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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem Königreiche Böhelm.

Böhmischen Grafen und Herren vorgetragenwerden. Den König/ in Böhmischen Königli-chen Habit gekleidet/ sichreren der PragischeWeih-Bischoffund der H ungarische Cantz-lar/worauffder KöniglicheOberhofmeister undandere Herren folgten. ,

Die Crone pflegt dem Könige von demEry-Bischofszu Prag auffgeseht zu werden. DerKönig schlug auch vier Personen zu Rittern/lul) Oikrtvrio Opferte er die zwey brodte unddie 2 läget yreins.Bey m herausgehen zur Land-tafel hat ein Kayserlicher Hof-kammer-bicnergold-und silberne müntzen ausgeworffen.

Bey Königs Ferdinands iv krönung wur-de auch von dem obristen Land - kämmererdas rothe käplein auff einer gülden schalennachgetragen. Und haben alle BöhmischeStände zween finger an die Cron geleget/ derKönig aber ist durch den obristen Burggra-fen procl-mirt worden.

«kkaunL,, Vorzeiten hat man bey der Könige krönun-

E' gen auch ein maß nüße ausgeworffen / welche

der besitzet des dorffs Staditz aus des Przemislnußhürre/an statt der rccoznmon zum ange-dencken des Hertzogs Przemisl/welcher vor dererwehlung zum regiment an diesem orte sein We-sen hatte/ und sich in denen hafelstauden zuerlu-stigen pflegte/zur kränungs-zeit liefern müssen.Darüber Rudolph Lurott undLuorie Ko6o5tegebrüdere vom K.Carln ivA.rzsL» ein beson-der Privilegium mit dem bedinge erlanget ha-ben/ daß sie und ihre nachkommen zu ewigenW-Hütte. Zeiten virgam 'll«m lloridam cor^li oder desPrzemisl nuß-gareen im Wesen erhalten/ unddie darinnen erwachsene nüße dem Könige oderseinen nachkommen alle jähr treulich nach Hofeliefern wollen und sotten. Und soll dieser nuß-wurffbey der krönung K.Ferdinandens m nochseyn in Übung gewesen.

N»,,gs- Die summa des geldes/ welches bey sotha-^ ner kolennitätausgeworffen worden/ hat sichaus tausend gold-gülden erstreckt; wiewol K.Wentzel A. 1297 ein übriges gethan/ und ausdenen fenstern des schlosses weit mehr unter das5°>-,n« krS?°lck sp-rgiren lassen. Diese krönung hatim,. fast ihres gleichen in keiner Historie / und ver-dienet aus dem krsacilco krsgeuli ^lonscko all-hier kürtzlich angemercktzu werden. Er sagt:daß das gafk-hauß vor die fremden zwi-schen dein Peters - berge und Moldau-ufersehr künstlich erbaut/und mit den kostbar-sten güldenen kaperen bekleidet gewesen/die stadt Prag habe fast nicht alle gästeaufnehmen können/alle gaffen und Häuserwären mit köstlichen zeugen und purpurbehänget gewesen; alle tage wäre vor191000 Pferde der Haber vom futter-bodengegeben worden/ ohne was in den quartie-ren hin und wieder gereichet worden/ derwein sey aus den kellern mittels eines un-terirrdischen canals aufdenNeumarckt soreichlich gesprungen/daß/ wer nur gewolt/rag und nacht schöpffen können. Manhabe allein vor 820 marck schweren ge-wichts eyer gebraucht/und wären 240 Ba-ronen und Edelleute allein zu Rittern ge-schlagen worden.

Die krönungs-lolrnmtat verrichtete Chur-fürst Gerhard von Mainy/ und hatte Ery-

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Bischofs Burckharden zu Magdeburgzum äMtsmen. Diese bemühung bezahlteRöntg Johannes Ertz - Bischofs Peternvon Mainy mit einem güldenen mit vielenedelen steinen versetzten seffel. Wann derErtz-Bifchoff von Mainh nicht covkrwixt oder lascKi'MAde war vom Pabste/ pflegten nach derBulla Pabst Alexanders iv die Bifchöffe zuPrag und Olmüh die krön-und salbung zu ver-richten. Als nun A. iz4z die Stiffts-kirche zuPrag durch Pabst Elementen vi zum ivierro.pulit-mar erhoben und von dem Ertz-StMMaintzeximirtworden/ geschahe es/daß Ihrauch das recht die Könige forthin zu aller zeit zukrönen zugeleget wurde/welches K.Carl ivA.

1347 befestiget/ da eben Ertz - Bischoff Henrichvon Maintz in des Pabsts bann war.

Bey einer Rönigin krönung wurden die Krönunginkßniz auch vorgetragen durch Böhnnsche^^önislrk.Grafen und Herren/die Cron allezeit von demobristen Burggrafen/ und wurde die Königinvon denen Bischössen in?onki6calibu5 zum altargeführet/ derKayftr/ ihr Herr und Gemahl/kniete vor dem altar und verlangte/daß seinegegenwärtige Gemahlin solte zur Königin inBöhmen gekrönet werden: Die gefürstereAbbatißin beyS. Georgen wartete dabey auf/sie wurde von dem Cardinal von Harrach ge-salbet/ und von besagter Abbatißin gekrönt/undmit denen Königlichen Regalien begabt/ auchder schweif vom rocke hernach von derselben ge-tragen. Es ist der brauch/ daß bey einer krö-nung der Königin die Gemahlinnen der Ober-Land-Officirer/ als der obristen Burggrasin/Ober-Land-Hofmeisterin / Ober-Land-Kam-merin/Ober-Land-Richterin/ obristen Canhle-rin/und andern folgenden jede ihre besonderetafcl haben/darzujede ihren Herrn zu gaste la-den mag.

Die insuguratioa derer Heryoge inBöh-^^'s»«t!o»men geschahe vorzeiten vermittels eines gülde-UNK"nen öiuclems oder zirckels/ wormit Kayser Frie- rktt.brich i A. C.ns7 Herhog visclizlaum dergestaltbeehrete/ daß er und seine nachkommen sslchenschmuck an eben den tagen/ da der Kayser seineCron zu tragen pflegte/ auch tragen möchte/nemlich auf denen drey Hauptfesten / dann anS.Wentzels'und S.Adelberti feyertagen/unddaß die Bifchöffe zu Prag und Olmüh die ehrehaben sotten/ ihrem König das«liä«lem aufzuse-hen.

Herhog SobLeslav i ließ eine Crone von 82 Trotten aufmarck silber und 12 marck goldes machen/ und^m.über das grab feines vaters H. XVrsrisisi j»die kirche zu Wischerad hängen. Bayser«

Carl iv that es ihm nach/und ließ auf das grab Erone.'R.Wenyels des Heiligen eine kostbare Cro-ne machen. Und Pabst Liemens vi verord-nete A. 1346/ daßdiese Crone nimmer von demgrabe genommen werden/ undwersie dieblichentwenden würde/ in bann verfallen scynsol-te.Sonstahmete höchstbesagter König CarUVdemKönige in Frankreich nach/ denn er war inFranckreich erzogen/ließe eineLrone von liliender Frantzöis gleichförmig machen/undsich undseine Gemahlin klimcsm darmil zu Prag krö-nen/er nahm auch für/eine Rönigl. rapellevor diese geweihete Cron nach dem moöeii derin Franckreich zu erbauen/ darinnen die w6ßma

und