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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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409
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von dem Königreiche Hungarn. 409

burg/u.a.m. wie auch den Baronen/ Nitter-schafft UNd Adel/ die fteyheit des exercirii vondieser religion : Welche gleichwol hernach aufallerhand weise gekräncket worden/ besondersnach dem die Herren Jesuiter festen fuß ins Kö-nigreich gesetzet. Endlich hat Kayser RudolphA. 1606zu Wien mit der landschafft/ vermögeder berühmten ?3ci6c3cion.es dahin gerichtet/daß/unerachtet der vorigen Landes-conNimrio-ven/alle und jede Stsrus undOrclioe;,Magnaten/Edelleute / ftey-und andere stadte / welche ohneMittel derCron zugehörig sind / deßgleichen indenen con6«en des Königreichs die Hungari-sche miliß in ihrer religion und confe-lion nie-mahls und von niemanden gekrancket/ oder ge-hindert werden sotten; jedoch ohne pr-ejuMuder Catholischen religion/und daß dieCleriseyihre kirchen und gemeinden ungekränckt behal-ten/auch die/welche bey denen unruhigen zeitenweggenommen worden/ ihnen rettirmret wer-den sotten.

Welchen letzteren articul/weil er etwas dun-ckel/Kayser Matthias also erkläret/ daß beedetheile ihr religions--xerc,rium und kirchen ohneHinderniß ruhig und frey behalten/ und daß auchalle kleine stadte/palanken/stecken und dörffer/samt deren innwohncrn gleiche fteyheit habensotten. Und nach ihme hat K. Ferdinand lldiese conäiriorie; M sein Diploms und in

die ksÄa mit Gabriel Bethlen A. 1618/1625/l6zv und lözs mit setzen und zur conttrmscioaherkommen lassen. König Ferdinand ill erläu-terte es in dem TVsa- mit FürstGeorgen Ra-gozky A.1647 dahin/daß auf dem nechsten Land-tage die irrungen wegen der religion und weg-nehmung derer kirchen / entweder durch derHerren Stände gütlichen vergleich beygeleget/oder zur Vergnügung derer Evangelischen ver-mittels Kayserlicher autorität erörtert werdensotten. Welchem theile nun die kirchen zuge-sprochen würden / deme sotten auch die einkünff-te derer pfarren folgen/und forthin keine kirchenmehr weggenommen werden. Weniger nichtsotten die kirchen/ so in währender unruhe ein-gezogen worden / so bald nach auswechselungderer Diplomsrum denen Evangelischen wiedergegeben werden; und deßgleichen auch denenCatholischen. Dafern sich auch in religions-Md kirchen-jachen neue zwistigkeiten künfftigereignen möchten / walten Ihre Kayserl.Maj. wegen deren schlichtung solche gestalt auflandes-versammlungen treffen/daß den Evan-gelischen dabey kein unrecht geschehen sötte.Als Ihre Maj. K. Leopold A. 1655 zur Cron ka-men/ist unser andern diese conMriol, in ihr Di-ploms kegium wegen des freyen exercirii eben-mäßig mit eingestoßen/und sonderlich gegen dieCatholischen Landherren versehung geschehen/daß sie die Evangelischen unter keinerlei) p^-rexc und in keine Wege kräncken oder hindernsotten; wodurch mangemeinet hätte/ es wäredie fteyheit des gewiffens UNd exercirii Public»der Evangelischen religion gnugsam gesichert.Allein die Herren Ectz-und Bischöffe/ und son-derlich die Jesuiter haben nicht geruhet / undbiieß der Bischofs von Waradein( damahls mpsrr.bus mkäeiium) Herr Georg Barzon/ ver-mittels einer gewissen A. 1671 heraus gegebenen

fchrifft: Verirsi kori munclo äeclarscs öcc. ge-

Zwei-teHnvpr-Hnndlttng.

nannt/ein groß lerm an/ undwolren mit dreyHaupt-gründen beweisen/Ihre Kayserl. Maj.wären an ihr und dero hohen Königlichen vor-fahren theures Wort nicht verbunden/ die Luthe-rische und Calvinische religion in ihrem König-reiche und darzu gehörigen theilen zu gedultemErstlich: Sey die conclioon des Wiener frie-denS 6e Limo 1606 in denen Worten : sbr^ue

lsmen prsejuciicio Lsrkolicre komsose k^eligio-

nisScc. pro onn sljjeÄszu halten ; dann stsolteNdie Catholische Geistlichkeit/kirchen und ge-meinden frey und ungehindert verbleiben/wel-ches aber zu Bethlens und Ragozky zeiten nichtgeschehen/sondern die tempel und lerne violiretworden. Und endlich hätten die Evangeli-schen die kirchen nicht rettimiret. Gleichwieaber die nachfolgenden äeclsrsrione; und ?SÄSderer neuen Könige diesen «lublir abgeholffemAlso wurde aufdas andere srß>imer,r, ob warennemlich die articui von fteyheit der religionnicht mit genehmhaltung aller Prälaten / Ba-ronen/ Magnaten/ und des Adels / welches dieNeichs-verfassung erforderte/ aufgerichtet/ viel-mehr hätten dre von der Catholischen religionpfmett.rer rc. dieses geantwortet/ es gereichtediese objeäion zum spott und schände fünff löb-licher Könige/welche solche ksäs öffentlich be-schworen. Es könte niemand mit ehren undrespect sagen/ob sotten diese nichtgewust haben/was sie vergeben oder versprechen können/odetsie hatten die Evangelischen Stände und OrM-oez bekriegen wollen. Es wäre aber auch ausder Ragotzkischen ?ac,6cstion cls A- 1645 be-kandt/wie etlichen damahligen Widerspre cherndurch den Königlichen Hoftichter/GrafPalfy /lind andereCatholische coräsce Magnaten selbstbegegnet worden/ und die rsrittcstion hernachdurchgängig erfolget sey. Zum dritten fährteBarzon an/waren allenfals nur diejenigen inHungarn zu rolcriren/die von der Augspurgi-schen und Schweitzerischen rechten Lonkciiioawären. Allermassen aber die Calvinisten vondieser / und die Lutheraner von jener abgewi-chen/und selbst unter sich in steten zerfallen wä-ren/ so könten und dörfften diese leute der vori-gen fteyheit nicht gemessen. Allein kein Diplo-ms hat das exercicium der Evangelischen lehröauf die Schweitzerische oder Augspurgischecoakerliori eingeschränckt ; und kottte der surocliirelli keinen von seinen Puncten behaupten. Eshatte aber doch das 06mm rettZionis die ober-gewalt/ und wurden die Domini rerrelli-cs ange-reihet/die Evangelischen aufs schärffste zu ver-folgen/ sonderlich Graf Frantz Nadasti undGrafPaul Esterhasi ließen ihrer viele Unschulddig theils in den kirchen selbst umbringen undaufs ärgste martern. Die von etlichen Gra-fen und Herren angesponnene grausame eoa-ipii-stion wider das leben Ihrer Kayserl. Mastmuste zum vorwand und beschuidigung dienen/die Evangelischen hätten auch theil daran / undnahmen die Ertz-und Bischöffe/ und Jesuitendenen Königlichen und ftey-städten nun auchdie kirchen hinweg. Man verfolgte die Pfar-rer / kcÄor«;,schulmeister und andere kirchen-diener/8kuäio5.5 .ja auch die Stände und Ma-gnaten selbst allenthalben auft grausamste vordenen zu Tyrnau und Preßburg angerichtetencommi,tionen; und sollen die EvangelischenF f f Geist-