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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem KönigreicheHllttgam. Z97

ttäbsal über den Fürsten Ragozi / und alsowurde er mit grossem Verlust seiner armee zu ei-nem nachtheiligcn frieden genöthiget. ZuHause fände er alles in voller rebellion / weil diesteinigen über den übel abgclauffenen feld-zugmißvergnüget waren / und über dieses hatte ersich des Groß-Sultans Ungunst dadurch aufden halß geladen / weil er ohne desselben vor-wissen wider die Republic Polen krieg gefüh-ret hatte; dahero er durch den TürkischenHof des FürsteMhums entsetzet / und selbigeskrgllcilco kecle^ übergeben würde. Hierbei)tonte nun der geschimpffte Ragozi in die längenicht stille schweigen/sondern riß seinem gegen-theil das regimcnts-ruder wieder aus den hän-den/und schlug sich A. i6s8 bey Arath täpfferherum / also daß sich der sieg aufseilte feite len-ckete. Nichts desto weniger muste er leiden /daß der Groß/Sultan Pckisnum Barkzaizum Fürsten in Siebenbürgen bestellte / wel-chem jedoch die Stande unter keiner andern be-dingung huldigten/als daß er sich derregierungwiederum begeben solte/falls sich Ragozi mitdemTürckischen Hofe versöhnen würde. Alleinhierzu war die wenigste Hoffnung/ sondern esgediehe lehlich bey Clausenburg zur schlacht/dar-innen Ragozi mit wenig mannschafft zwargrosse dinge chat/jedennoch aber/ nachdem erauf das sechste Pferd kommen/ mit vielen wun-den nach Waradein gebracht wurde/allwo erden 6 Aunii A. 1662 todes verfuhr/ und einenstöhn/ nahmens krsnciicum, hinterließ / welchersteine gedancken aber keinesweges aufdie Fürst-liche würde richten dorffte/ und dessen Gemah-lin Helena nachmals als wittbe mit dem anitzoexulirenden Grafen von Töckely vermähletwurdö. . . . . .

JMmittelst waren die Stände mitBarkzai / welchen ihnen der OttomannischeHoff auffgedrungen hatte/ keines wegös zu frie-den / sondern kündigten ihm den gehorsam auff/und erwählten an dessen stelle ^emen^no!,welcher des verstorbenen Ragozi General ge-wesen war; dahero hängete sich der abgesetzteBarkzai än den Groß-Sultan/wurde aberdieser wegen von dem neuen Fürsten gefangengenommen/und A. )66i des kopffes beraubet.Allein hiermit war der fache noch schlecht ge-rathen/und es schiene/ als ob die Verwirrung/welche Siebenbürgen schon vor langer zeit herbeständig angefochten/ anitzo gleichsam auffden höchsten Zipfel gelanget feye/indem dieTür-cken diesen k-meny verwarffen/ und dargegeneinen andern nahmens Michael Abassti zumFürsten in Siebenbürgen bestimmeten/ wel-cher auch in vorgebuchtem jähre auff einemLand-tage zu xi; Leiykm die Huldigung em-pfieng. Ob sich nun schonJohannesdurch Kayserl. hülffe bey seiner vigmtät zumsillksniren suchte; so wurde er doch A. 1662bey Segeswar von den Türcken geschlagen/worbey er sechsten das leben einbüssete. Alsosahe Michael Abaffi feinen Widersacher ausdem wege geräumet/ihm aber wurde bey an-trit derregierung von dem Türckischen Kay-ser 80020 ihaler abgefodert/ iedennoch dar-nach fo viel daran erlassen/daß selbiger/demverlaut nach/ nicht mehr als 25222 gülden zumjährt, tribut an die Pforte bezahlet haben soll/

dergleichen sein Vorführer Ragozi auch thunmüssen. Andere aber wollen/es siye durch derTürcken geitz der tribut so hoch gesteigert wor-den/ daß man nach der zeit biß auff 5 tonnengoldes aus Siebenbürgen erpresset. DieserMichael Abaffi hätte lieber zweyen Herren/nemlich dem NöM. und Türckischen Kayser/gedienet/ weiter sich so wohl vor des einen alsvor des andern Ungnade fürchtete; inmassen dekauch bey dem A. 1664 in Ungarn geschlossenenzwantzigjährigen stillstände verglichen wur-de/daß der Fürstin Siebenbürgen von bey-denKaysew cotiürmiret/der gewöhnliche tribut/abervor/ wie nach/an die OttomannischePforte gelieffert werden solte. Als der letztekrieg in Ungarn angieug/wurde Abaffi genö-thiget/ gleich zu anfange eine macht von 12220mann/ dem Türckischen Kayser zu liehe/ insfelv zu stclleU. .Jedoch als auff christlicher fei-ten immer ein sieg dem. andern die Hand bot/ergab sich Abaffi dem schuh Sr. Nöm.Kay-serl.Maj. jedoch mit der ausdrücklichen bebin-gung/daß viefreyheit in dem Fürstenthum er-halten/uUd dashauß Abaffr bey derlüccellwnvctblibeU solte.. , ,

Solchem nach wurden A. 1687 in Sieben-bürgen eilf städte mit Käyserl.trouppen besetzet/und dcreU unterhalt/ wie auch 722222 fl.au gelbe in sechs rermmen gccorcliret. Unterandern co-wmonen war auch die erhaltungderer vier religionen im lande/ die conlervsnoüder privilegien undämter des landes und derStände/die Lspimlar- Lonveiitur, freyes cottj.wercium i dieretirada in die besetzten örter/das recht der Land-tage des^ Fürsten/ conker-vsiion der Magazinen in städten und vestun-gen. Der Fürst aber gieNg A. 1692 mit todeab/ und hinterließ Michael Abasst einen min-derjährigen Prinhen/ welchem von Sr. Käy-ferl- Maj. die vornehmsten Räthe und bedien-ten des FürsteMhums zu Vormündern verord-net wurden. Umdachtet sich nun der bekand-te Grass Töckely von der OttomünnischenPforte zum Fürsten in Siebenbürgen conti;-.ruiren ließ/ und A-1692 zu solchem ende einenstarcken einfal! thät ; so war doch seine be-mühung vergebens / und brachte derA. 1699 zuCarlowitz geschlossene friede mit sich/daß Sie-benbürgen hinfüro unter der botmäßigkeit de-rer Könige in Hungarn verbleiben solte. Wor-aufsich höchstgedachter junge Fürst A. 1695 mitCatharina Bethlen/des Siebenbürgischen Ge-nerals/George Bethlens/jüngerer wchter ver-mählte.

Das Fürstenthum Siebenbürgen / welchesdie Hungarn Erdely nennen/wird von einigen rheiiung.in zeheii Grass-oder Spanfchassren/nem-lich Guka/Feirwar/Bihar/ Oobacz / Czick/Gpirgio/Hunpad/Lraszna/ Solnok/ Tor-da und Uduarhely abgetheilet. Die meistenaber unterscheiden es nach seinen einwohnern indrey Distrikte/denHltngarifchen/ den Ziku-lischen/und den Sächsischen. Solcher ge-stalt begreifst der erste drey Spanschasften/ Lo-loßwar/ Dobacz/ und Rükölywar. Derandere wird von denFikulen oder Fackeln/ ei-nem Überrest der alten Hunnen/ bewohnet/ de-ren ein theil/ nachdem sie unter Attila Europadurchstreiffet/ihren nahmen geändert/ sich inDdd z einen