von dem Königreiche Preußen. 469
unsers Herrn und Heilandes IEsst Chri-sti/Aincn.
Auf dieses gebet wurde das li.d gesungen/Und musstet: Allein GOT^moer höh seyehrrc. und gierig der Lanlecr-aormitdem letz-ten verße aufdie canher/allwo er eine kurtze pre-digt hielt über die Worte GOTTes > 8. muel. nv.;c>. lVerinich ehret/den wri! ich wiederehren. Nach vollendeter predigt aber wurdeunter die orgel aus dem ri Psalm der r/Z/4/ s/6/7/8 und 14 Vers muiiciret; da denn unterwährender music der c^omecl-^O. von dercantzelin die sacristeygieng undbeyderoselbenendigung sich nebst dem Ingenien vor den al-tar mit dem angesichte gegen beyde KöniglicheMaiestaten stellete: Die andernPrediger aberstunden wiederzu beyden feiten des aktars in ih-rer ordnung. Als die music ganhlich zu endewar / wurde das lieb von der gantzen gemeinegesungen/und vom chsr darunter muiiciret:Romm GOTT Schöpsser / heiligerGeist rc. und nach dessen Vollendung trat derKönig unter trompeten-und paucken-schall vorden altarzur salbung/kniete nieder/nahm seineCrone ab/ und legte sie stimmt dem Zepter aufdas küssen neben sich. Indessen hielt der con-Lcrswr einen güldenen teller in seinen Handen/und der Ober-Kammer-Herr / Reichs- Grafvon Wartenberg/ reichste ihm dasgefäßvonjaspis mit dem salb-öl auf ihtgedachtem teller/welches beydes der conlecrstor nachmahls demärliüsnren zu halten gab. Hierauswurde Sr.Majestät von dem Ober-Kammer-Herrn dieperuque ein wenig zurück geschoben / daß diestirne gantz frey war / der Conlecrsror abernahm das gefäß mit dem salb-öl von dem gül-denen teller/ goß sich etwas darvon aufdie zweyfördersten singer seiner rechten Hand /und salbeteSe. Mas. den König erstlich aufdie stirne/her-nach auf den puls der lincken Hand / und sctzetedas gefäß mit dem salb-öl wieder auf den gül-denen teller. Hiermit hielten die trompetenund paucken mne/ und sprach der conlecssrorMit lauter stimme zu Seiner Königl. Mai. dieseWorte: Ew. Ronigl. Majestät empfangenund nehmen auf diese salbung als ein gött-liches Wahrzeichen/dadurch GOTT ehe-mahls durch seine Priester und ProphetendenenRönigen fernesvolcksbezeugen las-sen/daßer selbst/der höchste GOTT/ sieAU Röntgen gemacher/ eingesetzet und ver-ordnet hat. Und der HErr unserGOTTsalbe hierbep auch selbsten mit dem Heil.Geiste Eure Lönigl. MajestätK>aß sie/ alsein Gesalbter des HEren/ mir munterem/tapsterem und willigem heryen dieß vdlckund Lönigeeich beherrschen und regieren/auch bey guter gesundheit vrelt jähre undZeiten dem willen rhrcs GOTTes dienen/durch unsern HErm IEsum Christum/Amen!
Sofort mulicireteder chor folgende Worte:Amen/amen/gluck ZU dem Röntge ! glückzu drin Röntge! glück zu dein Röntge!GOtt verleihe ihm langes leben! Nach die-sem ließen sich die trompeten und paucken wie-derum hören/ da immirtelst Sr. Mai. dem Kö-nige der Ober- Kammer - Herr das strlb-öl vonder stirne und beyden Händen mit einem dazu
verordneten tüchlein abwischest/ und dasselbenachmahls dem Conkccrsroii «hergab. Balddaraufgab dieser das gefäß mildem salb-öl aufdem güldenen teller dem Ober-Kammer-HerrNzurücke/ und erhuben sich Se. Königl. Mastwiederum auf dero thron. Hingegen bliebder ^»kilec»kor und ^Lüsterne vor dem banck-chen stehen / worauf sich Ihre Majest. die Köni-gin unter dem schall der trompeten und pauckenauch zur salbung darstellete/und vordem altarniederknicte. So dann überreichte derOber -Kainmcr - Herr das gefäß mit dem sälb-vl demnlecr^ron wiederum/ dercsaufdcmgüldenen teller annahm/ und dem^runenreu zuhalten gab- Der doniec^kor aber nahm dasgefäß mit dem salb-öl/ goß sich «was auf diefördersten singer seiner rechten Hand / und fal-bere Ihre Majest. die Königin auf der stirneund aufdem puls der rechten / wie auch der lin-cken Hand/ und schere das gefäß mir dem salb-ölwieder an seinen orr. Ais nun alles stille war/sprach er nachfolgende woue mltlaucer stimme:Ew. Röntgt. Maj. empfanget diese sal-bung/ als crn göttliches Wahrzeichen /daßsie ihre salbung und verordnung zur Rö-ntgt. OiZulrät und Majestät von GOTThaben/welcher sie rhrem Rönige zugesel-let/ daß er an ihr seine freude und Wonnehabe: Und der HErr unser GOTT salbesieauchmehrund mehr mit feinem heili-gen Geiste / daß sie willig und munter s'epGOTT zu ehren und zu dienen in IEsirCHristo unserm HErrn/ Amen! Sofortwurden aus dem chor folgende Worte muM-ret:Amen/amen/glück zu derRomgin! glückzu der Rönigm! glück zu der Rönigin!GO^T verlerbe ihr langes leben. Dar-auf ließen sich die tromperen und paucken wie-derum horen/und wurde Ihrer Königl. Malest,das salb-öl von der stirnen und beyden Händendurch Ihre Hochfürsrl. Durch!, die Hertzogittvon Holstein abgewischet / welche sodann dastüchlein dem über reichete. Hiet-
nechst lieferte der das gefäß mit
dem salb-ol deni Ober-Kammer-Herrn wieder/von welchem er es zuvor empfangen hatte: Ih-re Majest. die Königin aber erhuben sich Untertrompeten mnd paucken--schall wieder auf derbthron/ woraufsich der Lonlecrstorund Hstilkeivte abermahls vor den altar stelteten/und giengenbeyde/ als die trompeten und paucken inne hiel-ten/ in begleirung der andern Prediger vor Se.Maj. den König/ blieben daselbststehen/bückreNsich aufs tieffstc/und beteten/nach art der schrisstzu reden/ dieselben an. Nachmahls sprach derconlecrator: Glück zu dem Röntge kklvk-kk 1 c 0, Rönige rn Preußen! Und es sagederHErr/der GOTT unsers Rönigs/ auchalso ! Lpic dek HErr bißher mit ihm ge-wesen ist/so sey er auch ferner mit ihm/ daßsein Röniglicher stuhl immer grösser undgrösser werde/Amen.' Bald darauf wull- >r-te der chor wieder: ?lmen/ A»nen/ glück zudem Rönige! glück zu dem Röntge! glückzu dem Rönige! GOTT verleihe ihmlanges leben! Als nun alles stille war / tratestdie sämmtlichen Prediger vor Ihre Majest. dieKönigin/und jagte der c<>nl---rLw>- mit lauterstimme: Glück zu der Rönigin SophienNun z Lhnk-