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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtschreiber / von Otto Hartmann
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wie bisher an Kaiser Franz zu berichten, sonst aber ganz nach seinemErmessen zu bandeln. Aus dem gleichen Schreiben gebt auch hervor,dass er schon vorher Korsakoff angewiesen hatte, sich unter Suwo-rofFs Commando und nicht unter dasjenige des Erzherzogs zu stellen.(Mil. III, ]). 120121). Paul hatte wohl diese Weisungen erst fürdie Zukunft, nach der Vereinigung der Russen in der Schweiz ge-geben. Allein die russischen Generale hielten sich auch jetzt schonfür berechtigt, den Befehlen des Wiener Hofes oder des Erzherzogsden Gehorsam zu versagen, und so war, halb durch Missverständ-nisse, halb durch Absicht, die (Koalition in militärischer Hinsichtschon beinahe gesprengt. Hinzuzufügen ist hier noch, dass Paulanfangs gewünscht hatte, das andere russische Corps in Italien unterRosenherg (früher Rehhinder) nach Neapel zu senden, später abersich entschloss, auch dieses Corps hei der Armee SuworofFs zu be-lassen.

Suworoff hatte indessen Gelegenheit, sein Uebelwollen gegenOesterreich und seine daraus hervorgehende absichtliche Unthätig-keit mit militärischen Rücksichten zu bemänteln. Der Erzherzogwar seit der Schlacht hei Zürich ruhig stehen geblieben, einVerhalten, das nicht nur, wie wir sahen, Suworoff, sondern jedemunbefangenen Beurtheiler als sonderbar erschienen war und erscheinenwird. Wenigstens in seiner Hauptstellung hei Zürich war er demGegner bedeutend überlegen und doch that er nichts um ihn weiternach AVesten zu treiben. Dieses A r erfahren aber lässt sich recht girtaus den militärischen Anschauungen des Erzherzogs erklären, der,ganz ein Mann der alten Schule, den Besitz strategischer Punkteund Linien für wichtiger hielt, als grosse Entscheidungen auf demSohlachtfelde. Massena hingegen, vom Directorium unaufhörlich zumHandeln gedrängt, liess gerade in den Tagen der Schlacht bei Novidurch seine im Gehirgskrieg geübten Generale die sehr zersplittertenösterreichischen Abtheilungen im Gebirge aus dem AVallis und denUrkantonen hinauswerfen. So war denn die directe Verbindungzwischen dem Heere des Erzherzogs und der italienischen Armeeabgeschnitten und es konnte scheinen, als ob die letztere im Rückenoder in der Flanke bedroht wäre. Kurz darauf machte der GeneralChampionnet mit der allerdings sehr schwachen Alpenarmee einigeDemonstrationen. Durch solche Dinge hätte sich freilich Suworoffnicht im geringsten stören lassen sollen, wenn es ihm ernstlich um