4L8 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
kreiße und zur Matrikel in Teutsthlande mitgezogen wurde. Er richtete A. 1562 die Ap-petlations- kammer zu Prag auff/ und richtetees durch zeitige krönung seines Herrn sohns K.Maximiliani dahin/ daß das Königreich aufffeine Posterität versrammet wurde. Wie ih-me dann dieser nachgesolget A. 7^64. Er hübedie vorigen Reichs - Lompsäs» auff/und ver-stattete die religions-steyheit durch das gantzeKönigreich.AlserzumTürcken-kriegezoOOQOOschock von den Standen forderte/nemlichBöhmen/Mähren/Schlesien/und Laußitz/ undnichts darvon ablassen wolte/ sind die Standeunwillig von einander gangen/ und mufte erhernach/ weil er es doch auch auff den militä-rischen zwang nicht wagen wolle/ zufriedenseyn/ was ihme die Stände gutwillig reichten.Als A. eine grosse theurung in Böhmenwar/ wüste er viel lcute/ die sonst Hungers ge-storben/ damit zu erhalten / daß er das bicr-brauen abgeschaffet. Er ließ 1775 seinen Herrnsöhn K Rudolphen zum Könige in Böhmenkronen/weicher anfangs sehr löblich und sorgfäl-tig regieret / und dcshalbcr/ wie auch wegen.feines anfänglichen reichthumS LsiomoniZo-bemise genannt wurde. Zhme hat sein Herrbruder Ertz-Heryog Matthias viel eingriffeund beschwerungen im regimcme zugezogen/und da er ihn durch das mmulruirende Passaui-fche krieges-volck sich nicht gnugsam schützentonte/endlich dahin bewogen/ daß er ihme dieK.Rudolph Böhinische Lrone abgetreten / und sichmehr nicht/als den titul und ehre eines Kö-der die Ermnigs/ sunt einem jährlichen 6epu»r nnd genos-«rbttttm. st einiger amtcr vorbehalten. Doch wurdeK. Matthias eher nicht als A.i6n rz Maj.zuPrag gekrönet/ welches K. Nudolph mit be-trübten äugen und ohren ansehen und hörenmuste. Zhme haben die Evangelische Ständeden A.i6c>9 erhaltenen Majestät - bricf undfteyheit der religionzu dancken/ welchen her-nach König Matthias A.isli bestätiget. Mansagt/ K-Rudolph habe kurh vor stinem A.1612 zuPrag am schlage eingebrochenen seligen endedreycrley bereuet/i)daß er nicht geheyrathet/(r)seinen beichtvater abgeschaffet/ und(z) Geor-gen von Lobkowih hinrichten lassen. KönigMatthias rcistte darauffin die Laußitz/ dannnach Breßlau / und von dar durch Glatz undO lmütz nach Wien/und ließ A. 1617 auffeinemLand tage von der iuccelüoi, handlen/denn erhatte keine Hoffnung zu erben/ und llelign-rredemnach seinen Herrn Vetter/ Errz-HeryogFerdinanden in Oesterreich/ zum iüccefforn,welchen auch die mehrern Stände zum Königeannahmen und kröneren; doch daß er den Maje-stät-briefconllrmircn/und bey K.Matthias leb-tagen sich zur regierung nicht einmischen solte.Man will auch behaupten/ daß Ertz-HertzogMatthias den 6 Zunii Lhtgedachtes jahrescmeerb-verbrüderung mit klliiippoiii Königein Spanien auffgerichtet/ welches die eigent-liche quelle der Böhmischen unruhe gewesen/weil die Böhmen ihre hälfe nicht unter dasSpanische joch begeben wollen. Des jahrshernach/ als A. 1618 am ri (11) Maji/Haben et-Äer-st^^iche allzueiferige Böhmische Herren denRam.tzung. mer-prasidenten und Stadrhalter Wil-helm Slawaka/ den Kayserl. Rath und
Stadthalter 'Zaroslöw Borzira von Mar-tinitz/ sonst 8mcsanr^vgenaunt/ ( denn denBurggraff Adam von Sternbcrg/ und HerrnPoppel/Creutz-Herrn und?riorn bey U.L. stau-en/ als welche was glimpflicher sich bezeigt/hatte man beyseits geruffen) nebst dem Leere-»rio Philipp plattern/ als Königl. Som-milllirien/ im Präger schloß aps der Cantzelley-stube zum fenster in zwinger bey 40 ellen liessherab gestürhet/ und mit diesen die allgemeinewohlfahrt/ruhe und frieden des ganhen König-reichs/und zugleich auch desTeutschlandes/hin-aus geworffen ; sintemal daraus der bißins wusstejähr langwürige krieg entsponnenist.
Die Ursachen dieser widersehung «udMAschweren thätligkeit gegen die Königl. Ocster-reichische regierung waren ohngefchr diese:
Die protestirende Böhmen hatten sich zu gemü-thegezogen/ König Matthias ließe sich durchdie Jesuitischen constlla dahin bewegen/ daherVorhabens wäre/die alten privilegiert der Na-tion/ und den Majestäts-brief oder die fteyheitder religion zu krancken. Sie wollen solchesallerdings daher behaupten/indem Kayser mrdKönigMatthiaö in sachen/etliche kirchen/welchedie Protestanten zu Verarm und klostcr Grab'gebauet hatten/betreffende/vor die Catholickengesprochen/ mithin dero Majestäts-briefe durchconrrLventioncr Ueroga'et/ zur frey-und eigen-willigen regferungund lervicurdcn weg gebah-net/und die propotirioncs bey demLoucilio oderLand-tagezu Prag durch vbgemeldteCommis-sarien allzuhart eingerichtet haben solte. Wie-wohl/wenn man die fache ohne psstioo ansiehet/
Se. Königl. Majest. was die erbauung obge-dachterProtesiirendcnkircheir anlanget / nichtanders sprechen können/weil dieselben auf frem-den gründ und boden/ nemlich in dem gebietedes Ertz-Bischoffs zu Prag/und des Abtes vonBeraun erbauet worden/ welchen der Königl.Majestät -brief ihr eigenthums-recht nicht zunehmen vermocht. Da nun die Protestantenleicht schließen mochten/ daß solche fensterstür-tzung und nachschießen einiger kugeln schwereVerantwortung und ungnade bey dem Königenach sich ziehen würde/ haben sie unverlangt sich SE .wider GOTTes/des.Königes / der religion/und des Majestät-briefs feinde in eine bändezusammen verschworen / völckerzu roß und fußgeworben/etliche KayserlicheOfficirer/ die desmißbrauchs der Kayserlichen amorstät verdäch-tig waren/in die gefangniste geworffen/dreyßigOii^eötoren im Königreiche (denen die Ständein Mähren auf gleiche weise gefolget) erwchlet/und ihnen dasregiment anvertrauet/ ihr ver-fahren durch eine -poloZieder weltbekandt ge-macht/die Jesuiter aus dem lande vertrieben/denen Ordens-leuten aber gnugsamen unter-halt geladen und schütz gehaltcn/GrafHenrichMatthao von Thurn das commando dermilitz aufgetragen / Graf Ernsten vonMannsfeld an sich gezogen/ und von ihrem er-cremen vorhaben sich weder durch des KönigsMatthias noch feines Nachfolgers am ReicheFerdinandi n abmahnungen und versprechenwendig machen lassen. Die Schlesier hattenschon vorhin sich in Verfassung gestellet undMar-grafJohann Georgen vonJagerndorff
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