410 Des Europäischen Herolds zweyteHaupt-Handlung
Geistlichen / welche sich den hals nicht brechenlassen wolten/reverlsle! von sich stellen / die Pfar-ren und das land zuquittiren/oder die Römi-sche religion zu ergreifst«. Weil aber ihre
öeprecscione;, exculsnone; und clcciu<Iione! ia-nocenti» nicht Eacliret wurden / verfuhr mangegen die nicht körenden mit der cspmr undauf die unbarmhertzigsten kerker/ auf grausa-me schlage/martern und die galeren/und wur-den ihrer viel/die biß aufs blut widerstanden/nach diespoli; verschicket/deren einige in ihremelende untergangen/einige wunderlich errettetworden. Die Evangelischen Magnaten undEdelleute/wie auch bürger und bauren/hat manals rebellen tractiret und auszurotten gcsuchet;welche geist-oder weltliche aber die religion ge-ändert/hat man paßiren lassen / wiewol dochdie begierde nach ihren gittern manchen um dasseinige gebracht. Wiederum einige andereaus öelperation dasjenige feld ergriffen/ dareinsie sich sonst nicht würden begeben haben. 2l.1681 wurde auf dem Oedenburgischen Land-ta-ge clecreciret: Daßumfriedcns und ruheftan-des willen die Wienerische kscikcscion a« A.1606 csnLrmiret seyn / und das exsrcitium derreligion allen und jeden im Königreiche (dochunbeschadet des rechtens derer Landherren)nach dem i Artic. äe A. r6c>8 frey verbleiben /sowol denen?rT<licsnten und schulmeistern/ dieaus dem Reiche verwiesen/oder wegen ihrer re-vcrlälen ihre ämter nicht verwesen könten/ freyerrückgang ins Königreich samt freyem exercmorsüß^onl, zugelassen / die revcrsslc; cssllret undkeiner an seiner religions-übung gehindert wer-den solle; gestaltfam auch verboten worden / dieverwandten der Augspurgifchen oder Schwei-'Herischen religion zu denen ihrem glauben wi-drigen ceremonien zu zwingen. Und in demLs Articul wurden ihnen gewisse örter srllgmrl/die erbauten kirchen zu haben und neue Plätze zuderer neuen erbauung angewiesen/und zwar hinund wieder in denen Gcspanschafften.Jn denenfrey-stadten käme es auch auf die gnade mehrals das alte recht an. Aufm lande wurde denenLandherren diegewistens-freyhcitzum privst-ex-ercilio wiederum eröffnet/allenthalben aber soviel gethan/ daß der Wienerische friede denschein/das vccremm Uladislai aber die rcslttätgeben solte. 2 l. 1687 yacikirten Ihre Kayserl.Maj.bey der krönung König Josephs mit de-ro Hungarischcn Standen und Orden / daß al-les in dem stände der ertheilten Privilegien ver-bleiben/alle rechte und gesttze heilig gehalten/und des I^co-corananck eyd darauf abgefassctwerden solte.
Daß aber der so sehr beschrankte clkeägleichwol nicht so erfolget/ und wider des al-lergercchtesten und mildesten Kaysers und Kö-nigs willen die beeintrachtigungcn conrinuiret/ist mehr als zu gewiß. Wannenhero auchdie beyden Churfürsten zu Sachsen und Bran-denburg durch dero hochansehnliche Gcsand-schafftcn bey der gelegcnheit des wähl - undkrönungs-tags zu Augfpurg A. 1690 gar be-weglich vor die Evangelischen christen in Un-garn Mlerceöiret; jedoch aber nichts von res-lttat weiter erhalten. Seither haben IhreMalest-zu bevölckerung des verwüsteten Kö-nigreichs viele priviiegis, insonderheit der reli-
gion halber/ ausbieten lassen: Es haben aberdie Evangelischen in ansehung der macht/ so dieCatholische Geistlichkeit hieselbst übet/ nichtrecht trauen wollen/ ausser was sich etwan inOber - Hungarn und unter dem BisthumRaab unter ihrer Hochfürstlichen Durchlauch-tigkett zu Sachfen-Zeitz gütigen und gnädigentrLÄsmcnr niedergelassen.
Die furnehmsten hohen schulen waren SHuleniüvorzeiten zu Waiyen und Fünsskirchen.Hunsakn.patttck haben eomsmux und ^lüecliur be-rühmt gemacht. Die itzige bekandte eymn,-6s sind zu preßburg/ allwo auch die Jesui-ter ein 8eminarium,8. Lmerjcivucu genannt/ha-bcn: ferner Eperies und Oedenburg/ wieauch das obgedachte6xmns6um zu Tirnau.
Nächst vorgemeldten dreyen religlonen dul-S«tens,det man auch in einigen Gespanschafften die^T"'wiederrausser/ mehr ihrer künstlichen arbeithalber/als um anderer Ereilen willen. Siemüssen sich aber mit ihrem aberglauben stillhalten/und dörffen nur in geringen hauserchenausserhalb derstädteund dörffer ihrekirch-ver-sammiungen anstellen.
DieIüden haben in einigenGespanschaftenmehr freyheit/ indem ihnen nrcht nurgantzedör-fer zugeeignet/sondern auch selbst bißweilen yri-vilegia , den Christen zu schaden/verliehen wer-den.Denen Raryen/ welche derGriechischenreligion beygethan/sind auch ihre eigene kirch-lein verstattet.
Die geistliche regierung des Königreichs AM«Hungarn bestehet auss denen Erg-und Bi-IA."schössen/ Llebten /Pröbsten/ Capituln/k'resby-terii, und dergleichen. Der Ertz-Bisthü-mer sind zwey : nemlichzu Gran / von wel-chem bereits oben Meldung geschehen/ dessenZulkrsgsneidie Bischössezu Erla/ zuFünss-kirchen/ ZlMesprin/zu Raab/zu waitzen/und zu pseitra.
Und das Ery-Bisthom zu Loloya/ wel-chem das Bachische Stisst iocoryoriret wor-den/ hat nach der alten conüitukion zu 8uLrags-nei5 die Bischösse zu Zagram oder Fagabri-en / zu Hermanstadt/ Waradeirr/ Chona-dien/ Bosnien/und Girmien: Der Bi«schosszu Vesprin ist der Rönigin sters-wahrender Lanylar / und hat derselbedie prserogsriv, die Vesterreichische haust-Crone auffdas Haupt zu setzen; denn die heili-ge CrvN leget ihr der eoulecrscor oder ?rims;kcgni auff die rechte schulten "In Sclavo-nien ist auch ein Bischoff zu Possega.
Darzu zehlet man auch die Croarrscheuund Dalmatischen Erg-Bischösse zu Zaraund8yslstro. Des ersten 8uKksganel warendie Blschöffe zu ^rbe.Vcglia und okero. Demletzter« waren untergeben/ die Bischösse zuTrau/ gegna/ Lesina/ Scardona/Ma-carska/ Sebenico/ Tine/ Alinissa/ Nona/und^Vulnia. Unter diesen Bisthümern sollK. Steffan der Heilige allein zehen gestifftethaben. Nicht weniger ist vorzeiten der Ery-BischosszuRagusr/ mit seinenzuGtagno/ RisÄno/ Trebigno/ Tattaro/
Is Lrsrrs, und Luezola/ zum Ungarischen kir-chen- Lttsr mitgezogen worden.
Im übrigen ist aus den geschichtenvorigerreiten bekandt/ daß die Könige in Hungarn
biß