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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem Königreiche Hungarn. 4ro

Wiewohl es zwar auch eben nichts neuesist/ noch die Ungarn die ersten sind/ welche dieOttomanmsche Pforte um beystand zu ihrergegenwehr angeruffen. ^onorm; undFriedrich/gebrüdere und erben des Königreichs Castili-cn/haben zu Pabst Elementen des lv zeiten/samt ihren bunds-genossen den Conradinern/die Saracenen zu wasser und lande auffgefo-dert/nicht so wohl ihre gränhen zu beschützen/als dieFrantzosen aus Italien heraus zutrei-ben. Maximilian/Ertz-Hertzog in Oester-reich/Hatte bey seiner mit dem Türcken getrof-fenen allianh mehr das absehen die Venetia-rnsche Republic auszurotten/ als selbige bey demihrigen zu schützen. So hatte auch KönigFrantz! inFranckreichkeinbedencken gehabt/wider die anwachsende allzugrosse und besorgen-de macht Kayser Carls v die Türcken. auszu-bringen und von ihnen succurs zu begehren.Allermassen es denn der löblichen PolnischenRepublic nicht vorwürffig seyn mag/ daß sie zuunserer zeit die Tartarn wider die Christen zuhülste genommen.

Aus vorhergesetzten gründen und Ursachenhat die gantzei Christenheit zu urtheilen/ ob diefreye ^ungarische Nation/ welche in krafft-habender gerechtsame und Privilegien nichtnur von der höchsten gewalt mit psrticssiret/sondern auch bey aufftragung der Cron ihrenatürliche und einer sktolmen gewalt un-gewohnte freyhcit ausdrücklich und also vorbe-halten/ daß sie sich auch dem Könige selbst wi-dersetzen kau / unrecht gethan/indem sie sichder Durchlauchtigsten Pforten schütze also un-tergeben/ daß ihr hergegen bey Kayserlichcrhochtheuren parole versprochen worden / daßder Nation die freyheit wieder erworben/ diereligions-übung freygelasscn/und niemand we-der am leben/ noch ehre/ noch gut/ noch an sei-nen rechten beeinträchtiget werden solle ? Ge-wiß ist es/ daß man diese proteÄion nicht oh-ne gründ und vollkommene sicherheit vorge-nommen ; inmaffen denn damit in den ge-müthern der Ungarn nicht einiger zweifel stattfinden/ oder über der gütigkeitund eScüen ei-ner nachdrücklichen beschühung nicht irgendUngewißheit einwurtzeln möchte / die Pforte ih-nen in dessen bestätigung und zuverläßigkcitdas gewöhnliche Athname oder ^üecussüon,-Diplom- (welches wir in unsern Handen haben)unter Kaystrlichem Worte und theurem eydeausgestellet; und vermöge dessen ihnen die be-obachtung ihrer freyheit auffs allerverbind-lichste versprochen / auch dabey Versicherunggethan/ daß sie sich daher weder einiges rech-tens noch gewalt anmaßen/ die Neichs-gran-hen nicht vcrgeringern/noch vestungen/schlösser/stadte oder etwas anders/welches wider diesesKayserl.wort oder die gerechtsame der Croneliesse/ einnehmen; hergegen sie in der vollkom-menen freyheit so wol in geistlichen/als welt-lichen fachen lassen/,und darüber noch die machtkirchen und schulen auffzurichten übergebenwolte.

U»ame/ Dieses Athname ist in eben der form und"'M'krafft ausgefertiget/ dergleichen hiebevor dieweiland grossen leute/ George Lippay/ Erh-Bi-schoffzu Gran /Grass Frantz Wesseleni/rmur in Ungarn/die GraffenNicolaus und Pe-Kweyte Haupk-Landlunss«

ter Zrinii/ beyde der Königreiche Dalmatien/Croatien/undSclavonienBani oder Stadt-haltere; GrassFrantz Nadasti/ König. Kam-mer-Richter/ und unzehlich viel andere Gra-fen/Baronen/ Magnaten und Stände desReichs/zeitwährender unterdruckung/und beyunerträglichen Ungerechtigkeiten verlanget ha-ben : daß diesem nach die Ungarische Nationweder eine zuverläßigere gewißheit ihrer kscu-rität/nocheine beständigere grundfeste ihres 5»-

pubiici von der hochansehnlichen Pforte er-langen/ auch nimmer was nützlichers und heil-samers begehren können.

Wir aber/ die wir mit diesem volck auseinerley geblüte und Hunnischein saamen ab-stammen/und von GOtt/dem Ober-beherr-scher aller Rciche/zu der Hoheit des UngarischenFürstenthums deßhalber erhoben worden sind/daß wir gleich als von einer hohen warte diefreyheit in kirchen - und civil suchen behaupten/und alles unrecht/welches ohne einhigen scheineiner gerechtsame»/ diesem güntz freyen vol-cke zugezogen worden / so viel möglich/abweh-ren sollen; befinden uns obangezogener Ursa-chen und ressecten halber hochgemüsstget/ die ge-rechte und unentbehrliche Waffen zu rettung derfreyheit/ und Wiedereinsetzung der armen be-drängten -xulsmen anzulegen. Dannenhe-ro sich auch kein kluger und rechtgesinnter wun-dern/ weniger unsern eyfer und vorhaben miß-billigen wird/ daß wir uns unternommen/diegerechteste jache eines so edlen und berühmtenvolcks/ ja welches das grösseste ist/ unsers ei-genen blutes zu vertheidigen. Allermassendieses unser eintziges absehen ist/ wie durch gött-lichen beystand dieses weiland hochblühendeReich zum verlangten ruhestande/und diesefreye Nation zur unsterblichen alten freyheitwieder erhoben werde. Welches wie gemäßes der vernunfft ist/die wider treu und glaubengebrochene treue durch zugelassene öffentlichePrivilegien rechtmäßig zu schützen; also gerechtist es auch/ seinen untergedrückten freundenund unverwandten zum besten einen clekenliv^krieg zu führen. Die verwandschafft aber desmenschlichen geschlechts ist so weitläufftig/ daßdie allgemeine coAnstion schon genug ist/denhülfflosen beyzustehen; weil die rechte mensch-licher geseklschafft nicht gebrochen werden/ obwohl ein volck von seinem unbillichen Regentenviel gewalt und beeinträchtigung leiden muß/denn diese mißfallen billich allen gerecht-undbilligkeit liebenden gemüthern.

Im übrigen ermähnen und ersuchen wir al-te Ungarische Stände/ daß sie die gerechteund unschuldige Waffen mit mir auffheben/ unddurch eine ungetrennte zulammensctzung mitrath und tapferer that sich dahin bestreben/ dieglorie der niedergeschlagenen freyheit wiederzur vorigen Hoheit zu bringen. Sie fassen sichdie hertzhaffligkeit/womit ihre vorfahren leibund leben vor die freyheit hingewagk. Dieseshochwichtige vorhaben crfodert eine unverän-derliche standhasstigkeit. Das übrige wollenwir GOtt befehlen/welcher die zu rettung deslandes noth vorgenommene aüionex mit gutemsuccessbekrönen wird. Hier waltet keine pri-vat-sache/ ist auch kein streit wegen der Catho-lischen reliaion/ als welche mit der Evangeli-Gggr. scheu