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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtschreiber / von Otto Hartmann
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und den Kriegsminister Bernadotte unaufhörlich gedrängt, seinerseitswieder zum Angriff über. Am 29. August Abends versuchte er dieLimmat in der Nähe ihrer Mündung zu überschreiten, aber dasUnternehmen misslang schon in seinen Anfängen und Massena gab esdaher sogleich auf, zu seinem Glück, denn noch war der Erzherzognicht abgezogen und so hätte Massena gerade, wenn der Ueberganggelang, am andern Ufer überlegenen Streitkräften unterliegen müssen.Glücklicher waren gleichzeitig seine Generale im Linthgehiet. Sieeroberten das Glarnerland (mit Ausnahme des Kerenzerherges). DerErzherzog aber verliess nun wirklich, zumal da auch vom Bheinbeunruhigende Nachrichten eintrafen, am 1. September mit 37,000Mann die Schweiz. Seine Berechnung, dass auch nach seinem Ab-zug die Franzosen in der Schweiz den Verbündeten nur um 10,000Mann überlegen gewesen seien, war wohl nicht ganz zutreffend.Seihst nach der jedenfalls eher zu niedrigen Schätzung Kochs (III486)betrug die Stärke der französischen Armee in der Schweiz nur etwa3 Wochen später nach Abzug der Division Turreau und der desInnern, Montchoisy, noch etwa 70,000 Mann. Nehmen wir nochhinzu etwa 4000 Mann, die gegen die am Siidahhang des Schwarz-waldes stehende österreichische Brigade Nauendorff verwendet werdenmussten 1 ) und schlagen wir die Streitkräfte der Verbündeten, jeden-falls hoch genug, auf 53,000 Mann an, so blieb immer noch eineUeberlegenheit von 13,000 Mann auf französischer Seite. Noch weitervon der ohjectiven Wahrheit aber entfernt sich jedenfalls Miliutin,wenn er die Stärke der Verbündeten auf nur 45,000 Mann anschlägt.Denn die Cavallerie und Artillerie Korsakoffs {konnte ja noch heran-gezogen werden und wurde wenigstens zum Theil noch herangezogen.Und wenn nicht, trugen die Oesterreicher an den Versäumnissenund Missgriffen Korsakoffs in dieser Hinsicht die Schuld 2 )?

Die russischen Truppen nahmen jetzt ihre Hauptstellung nichtmehr hei Seebach, sondern in und um Zürich. 11 Bataillone und1 Kosakenregiment besetzten die Stadt selbst und die Stellungen

1 ) Massena verwendete zu dieser beobachtenden Stellung dann allerdings eineganze Division, was aber nicht nütliig war.

2 ) Wenn inan die Stärke der Hotzeschen Truppen mit denjenigen Suworoffsvergleicht, welche sie ablösen sollten, so waren erstere noch etwas zahlreicher, alsdie aus Italien kommenden Russen, so dass also Oesterreich seine Pflicht formelldurchaus erfüllt hatte.