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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtschreiber / von Otto Hartmann
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Enclave) Brücken schlagen und dort das linke Ufer besetzen. 1 ) Erhatte nun noch einige Schweizer-Regimenter und einige BatailloneBaiern an sich gezogen und war wohl im Stande, wieder etwas zuwagen. Im Nothfall hatte er einen Rückhalt an dem Erzherzog,denn dieser hatte kaum die Niederlage Korsakotfs erfahren, als ermit dem grossem Theile seines Heeres von der Neckarmündungwieder nach der Schweizergrenze marschirte. Er seihst eilte seinemHeere voraus und kam schon am 30. September in Donaueschingenan. Aber hier blieb er stehen. Er sah, dass für die österreichischenErblande vorläufig keine Gefahr drohte. An eine energische Offen-sive mit Korsakotf zusammen scheint er nicht gedacht zu haben,was Clausewitz mit Recht unbegreiflich findet (vergl. seine sehrtreffenden Ausführungen, II p. 263 ff). Denn ein Vorstoss in dienördliche Schweiz musste hei der Thatsache, dass ein grosser Tlieilder französischen Streitkräfte sich gegen Suworoff gewendet hatte,die grössten Erfolge versprechen. Den vereinten Truppen des Erz-herzogs und KorsakolFs waren die in der Nordostschweiz stehendenfranzösischen Abtheilungen hei weitem nicht gewachsen. Auch derErzherzog hat dies nachträglich eingesehen, sucht sich aber damitzu entschuldigen, dass ihn die Rücksicht auf die Politik des WienerHofes, die ihn ja auch aus der Schweiz entfernt hatte, bestimmthabe (II, p. 294 ff). Allein eine solche Rücksicht durfte und mussteer doch wohl ausser Acht lassen, wenn sie mit seiner militärischenAnschauung in Conflict kam, er, wohl der tüchtigste und jedenfallsder gefeiertste Feldherr des damaligen Oesterreich, der Bruder desKaisers! Unrichtig ist es ausserdem, wenn der Erzherzog behauptet,die Operation hättevon beiden Enden des Bodensees her geschehenund deshalb die Zugänge von Vorarlberg und Graubünden verlassenoder doch schwächer besetzt werden müssen. Zu entscheidendenErfolgen an der Thur und Limmat reichten die vereinigten Streit-kräfte des Erzherzogs, KorsakofFs und der Emigranten vollständigaus und zur Deckung der Erblande und Graubündens waren dieAbtheilungen Petraschs, Jellachichs und Linltens und das HeerSuworoffs, nachdem es über den Panixerpass gegangen war, dochvollkommen hinreichend. Die Unthätigkeit des Erzherzogs kann

*) Hei Büsingen harte der Erzherzog einen starken Brückenkopf angelegt, deraber auf der einen Seite exponirt und nicht ganz vollendet war (Erzh. II, p. Q72).