Buch 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
Seite
7
JPEG-Download
 

von dem Königreiche Frankreich. 7

sich von derLwnFranckreichA.987 durch ebendergleichen faule und versehen / nemlich die ein-falc/ faulheit und incavacität der Regenten/weniger nicht durch mißbrauch desMinistrißi-mats/als wodurch auch der Merovingischestamm des Reichs verlustig worden/ und hießes wohl recht: wie gewonnen / so zerron-nen. Denn GOTT hat sich das M tgliomsvorbehalten / und vergilt gleiches mit gleichem.Von ihm e/ König Hugo / stammen drey haupt-K.Hngomr linien/die Cape tusche/ Valcsische undBour-d-r7i)Mpn bonische / welche nach einander zum thron ge-linien. schritten / und den dritten keriväum der Fran-höischen Königlichen Regierung machen/ wel-cher biß aufdiese zeit fortwähret.

Was masscn Seinen Staat befestigte der neue KönigWftst!- sürnehmlich dadurch/ daß er die Groß-Hoff-st. meistcr^Charge absthassete / die xn pgiren con-ülwate / die Primogenitur bey dem Königreicheinfichrete/ und die bastarden aus ewig davonauszuschliesssn verordncte.Eins aber muste er exr-'.tions status äistimuliren/nemlich daß dieGran-des die Hoheit über ihre Provinhien behiel-ten/gleichwol versicherte er sichihrcr treue durchdie lehnschafft und lehnspflicht. Des König-reichs ?3tnmonium, welches der zeit so schwachwar/ daß man auch jagte/ dieLönige hat-ten nichts mehrals Laon und Rheims zu ih-ren proper- Gütern/ vermehret«: er durch dieGrafschajst pari;, l.e Ducke äs krance^ zwischender Leine und doire, und der Grafschafft Orle-ans/ als welche des haußes Orleans stamm-güter waren. Die vornehmsten Heryog-thümer waren damahls Normandie/ worzuBretagnegehörete/Burgund/Aquitauien/Ga-sconien/ dieGraffchassten von Flandern/Champagne / und Toulouse/ deren letztere be-schere auch Herhoge zu Languedoc waren. DieGrasschafften Vicnne/ Provence/ Savoye/Dauphine gehörten zum Lönigreich Are-lat/ so ein antheil des Teutschen Layser-rhums war. Indessen hatte sich abgedachterHertzog Carl zu Lotharingen dieser auf HugoTapeten gefallenen wahlmit den Waffen wi-dersetzet/weil ihm das nächste recht vor allenandern zur Crone gebührete. Er wurde aberzu Laon gefangcn/und Muste nachmahls zuOrle-ans biß an sein ende im kercker sitzen. Dargegenbrachte König Hugo die stände'dahin/ daß sieseinen söhn Robert A. 988 zum Könige kröne-ten/wovor er seine väterlichen erb-güter/nemlichParis und Orleans / mit der Crone vereinigte/und A. 996 diezeitligkcit gesegnete.

A. Robert Dieser König Robert ist zwar vieler fehler

im Regiment so wol / als in der ehe/ von eini-i>«n,r. gen beschuldiget worden / er war aber in derthat ein frommer/löblicher Herr/ und darumam meisten unglücklich/ daß/ weil er seine ba-se Bertha / König Conrads zu Burgund Toch-ter/ mit welcher er diese landschaft erworben/ imvierdten grad/ die zugleich seine gevatterin war/wider die Päbstliche Satzungen gehcyralhethatte/ er ins pabsts bann fiel / und darin» diegröste Verachtung leiden muste: Immassenman den Hunden die speisen vorwarff/von wel-chen der Könlg gegessen hatte. Er liesse sich- vonobgcdachter Bertha scheiden/ heyrathetedieGräfin vonArelat Constantiam/der zu ehrender König/ als ein guter Poete/ unterschiedliche

i-tMirios, darunter der bekandte: o eonlkantiaetc.machte: starb endlich in ruhe

A.C.I0Z2.

Seines sohnes König Henrichs! Regierung K. Hrnrichwäre fast unberührt blieben / wann nicht auf''Veranlassung seiner Regier-süchtigen frau Mut-ter seine Lehn-Grafen/ Endes in Cham-pagne.und Balduin in Flandern / verschiede-ne gefährliche motus mid kriege erreget hatten:

Jedoch war er darinnen glücklich / daß er einesnatürlichen todes Aarb / dergleichen keinen:nachfolgenden Körng in Franckreich/ des nah-mens Henrich/ wiederfahren.

Jhme folgte A. 1060 sein unmündiger A M,jpp ^Printz / König Philipp / welcher mehr Gele-genheit als verstand gehabt/ grosse dinge zuverrichten. So lange als besagter GrasBal-durn die vormundschafftliche regierung sichre-re/lief alles zu glücke; nach dessen abgang aberwurdenvielfamen/zumahl auch in der hey-rath und dein tractament mächtiger Vafirllcnder Crone/ begangen. Umb diese zeit hat Her-yog WilhelkN in ^ormandre Engellandconqnctiret/ und die funckey ausgestreu-et/ welche nach der Hand die LönigrcicheGroß - Britannien und franckreich ingründ-verderbliche kriegs-flammen ge-fttzer.

Sein söhn / König Ludwig der Dicke/Ä.Sübwi»wurde bald nach des Herrn vatersA-noz erfolg-""tentodes-falle von denenlehnsgrafen/so umParis herum guter hatten/attaquiret / die eraber wieder zur schuldigkeit anzwangc. Inden damahligen schweren irrungen zwischendem Römischen stuhl und dem Käyftrthumeverhielte er sich sehr klüglich / und wandte einenschweren krieg von Franckreich damit ab.

Gleichwie sein söhn und Cron-ftlger Lud- K. tzudw,swig vu hergcgen/ beydes in der heyrath/als^"'auch in allem vornehmen / unglücklich war.

Man meyntev seine gemahlin Eleonore ein-higc erbin von Aquiranien und Poitto.u würdedie besestrgung eines ruhestandes im Reicheseyn / sie war aber die wurtzel eines fatalenkrieges vor Franckreich; denn als er sie von sichscheiden ließ / und sie sich mit König Henrichenm Engelland anderweit vcrmählete / entstunddaher viel ungemach und blutige essecten. So§eik.«Mlieffder zug / welchen König Ludwig aus einge- glüm.mm-bildeter äevoNon, und auf. Veranlassung des^"'heil. Bernhardi / in Raysers Lon rad m ge-ftllschasst mit 6OOOO mann ins gelobte land für-nahrn/aufmehr schände als ehre hinaus. Unddazumahl besässen die Engelländer fünss conl^äerable Provintzenin Franckreich/ nemlichdieNormandie/Breragne/ Aujou/ Poictou undAquitanien.

Er starb A.1180 und verließ zum nächfahrer K.WMsemensohn/Konig Philippen n Augustuöund i'Conqueraut benähmet / weil er seine Reichs -E-nverMi!-granhen mrd seine Domsinen erweitert / zumahl Reichs.'auch auf seiner Heerfahrt die berühmte vestungPtolomars mit erobern helffen. Der Sultanvon Egypten Saladin wütete im Orient sehrgrausam/und war es milden christlichen con-questen daselbst fast geschehen. Dieser Königaber und sein gesellschaffter/ Rönig Richardm Engelland/ brachten denen EuropäischenWaffen die alte keputmon wider zu Wege. Wie-wohl