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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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4-^4 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

gckrönet. Der Königlichen Princeßm An-nen/einer Erb-tochter Königs Uladislai des sie-benden/hätte die Crone von rechtswegen ge-bühret/alsdann durch sie vermöge der vertra-ge selbige an das glorwürdigste Ertz-HaußzuOesterreich gelanget ist. Die kriege und un-ruhigen zelten aber verhinderten/ daß ihr diekrönung nicht wiederfuhr. Seither sind ver-schiedene corollscioner msritslcr odermscilmo-males vorbey gegangen/ und ist die letztere inder glückseligen Kayserin Eleonoren Magda-lenen allerhöchsten Person am 9 Dcc.i68i mitfolgenden ceremonien vollbracht worden.

Erstlich nach dem die zu Oedenburg anwe-sende Herren Ständte den schluß gefastet/Ih-rer Mai. die Cron zu otk-riren/ hat sich der ?s-latlllUL zuJhrerKayserlichen Majestät begeben/und im nahmen der Stände gebeten diekrönung zu erlauben. Als solches zugelassenworden/haben die Stände eine ansehnlicheveputtkioa auch an dieKayserin abgefertiget/und sie darzu eingeladen. Darauff habendie beeden Cron-verwahrer/ Grass Zitzy undGrass Erdrödi/die Cron von Preßburg abge-holet/ und nacher Oedenburg gebracht/ undzwar in einem offenen wagen mit sechs pferdenbespannet / in begleitung der Teutschen undHungarischen guardie / allwo sie mit präch-tiger einholung angenommen / ins rathhausniedergesetzt/ des folgenden tags in beyseynder hohen Kayserl. Lomm>6srien und Hunga-rischcn Depurirten samt den iniißmen aus derkiste genommen / und denen vornehmen Her-ren in dem zimmer/ und zum senster hinaus demgemeinen mann durch den Herrn pal-cMum öf-fentlich gczeiget worden. Den rag vor derkrönung hat man die verschlossene kiste nachHofe und in Ihrer Maj. des Kaysers gemachgebracht. Die Krönung selbst-ist den9 Dcc.in der Franciscaner kirche geschehen / fast mitgleichem gepränge und comi»k, wie obenbey der caronscion Königs Josephs gemeldet.Der Kayser hat im Kayserlichen Habit/ und dieCron aussdem Haupte/Zepter und Reichs-apf-fcl in den Händen/die Kayserin/ deren schleppedie Obrist-Hoffmeisterin Gräfin von Nappachgetragen/ bey dem altar dem conlecrirendenErtz-Bischoffezugeführer; allwo sie zu erst mitgebogenen knien das crcutz geküsst/ unter wäh-render litaney gekniet/ und sitzend die jalbungvon dem Ertz-Bischoffe empfangen.

Nach diesem verfügte sie sich mit den sMj-renden Bischöffen in begleitung des ?slsl,niGemahlin und zweyer hoff-vsme;jndie sacri-stey zum abtrucknen / wurde darauff wiederzum altargeführct: da ihr der Ertz-Bischofvon Gran die von dem ?--lakilic>vom altar ge-nommene Königliche Cron auss die rechteschütter gestellet/ doch alsofort wieder abge-nommen und auss den altar geleget. Und hatder Bishoss von Vesprin Ihrer Mai. die ge-wöhnliche Ocsterrcichische Crone wieder aussdas Haupt gefitzt / der Ertz - Bischoff aberden Zepter in die rechte und den Reichs-apfclin die lincke Hand gegeben; darauff sie wie-der zu ihrem thron sich verfüget. Kurtz hernach/da das Evangelium gesungen / hat der Grassvon Draskowitz an statt des HungarischenLandchossmristers der neugekrönten Königin

den Zepter und Reichs-apffel abgenommen/und selbige denen Magnaten/ welche sie vor-wählen getragen/ zugestellet. Hierauffist sievon den Bischöffen zur opfferung geführet;und dann wieder zu ihrem thron; von daraber weiter zur dommumor,. Unter währen-den heiligen Handlungen ist Jhro die Cronvon demBischoffezuNcitra abgehoben/unddem Fürsten von Ditrichstein zu halten gege-ben/ biß sie Ihr hernach wiederum von demBischosse auffgefiht worden. Unter währen-der clsvstion wurden die kleinodien des Kö-nigreichs/ von denen sie getragen / umgewen-det/ und von denen Reichs widmen nur die spi-tze des schwerdtsgeneiget.

Nach vollendeter tbknnen tasel wurde dieCron den Cron-Hütern wieder anvertrauet/und mit gewöhnlicher ccremonie wieder nachPreßburg gebracht. Die Ungarischen Her-ren Magnaten ps-cli-neirten ihrer neuen Köni-gin ein ?rLtenc von zwantzig tausend ducaten/welche sie aber nicht angenommen / sondernmit daneksagung begehret/ daß etwas davonin die verarmten kirchen gegeben werdenmöchte.

Das wapen des Lonigreichs ist vor- Wapen »erMahls unterschiedlich geführet worden. Jtzo KönizMist es ein silber-wcisses schild/ dadurch vier rothezwerch-strassen laussen. Andere beschreibenes durch einen rothen schild/ durchweichenvier silber-weisse zwerch-strassen giengen/ an-zuzeigen/ daß durch das goldreiche ^>ungarndie vier silberne und nutzbare sirohmc/die Do-nau/Snu/vrab und Theyßc liessen. In ei-nem andern schildc oder rothen felde erscheinetauss einem dreyhügelichten grünen wasen einsilberfarbiges Erh-Bischöffliches creutz/ wel-ches der Pabst dem heiligen Steffan/ nebstder Königlichen Crone/ als welche auch pflegtunten angestecket zu werden / zum imcrwähren-.den andencken wegen pflanhung der christlichenreligion als ein ^pollolaru; verehret/welches auch bey denen krönungs-lolellmrätenmit vorgetragen zu werden pflegt. König Mat-lhiasLorvinur pflegte sein stamm-schildlciNjdenraben/ welcher einen güldnen ring im schnabclfühue/mit beyzusetzen/ wie dieRäbler ducate sol-ches noch zeigcn.Auf dem gekrönten güldnen Hel-me stehet ein silber - weitster strauß-Vogel mitgekrümmtem halse/und trägt ein Hufeisen in demschnabel vor sich. Das wapen von Dalma-tienistein lasur-blauer schild/ darinnen dreygoldgelbe mit güldenen krönen geschmückte-wen oder pardel-gesichter/ zwey und eins be-findlich.' Aufbessert gekröntem Helm erscheinetzwischen zween ausgebreiteten schwachen siü-geln ein gekrönter löwen-kopff/ umwunden miteiner gelben binde/ aus dessen enden weiss blät-ter fliegen. Das wapen von Croatien ist einwürffel-schild / wechfils-weise roth und silber.

Die anzahl der quartiere ist ungleich / etwa 9striche die länge herab/und n striche in die brei-te. Auf dem doppelten fluge / welcher aufdem gekrönten Helm erscheinet / ist dergleichenschachfeld/und stehen die Sachsen zur rechten/die Schwingen zur lincken Hand. In demgüldnen wapen-schilde des Königreichs Scla-vonien zeigt sich eine ergrimmte faust/ blutrothbekleidet mit einem silbernen säbelzum hiebe ge-