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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
Italien/ absonderlich was das Königreich Ne-apolis und Sicilien/wie auch das Hertzog-thum "Meyland anlanget/ gesinnet sey/ indemman nicht weiß/ ob erftinem enckel zu liebödieSpanische Monarchie in ihrer vorigen grosseerhalten/ oder aber selbige zu der Crone Franck-rcich Wachsthum unter dem schein dcr-Mittenceschwachen werde. Denn auff alle drey wal-tet die absonderliche alte Frantzöische prLtcn-
tion.
G«g«»die Die Schweiyer scheinen mehr gegen
Gchwkitz. Franckreich/ als einen andern Potentaten ge-neigt zu seyn / und seynd der Cwn soldner/^ auch sonst nicht mehr die alten tapfern leute/ alsdie ihre auffwartung oder parade ums geldverkauffcn/ und vermeinen / sie könten denKayser eher als Franckreich entbehren. Ihrband ist auch so feste nicht mehr/ daß ihn dieFrantzöische Imrigues nicht solten trennen kön-nen ; und nachdem die vestung Hünnin-gen zur peckeckion gebracht worden/ dörffensich die Baßler nicht rühren / daher man auchihre Protektion nur ausgelachet/ welche sie vor-mahls wider diesen neuen vestungs-bau ein-gewandt haben.
Gegen Sxa- Der Lron Spanien gesuchten universal-Alonarchie und höherm auffnehmen hat nie-mand mehr contrcc-irriret/ als Franckreich/ undkan es auch kein Reich besser thun. Jedochmuß man auch dieses bekennen/ daß der Vor-theil/ den Franckreich über Spanien gehabt/guten theils aus der schlechten verfaß-und übe-len ordnung und menage/ auch cigenmitz derSpanier herrühret / und nunmehro scheinet es/daß sich die Spanische regierung gäntzlichnachder Franhöischen richten müsse/biß die zeit denzustand wiederum ändert: Denn solte gleichder iehige regierende König in Spanien auffdem throne verbleiben ; so ist doch nicht zuvermuthen / daß derselbe/ wenn fein groß-Herrvater und vater mit tode abgangen / oderauch wohl noch bey dero lebzeiten jederzeitmit dem jcnigen zufrieden seyn werde/ wasin dem Frantzöischen Staats-cabinet beschlos-sen wird. Vielmehr ist wahrscheinlich/daßihn die ehrsucht und begierde/aus der vormund-fchafft dermaleinst zu treten und feine eigeneherrschung zu führen/veranlagen werde/ dasjenige wiederum an die Cron Spanien zubrin-gen / was durch die vorigen kriege von dersel-ben abgerissen worden/ und könte es sich leicht-lich zutragen / daß ein auff dem Spanischenthron sitzender Frantzöifcher Prinh Franck-rcichs eigenen Untergang beförderte. DasVortheil/ Spanien zu -nt^uiren/bestehet sonstdarinnen/daß es zugleich in Flandern/ Italien/Spanien und der West-seire von Portugalzu waster und lande angegriffen werde / dennhierdurch werden die freunde und Allrirten sel-biger Cron auff einmahl in furchr gesetzet/undzum wiederstande untüchtig gemacht; die fein-de und heimliche prs-mnäenten aber auff dieSpanffhe lande animiret/ ihre prs-eentionezzu form-reu/und unter dem Frantzöischen fchil-de zu behaupten. So hat man auch wahrge-nommen / daß Franckreich sein imereste da-durch wider Spanien erweitert/ indem esdie Vicc-Roys und Gouverneurs über die Kö-nigreiche und Provintzien unterweilen verleitet/
sich selbst souverain zumachen/ und Spani-en den gehorsam und dcpendenh auffzukun-digen. kütio ttZtu8 hat auch sonst erfodert/daßsich Franckreich mit denen protestircnden Für-sten und Ständen in allianh eingelassen/ und ih-nen wider das hauß Oesterreich und die reli-gions-verfolgungbeygestanden; die oochuEu-ren haben sich aber seither dermaßen geändert/daß die meisten kroEirende ictzo mir Oester-reich alliiret sind.
BeyEngclland hatFranckreich seine k-tionc Gegm TipLZtus unter regierung Kön.Carls i darinn nutz-^"E.bar gemacht/ indem es den König mit dem Par-lament in ckssläenr und trennung gesetzet.Jnglei-chen hat man ihn in der Wollust und seinen profu-1-ooen durch geld gestärcket/ihme Madame deQueroualle/Duchesse dePortsmouth zugesandt/und durch deren imrigues soviel zuwege ge-bracht/daß sich der König gäntzlich einschläffern/und Franckreich gehen lassen/ wohin es gehenkönnen. Gewiß ists/ daß dazumahl am selbigenHofe mehr Frantzöisch - gesinnte als pan-iotengewesen / und daß/ wenn die Montmouthischeund Argilische parthey nicht so glücklich ge-dänrpfet worden/ Franckreich seine imentionleichtlich erreichet haben würde. Als nun die-ser anschlug zu waffcr worden war/ griffcs derKönig auff eine andere art an/ Engelland inVerwirrung zu setzen und König Jacob ü selb-sten nach ftinem willen zu lencken/ indem er ihndurch seine Lmillsrios zu einem unzeirigen evfervordieNömisch-Catholische religion und krän-ckung derer grundgesetze verleiten ließ. Daßdieses den Frantzöischen cmMis grossen theilszuzuschreiben / ist nicht allein daraus zu urthei-len/ daß der unglückselige König Jacob nir-gends als in Franckreich seine zuftucht suchenwollen/ und auch vielleicht nirgends so willigwürde ausgenommen worden seyn z sonderndaß auch der König in Franckreich weder ver-mittelst heimlicher noch öffentlicher gewaltnichts an sich erwinden lasten/ wodurch er diesengekrönten fiüchtling wieder Emiren möchte/um ihn solcher gestalt zum immerwährendenschuldner zu machen/ welcher sich lediglich nachdem Franhöischen compas richten müste. Die-ses erhellet anieho nach des Königs absterbennoch mehrv indem der König in Franckreich/demRyswickisthen frieden-schlusse schnurstracks zuwider/ den vermeinten Printzen vonWallisvor einen König in Engelland erkennet/ undhierdurch an den tag gclegct/was mästen ihmdie lehtverstorbcnc/wie auch die ietztregierendeKönigl. Majest. in Engelland ein dorn in denäugen sey/und wie sehr er hingegen einen solchenKönig auff dein Groß> Britannischen thronezu wissen verlange/ welcher sich der Frantzöi-shcn -mwicioo nicht widersetzen dörffe. Wasbey der neuen Königin in dero cabinet/ inglei-chen in Schottland vor imrigues paßircn/ diekönnen Engelland und allen dessen hohen Al-liieren nicht anders als sehr gefährlich erschei-nen.
Die vereinigten Niederlande hat derKenwKönig in Franckreich bißhero mit allen ersinn-Nikvttkuvt.-lichen lloccrationen aufzuhalten sich bemühet/um ihnen hierdurch den argwohn zu beneh-men/ob sey er gesinnet/selbige unter das jochzubringen. Ist dem letztem kriege suchte er
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