700 ungehindert den Rhein über-schritten und ersterer bis in die Gegend des Bodensees vordrang,dass die Abtheilungen Hotzes und Bellegardes, die in Graubündenstanden, ganz aus diesem Gebiete hinausgeworfen wurden, derFeind selbst in Tirol eindrang und die Verbindung mit dem nörd-lichen und südlichen Tlieil des Landes gefährdete, dass endlich inItalien der unfähige französische General Scherer gegen die Etschvorrückte und bei Pastrengo einen bedeutenden Vortheil errang.Aber freilich wurde diesem Vordringen bald überall Halt geboten.In Deutschland griff der Erzherzog Karl Jourdan mit grosser Ueber-macht an und schlug ihn bei Ostrach und Stockacli, worauf Jourdanund Bernadotte über den Rhein zurückkehrten und ihre Commandosniederlegten. Im Vorarlberg versuchte Massena vergebens die Schanzen