■ UWHMHB*
— 304 —
Wir haben in einem früheren Abschnitt gezeigt,wie schon aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahr-hunderts berichtet wird, dass der Getreidebau starkzurückgegangen sei und dem Futterbau Platz gemachthabe. Diese Thatsache gab zu einer lebhaften Diskus-sion Anlass und erregte grosses Bedenken. Es gelangaber nicht, die Bewegung zum Stillstand zu bringen,so dass der Kanton Bern in den letzten Jahrzehntennur ausnahmsweise, bei sehr guten Ernten, der Zufuhrvon aussen entbehren konnte. In gewöhnlichen Jahrenvermochte die Produktion von Getreide, trotz der ge-ringen Bevölkerungsdichtigkeit, nur etwa 2 /s des Be-darfes zu decken.
Mit dem Anfang unseres Jahrhunderts nahm derGetreidebau wieder zu, indem die zehntfreien Grund-stücke m it Yorliebe dazu verwendet wurden; auch derdurchschnittliche Ertrag der nämlichen Bodenflächenstieg infolge besserer Bewirtschaftung um ungefähr i /i.Regierungsrat Dr. Schneider rechnete aus, dass dieProduktion im Jahre 1847 pro Kopf 19 3 /* Viertel (zu15 Liter) gegen 15.6 Viertel im Jahre 1790 betrug.Somit habe die Getreideproduktion mit der starken Ver-mehrung der Bevölkerung nicht nur Schritt gehalten,sondern für den Bedarf sei sogar besser gesorgt alsfrüher.
Von 1826—31 wurden im Jahre durchschnittlich16,537 Centner Getreide und Mehl mehr ausgefübrt,als in den Kanton eingeführt. In den Jahren 1845und 1846 überstieg die Ausfuhr die Einfuhr um 24,000Centner.
Von da an geht aber der Getreidebau sehr raschzurück.
Nach Angabe des statistischen Bureaus hat sichvon 1847—1885 das Getreideareal um 7551.2 Hek-