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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem Königreiche Boheim. 429

zu ihrem 6ensr2icn angenommen/welcher nundem Grafen von Thurm einige regimemer zurhülffe sandte / und alles zum kriege sich an-schickte.

Nach K. Matthias A. 1619 erfolgetem todewurde aus übel arger gemacht/und dem neuenKönige/aus verdacht/cr möchte sie scharffheim-suchen/ und die verhaßte Spanische tyranneyauch bey ihnen einführen/vollends aller gehor-sam aufgekündiget/und Lhur-Fürsi JohannGeorge zu Sachsen zum Könige erbeten; alsaber dieser die Cron befcheidentlich abgeschla-gen/ haben die Böhmen und andere mitver-§!i uni,l.-wandten den pfaltzgrafen undLhur- Für-WÄhmn sken Friedrichen bey Rhein Zu ihrem-Aim nige erwählet / und als dieser aufanstifftenWichen feiner regiersuchtigen Gemahlin/ und peckvsüoaMMige.seiner Räthe/ sonderlich des berühmten Man-nes Ludwig Lsmersrü, die Cron angenommen/numehro den krieg würcklich angefangen; weilzumahl die damahlige vnion und der so ziem-lich schlechte zustand des Ertz-Hauses Oesterreichihnen die coui-2Ze desto mehr ergröstcrte.

Allein alle diese conüü» und > welche,der neue König / wie auch die Grafen vonThurn und Mannsfeld/ nebst dem Marggra-fen von Baden-Durlach und die Heryogevonweinmr zusammen trugen/schlugen mehrru Kayfer Ferdinandes ehre und Versicherungseines Staats/als dessen ruin/aus/indem es beyihnen bald an der einigkeit/ bald an den geld-mitteln/bald an andern unentbehrlichen Noth-wendigkeiten mangelte. Denn Engellandthat gar schlechten succurs/ und Fcanckreichgar keinen. Der Rayser hergegcn bekamvom pabste Spanien / Polen/ und ausBayern volck und geld zur hüiffe. Daheroso bald als der Kt-rguiii^mols mit seinem corpogegen die Pfaltz zur execurion der vorhabenden6iver6onanmarchiret/undder Generalaus dem Niederlande in Böhmen p»6o ge-fasst/ den Mannsfelder bey Nodelih geschla-gen/und viele stadte und haltbare örtcr einge-nommen/ sich der zustand schon veränderte/ undder Graf von Thurn die belägcrung vokWienaufheben muste.

Mimr Durch die unglückliche erste schlecht aber/tie schkcht welche aussdem weiften berge vor Prag/ da-hin sich K. Fricdcrich gezogen lind verschan-tMfdie het gehabt/ A.162O vorgegangen/ verlohrsmtkWn- derselbe das angemaßte Lönigreich und' seine erblande. Denn es hatte an gelde undfolglich denen soldaten an muthe zum fechtengefehlet/ darum verliesse sich die auff güldnehuffeisen vertröstete militz/ohne Hoffnung wie-der zusammen zu kommen. Hergegen nahmLönig Ferdinand durch Heryog Maximi-lianen in Bayern das Königreich ein/ versi-cherte sich des Marckgrassrhums Mahren/durch Lhur-Sachsen aber derLaußigundSchlesien / und wurde öarauff die blutige«xecukion wider die Stände vorgenommen/und Fürst Larln von Lrchtenstein/ dieselbezu vollstrecken/ comminiret. GraffFriedrichvon Tiefenbach muste zu erst des henckersschwerdt fühlen/ deme der Grass JoachimErnst von Schlick und sieben und zwanzigandere Herren Standes-personen diesem bluti-^ gen kkcslro nachfolgten / darunter neun vir?-

Äoreg waren. Die Evangelischen Priesterwurden aus dem lande baowüret/ und die reli-gion verändert/auch alle güter der ^a-kcirtencoubicirett

Der Pfaltz-Graff flöhe erst nach Breßlau/und als er foigends in die acht erkläret/ihme dasChurfürstenthum und erblande abgesprochenworden/ gierige er zu feinem noch grösser« scha-den in Holland/ und verursachte endlich auchder Pfaltz ruin und die emzichung der Ober-Pfalh. Die Böhmischen Stande verlohrenihr mißgebrauchtes wahl-recht/ und alle vorigePrivilegien und fteyheiten/ absonderlich aber dieübertat dek gewissen und der religion. DennK. Ferdinand tt brachte das Königreich Böh-men / wie auch Mähren in kurhem wieder un-ter sich. Dargegcn wurde dem Churfürstenzu Sachsen Johann Georg t dasMarggraff-thumLaußitz wegen auffgewandterkrieges-ko-sten versprochen; wiewohl die würckliche rrs-ü-von allererst A. wz, vermittels des zu Prag ge-troffenen sriedens geschahe. Gabriel Betten/

Fürst in Siebenbürgen/ war des verjagtenKönigs Mieter und bemühcte sich/ihn zu mErrniren/ wie er sich hergcgen als König inHungarn befestiget zu werden im Wechsel be-dungen hatte/und durch ihn wurde der EZroß-Vezier auffgewiegelt/welcher 202002 mannverspräche/ und des Kaysersseinezirckelziem-lich verunruhigte/auch den krieg biß A. 1629fortsetzte. Im Reiche machte dem KayseeMarggraff von Baden - Durchlach wenig zuschaffen / in dem die Niederlage bey Wimpffenihn in die Schweitz zum cxilio triebe. So schlu-gen die Kayserlichen auch beyHöchst HerhogenChristianen von Braunschweig/ bey l-i-ury denGraffenvon Mannsfeld/und forderinWest-phalen bey Frisoit/ bey Dessau/und den Kc-nigin Dänemarck Christian iv. Durch sovielsiege wurden die Kayserliche Lenerslität undmilitz inlolenr, und ll- rten die Chur-und Für-sten ihre Unterthanen im Reiche gar barbarisch/und veranlasseten/ daß der König in Schwedenauff Teutschen boden kam/ mit welchem derChurfürst zu Sachsen / der wegen des bedräng-ttnEvangelischenCc>rj,orj, bißher beydemKay-ftr vergeblich den schütz und eckeöt der parol gesu-chet/genöthiget wurde/ sich wider die Kayserl.

Mas. mit der Cron Schweden zu verbinden.

Drum fielen die Sächsischen trouppen so baldnach der Leipziger Macht A. i6zi in Böhmenein/und eroberten Leitmertttz/Eger und an-dere örter nebst der Königüresidentz-stadt Prä-gn/muste aber solche cooguecen in folgendemjahre/bey ankunfft des Kayserl-Geneealwal-lensteins/ wiederum verlassen/ woraufA. i6zsder so genannte Pragische friede zwischen Stt-agWydem Kayser und Chur - Sachsen erfolgete.ündr.Hierauf gieng L. Ferdinand H den Febr.

A.iöz? mit tode ab/und hatte seinen Herrn söhn/

L. Ferdinand ttl, zum Nachfolger/ welcher A.i6z9 leiden muste/daß die Schweden unter demGeneral Bannicr/ A-i64Z aber unter demGeneral Torstensohn in Böhmen einfielen/unddieser letzte schlug die Kayserlichen auch A.1645bey Iancowltz. In Schlesien aber beySchweinitz verlohre A. 1642 der Kayserl. Ge-neral Hertzog Feantz Albrecht von Sachsen-Lauenburg die Macht und das leben» GegenHhh z das