Morgens 7 Uhr dauerte das Durchpassiren der russischen Truppen.Wiederum blieben in Glarus die Schwerverwundeten mit dem nöthigenmedizinischen Personal zurück und wurden von Suworoff dem Be-fehlshaber der feindlichen Vorhut anempfohlen. Eine Vorpostenkettevon Kosaken blieb vor Nets lall zurück, um den Rückzug zu mas-kiren. In der Tliat bemerkten die Franzosen den Rückzug erst mitTagesanbruch. Ein Bataillon, welches auf das rechte Ufer der Linthdetacliirt worden war, sollte nun auf das Gebirge eilen und sichzwischen Schwanden und Engi aufstellen, um die Russen, welche,wie der landeskundige Heer annimmt, auf dem linken Ufer desSernft marschirten, vom rechten Ufer aus zu belästigen, vielleichtgar ihnen den Weg abzuschneiden. Die Darstellung Miliutin’s isthier übrigens nicht sehr klar, wie Heer mit Recht sagt, denn manersieht aus derselben nicht deutlich, ob der erste Angriff schon imLinththal oder erst im Sernftthal erfolgte. Jedenfalls nabin Bagrationbei Schwanden Stellung. Die Kosaken wurden zurückgeworfen undzogen sich hinter die Infanterie zurück. Die russischen Jäger empfingendie Franzosen mit einem wirksamen Feuer, allein der Feind brachtenun noch Geschütz herbei (?)und begann nun die Russen in dem„engen Thal“ zu beschiessen. Damit kann natürlich nur das Sernft-thal gemeint sein, während vorher bei Miliutin (IV, p. 124) vonder rechten Seite der Linth die Rede ist. Es ist schwer sich nachden Andeutungen des russischen Kriegsschriftstellers ein richtigesBild vom Kampfplatz zu machen, doch muss der Kampf, wie auchaus dem folgenden sich ergibt, so ziemlich an der Einmündung desSernftthales ins Linththal sich abgespielt haben. Denn die russischenJäger besetzten nun das Dörfchen Sool (nordöstlich von Schwandenin dem spitzen Winkel, den hier der Lauf des Sernft mit dem derLinth bildet, auf der Höhe gelegen) und hielten so die Umgehungdes Feindes auf. Damit stimmt auch die Darstellung Freuler’s, dersagt: „Einige fränkische Compagnien wollten den Soolberg besteigen,um dadurch den Russen ihren Rückzug abzuschneiden, allein dieserPlan konnte nicht ausgeführt werden, denn die Russen hatten dieseSeite so stark besetzt, dass die Franken nichts ausricliten konntenund sich zurückziehen mussten“. Die russische Nachhut hielt sich
*) Xaoli h’reuler (p. 32) geschah dies erst später, denn die Zerstörung derXetstaller Brücke machte zunächst den Transport von Geschütz unmöglich.