von dem Königreiche Preußen.
465
war aber dieses suchen vergebens. DaraufistA. r6i8 den 8 Augusii mehr hochbesagter Her-«M der tzSg Albrecht Friedrich mit 6, jahren verstor-N-BlM'bE/ und hat mit dieser reichen erbschafft denWW. ' Churfürsten zu Brandenburg besailet/naü)demer mit seinem Herrn vater dem landePreußenüber hundert jähr vorgestanden.
Auch ist jahrcs hernach der Churfürst todesverfahren/ und hat seinen Herrn sohn/Lhur-fürst Georg Wilhelmen zu Branden-burg/ auch zum 8uccellbm im HertzogthumPreussen gehabt. Welches ihme A i6ri/ alt-hergebrachtem gebrauche nach/durch Überge-bungeiner sahnen unter freyem Himmel zu lehngereichet worden. Als die Schweden in ih-rem mit Polen habenden kriege denen Preus-sischen Unterthanen viel überlast thaten/ hater A.KS27 von abwendung dieser lasten unddes landes sicherheit auff einem Land-tage mitden Ständen rath gepflogen/ und endlich durchseine kluge ^ell-arroo die bcede Cronen zu ei-nem zehenjahrigen stillstände clitponiret. Da-her ihme zum unsterblichen nachrühme gedei-het/daß/ da zu derzeit die Martialische wüthfast in gantz Europa gelobet/das land zuPreußen eines gewünschten ruhesiandes gemes-sen können / ausgenommen / daß die Schwe-den/als sie ihren marsch nach dem KöniglichenPreussen gerichtet hatten / unterweges im Her-hogl. den Hafen pillau/wie auch die vestungMemel einnahmen/welche auch nicht eher alsA. i6;s rellicuiret worden.
Als er einsmahls zu Neuenhauß in Preussenwar/und eine nicht allzuangcnehme zeitungaus Königsberg wegen des Königs in Polenerhielt / nahm er voller unmuths einen apfelaus der schösset/und sagte: So wahr als ichdiesen apfel zum fenster hinaus werste/so wahr will ich auch die louversmität überPreussen erhalten.Allein er traffan dem of-fenstehenden fenster den mittelsten rahmen/undder apfel kam nicht hinaus/ welches man da-mals vor ein amen hielte/ ob seye die zeit zu er-iangung der louvrrgimkät noch nicht vorhanden.Er starb A. 1642 den 21 Nov. mit fünssundviertzkg jähren/ und befallete nebenst der Churund andern landen auch mit dem HcrhogthumPreussn seinen eintzigenHerrn sohnChurfürstFriedrich Wilhelmen/ von destenChurfürftl.Durchl. in beschreibung des heil. Röm. Reichskurtze anzeige geschehen. Seiner Churfürst!.Durchl.erste Verrichtung/ nach angetretener rc-gierung/war/daß sie sich in person auffdenPol-nischen Reichs-tag nach Warschau begaben/und den i7Oct. 1641 die lehn über das Hcr-yogthum Preussen mit gewöhnlicher solenni-tät unter freyem Himmel erhielten/darauffsiesich wieder in Preussen gewendet/ und derLand-Stände und Unterthanen gemüther ver-sichert. Als Bönig Carl Gustassm Schwe-den/ gegen Bönig Johann Casimirn in po-len/ grosse armcen versammlet/ und den Genc-ral-wittenberg mit einem starckendetache-ment inGwß.Polen voraus geichicket/und gros-se progrcssen gehabt/ GraM^gnu; <le 1-- 6^r<irsauch in Litthauen weit a vanciret/ und der Kö-nig selbst in Preussen gekommen/ und selbigescongueMret / zogen S. Churfürstl. Durchl.dero trouppen zusammen/ und begaben sichZwexre Haupt-Handlung.
mit einer armee von 8002 mann A. 165s da-hin. Weil nun Bönig Johann Lastmieaus dem Königreich entwichen/ und keine hüls-fe mehr zu hoffen war/ über dieses dafür gehal-ten wurde/daß es bey solchen umstanden wohlerlaubet wäre/ zu rcttung der lande die Schwe-dische parthey an-unehmen/ alliirten sie sich mitden vlÄoneuHn Schweden/ und machten sichdurch dero tapfere cvnMice in gantz EuropaconbäerLbel. Nachdem A. i6s6 das glückden Polensich günstiger erzcigt/und dicLosa-cken und Tartarn sich mit Polen conjunZi-ret/ auch dieMoscowiter in Liefland eine äi-v«l6on gemacht/ recoliiAirte sich der entwi-chene König/ setzte sich mit seiner armee vonPolen und Mitten Cosaken und Tartarn zuIZ0QO0 mann / wie man vorgiebc / bey Pragander Weichsel unweit Warschau/undlieferte denen Schweden und Brandenbur-gern/ die etwa ZoooQ starck gewesen/ eine blu-tige Macht/darinnen dennoch die Polen ausinfelde gejagt/ und deren viele erschlagen wor-den. So groß aber diese viÄorie vor Schwe-den und Brandenburg war/ sowenig Vortheilwar davon zu gewarten: denn der König inSchweden konte Crakau dennoch nicht entse-tzen/ muste der grsslirenden comÄZion halberherab in Preussen gehen/ und kriegte durchdes Königs in Ungarn beytrittzu den Polni-schen waffen/ durch die Nagohische Niederla-ge/ und durch den neu-angehenden Dänischenkrieg das Schwedische kriegs-wesen eine gantzandere 6gur, welches auch Chur-Branden-burg veranlasste von der Schwedischen par-thc-y abzugehen/ und sich mit Polen zu setzen.Hierauff erfolgte ein neuer vertrag zwischenpolen und Brandenburg/welcher zu Velauangefangen-' A. 165-7 aber zu BidgostoderBromborg geendiget wurde/und krafft dessen Müsse»Jhr.Churfl.Durchl die touversinitätüberdas wirbHeryogthum Preussen/ nicht weniger auch Arkog"'über die bißher zur Königl-bottnäßigkeit gehö-rvum.rige ämterundstadte/ Laue,,bürg/BureauundLebe überlassen/und hernachA.l 66z durcheine lolenne vom Könige und der Crvn Polenzu solchem Ende abgeordnete Gesandschafftwürcklich übergeben: dabey auch zugleich ver-abhandelt worden / daß wenn dielinienach GOTTes willen gäntzlich aus.sterben solte/ so dann das land an die Cronpolen zurückfallen/ iedoch denen Fürst-lich - Brandenburg schen Häusern zu Bap-reurh und «Onoldsbach/ als rechtes mann-und fahnen-lehn/ bekennet und gereichet/und ihnen immittclst der Hergoglichetitu! und wapen zu fukren zugelassenwerden solte. Die stadt E lbing aber soltsLhur-Beandenburg so lange m besitz neh-rnen/ biß ihm von der Lron polen 400020Reichs-thaler ausgezahlet worden/wel-chem letztem punct aber Polen nachmahls kei-ne genüge geleistet/ sondern es mitSchwe-den also gekartet/daß dieauszichendeSchwe-dische garnison den platz denPolen übergebenWider die Eron Schweden/ welche durchdiesen vergleich nicht wenig ret wäre/Schweb^haben ihre Churfürst!. Durchl. sich durch diemit dem Bönig in Ungarn und Böhmen/wie auch Danemarck geschlossene (MatchenAnn ver-