4ZL Des Europäischen Herolds zweyteHaupt-Handlung
Horazdiowicz/Netolicz/ Brzezy/ Bratro-mce/ Bukovany/ Bergreichensiem/ Tiso-wa/ Trzebomrslice/ Husinecz/ woselbstJo-hann Hußgebohren worden/ u.a.m. das un-überwindliche schloß Helfenburg/ welches vonden gespenstert sehr incommoUiret seyn soll/Blatna mit dem grossen see/ Carlsberg/undviele andere schöne schlösser und örter. Un-ter allen Kreyßen behält dieser den preiß wegender perlen und cdelgcsieine/welche erstere indem fluß Watawavön solcher gute gefundenwerden/ daß man sie fast den Orientalischengleich schätzet; auch giebt es hieselbst reichhal-tigen gold - fand. Aufs dem berge Reichen-dem und przibrMn wird viel silber gewon-nen/ der so genannte heilige berg aber ist we-gen der wallfahrten zu der Mutter Gottes bil-de daselbst sehr berühmt.
D«Pil«arr< ix Der Ptlsner-Lreyß/ welcher nechst dem
«reyß. Königsgräher der gröste/ und einer weg-schne-cke an der gestalt zu vergleichen seyn möchte/hat folgende Königl. städte: Hilsna oder pil-sen/Liatow/StrzibrooderMizn/Domnz-licz oder Tust.:/ und Rokyczana. Ande-re städte und schlösser sind: Tachowvobczan/Nepomuck/Przesticz/ Hosiaun/ Radnicz/Skoda / Rensperg/ Sswikow/ Blowicz/Hlanicz/Mßeruby u. a. m. Zu MrZNwird dermaßen gutes weiß-bier gebrauet/ daßes die Nürnberger fast allesamt abholen/ undweil diese landschafft sehr gesunde wcyde hat/so findet man hieselbst die meisten schüfe;dahero die Pilsner scherhwetse insgemein scha-fer genennet werden; inmassen denn auchdiese einwohnee die besten schuf - käse ma-chen.
DeeGaertt- ^ Der Saczer-Rreyß (Ätecenlir seu I.U-
Ättyß. cenil! krovincis) welcher die 6gur einer ausge-breiteten sahne geben kan/ und vor alters vondem Fürstenthum Praga abgesondert war/und seine eigene Hcrhoge hatte. Selbiger hatvier freye Königl. städte/ nemlich Ziacz oderZatec pons/ Launa/ und Cadan. Zu derKönigl. kammer gehöret die volckreiche stadtLhomurow (Lommokovis) von wannen vielgemachte maltze zum brauen in Meisten ver-kaufst werden/ it. alaun/Brzezmcz und przi-seznicz/ allwo ein enger paß gegen Meistenund das Vogtland zu befinden. Die adlichenstädte und örter sind: Bor/ oder Girk.ru/lNaßkiow / LibsicLn / Nepomrßlc/ Ruve-nrcz/ Postoloprt/ Gcssenicz/ Latharinen-berg/SedastMnberg/ Blattta/ Hergens-dorsf RralupN/ Daupow/ u. a. m. Hrzi-sezmcz verdienet wegen derer A. rZ 4 -r zu zeitenK. Carls i v erfundenen silber - bergwerckeeinen sonderbaren rühm/ und wurde ehemahlsder silberreiche Ioachims-rhal auch zu diesemKreyße gerechnet. In dieser landschafft wachstder beste hopffen/welcher hauffig ausserhalblandes geslihret wird; dahero man auch hie-setbstdas kösilichsie bier brauet/ absonder-lich zu?acz/ welches bier Samecz genennetwird / so dann zu Girkau/ Eidlicz und Lho-mutow. Jngleichen ist essehr reich ange-trcpde/ weßwegen die alten zu sagen pflegten:Wenn in dem thale Lanczka (welches sichaus dem Saczer-durch denSlaner-Kreyß bißan die Moldau ziehet) das gerreydewohl
gerierhe/ so könte Böhmen keinen Man-gel leiden.
XI DerRak0nitzer-Arryß/(R,gkovaicell-Htt
6r welcher nechst dem Moldauer
der kleineste und gantz mit bergen und walvernerfüllet ist / auch sich an dem äußerlichen weseriwie ein schlegel eines büttners/ oder poltet ei-nes mahlers ansehen lässet. Die eintzige Kö-nig!. stadt ist Rakoniy/ welche unter allenandern städten zuletzt A.ls88 frey worden/ in-dem sie zuvor zu der Königl. kammer gehörete.
In diesem Kreyße besitzet der König einen gros-sen strich landes/ welcher unter dem Königl.schlösse Rrziwoklad stehet; in dem schlösse selb-sten aber wurde vor alters der gantze Königl.schmuck verwahret/ und dienete es auch denvornehmen Standes-personen zum gefängniß;gestalt man denn wohl ehe Fürsten / Her-tzoge Und Ertz - Hertzoge dahin in verhafftgebracht hat. Ferner ist auch die neue stadtStraßecz der Königlichen kammer unter-würffig. Alle andere örter stehen dem Adelund der Clerisey zu/ als: Senomaty/ Lralo- ^wice/ Lrußow/ Sostta/Pecrsburg nebstdem schlösse Lzisia/ Rrakowecz/ u. a. m.
Der Rakonitzer-oder Rakownitzer-Kreyß strei-tet des guren bieres wegen mit allen andernum den vorzug/ iedoch nur den wmter über:denn da alle andere biere in Böhmen des som-mers wohl zu trincken sind/ so ist dieses fast al-lein unter allen des winters gesund und erwär-met den magen.
Xil Der Slaner-Rreyß/welcher einer heb MA«.-leparten ähnlich fthcn soll/ Und vor diesem die KW.. 'reiche und wohlgebauete stadt Slnna in sichbegriffen hat. Anieho findet man noch eini-ge zu dem schlösse Krziwoklad gehörige kam-mer-güter darinnen / nemlich Äunhoßt nebstetlichen andern. Die stadt Welwar ge-höret unter die botmäßigkeit des Burggraffenzu Praga; die übrigen aber stehen dem Adelzu/als Raudnicz/ Budina/ Rladna/ Mun-cifttg/ Smeczna/Pareck/Mikowicz/ u.a.m.
Zn diesem Kreyß befindet sich der bcrg Zrzit/welcher dem Fürsten Lzech/ als er zuerst inBöhmen kommen/ an statt einer warte geöie-net/ Massen man auff selbigem sehr weit umsich sehen kan. Es ist sonsten diese landschafftsehr fruchtbar an getreyde/und gleichet Van-nenhero einem lustbaren garten.
XII l Der Leitmeritzer- Lrexß wird etUetticotnucopise verglichen/ darinnen folgende zwey 'Königliche städte sind: Leirmeritz an der El-be/ und Ausia oder Außig. Diese land-schafft wird billich des Ronigreichs BöhmenHaradießgenennct/ indem die rhalcrmitge-treydc und garten-früchtcn/die berge aber mitweitt-siöcken / welche herrliche weine trägen/versehen / darunter sonderlich der Podskalskerund Mielnitzer rothe sehr köstlich; zu geschwei-ge» daß ihm alles und jedes aus gantz Böhmendie Elbe herunter zugeführet werden kan. l ln-ter den Adlichen städten sind folgende: Bilina/Töplitz/ Duchezow/ Lippa/ Munkadzow/Swadow / Lrbochowrcz. Bey Lrupn<rgibt es austragliche Zinn - bergwercke; Hroboder Grab aber / wie auch Roztockwar vor-mahls wegen der silber-gruben berühmt/undTöplitz ziehet mit seinen warmen bädccn die
krancken