III.
Die letzten Kämpfe der Russen am Rhein.
Fs erübrigt mir noch, die letzten Operationen an der Schweizer-grenze kurz zu besprechen. Nachdem die Truppen Ivorsakoft's sichnach ihrer schweren Niederlage wieder einigermassen gesammelthatten, bezogen sie wieder ihr früheres Lager hei Dörflingen in derNähe von Schafthausen. Ich habe schon, etwas vorgreifend, ihr undihres Oberbefehlshabers Benehmen in den nächsten Tagen nach derSchlacht gekennzeichnet. Längs des Rheinufers wurde eine dichte Vor-postenkette aufgestellt. Die Brücken über den Fluss wurden zerstört.Titoff hatte sich, wie schon erwähnt, nach der Niederlage Petrasch’snach Constanz zurückgezogen, wo er am 28. anlangte. Der ConstanzerRathschreiher Deiner schätzt in seinem Tagebuch ‘) die Zahl seinerMannschaft auf 2500. Die meisten waren sehr abgemattet und zueinem Weitermarsch untauglich. Sie hatten 3 Tage lang fast keineNahrung zu sich genommen und waren von den Schweizer Bauernüberall bedroht worden. Bald erschienen aber auch hier die Fran-zosen und die Russen zogen sich eilfertig auf das rechte Rheinufernach der Vorstadt Betershausen zurück und brachen die Brücke soschnell ab, dass noch einige Wachen abgeschnitten wurden. Siefeuerten dann heftig von Petershausen herüber, als aber auch fran-zösische Artillerie erschien, räumten die Russen auch Petershausen(dies alles nach Deiner). Müller drückt sich sogar noch schärfer
') Dieses Tagebuch wurde dem Verfasser von dessen Enkel, Stadtratli Deinerin Constanz. in zuvorkommendster Weise zur Benutzung überlassen, wofür er hierseinen verbindlichen Dank ausspricht.