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fridericianischen Weise uniformeren und drillen lassen, ein Umstand,der gerade dem Fussvolk ein sehr steifes Aussehen gab. Was dieFarbe der Uniform anbetrifft, so bestand sie aus einem dunkelgrünenKock, weissen Beinkleidern und schwarzen, bis übers Knie reichen-den Ueberstrümpfen. Das Bajonnett war fast doppelt so lang alsdas französische. Die Uniformirung und Bewaffnung der Jäger wichetwas von der genannten ab. Die Offiziere trugen neben dem Degenim Dienste den Sponton. Die Manöver waren theilweise sehr ver-wickelt und schwierig, wurden aber bei der langen Dienstzeit dochschnell und genau ausgeführt. Auch im Schnellfeuer waren dieTruppen, wenn man die Verhältnisse der damaligen Zeit in An-schlag bringt, sehr geübt, weniger im Tirailliren. Es fanden sichviele kriegsgewohnte Veteranen in der Armee, die schon gegenPolen, Schweden und Türken gefochten hatten. Meyer, der diesenUmstand hervorhebt, vergisst nur hinzuzufügen, dass die unge-ordneten Schaaren der Türken und Polen und die verrätherischenOffiziere Gfustav’s III. doch gewiss nicht den Truppen der fran-zösischen Kepublik an die Seite gestellt werden konnten. DieMunition der Küssen war schlecht, namentlich das Schiesspulversehr mangelhaft, doch war dies bei der russischen Armee nicht vonder gleichen Bedeutung, wie bei andern, wenigstens wenn man denInstructionen Suworoffs folgte. Letzterer schrieb am 29. Augustausdrücklich an Korsakoff: „Impfen Sie Ihren Landsleuten die Liehezur blanken Waffe ein, durch welche allein wir hier den Sieg er-fochten haben, impfen Sie diese Liebe aber auch den Alliirten ein“.(Fuchs II, p. 101). Koverea versichert sogar (II, p. 240), Suworoffhabe einen Adjutanten abgeschickt, um die Truppen Korsakoff’s undHotze’s im Bajonettangriff zu unterrichten 1 ). Diese Einübung desBajonettangriffs mit den verschiedenen Commandos, welche nunKorsakoff pflichtschuldigst mit Eifer betreiben liess, schildert Meyersehr drastisch und ziemlich ausführlich. Sonderbar genug musstees den Zuschauern allerdings erscheinen, wenn zwei in der Fronteinander gegenüberstehende Bataillone aufeinander losstürmten, sichmit gefälltem Bajonnett gewissermassen gegenseitig durch drangen, sodass man .hätte meinen sollen, es würden Hunderte dabei verwundet
0 Vergleiche besonders noch den Circularbefehl Suworoffs vom 5. Septeniberr. S. (Mil. IV, p. 202).