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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem freyen Staate zu Venedig. 485

schen dem festen lande und Morea gelegen / sollbeyden herrschafftengemein seyn/ und soll bey-derseits rein von see-räubern gehalten wer-den.

Vl DieJnsulnim ^rcbipelsßv und in die-sen meeren sollen den Türcken verbleiben/wie sievor ansang dieses letzten krieges gewesen / undsollen die Türcken von den Venezianischen Un-terthanen kein kopff-geld mehr fordern. Softllen auch die Türcken von den Venctianernwegen 2snts, noch wegen derer einwohner eini-ge peulwn nicht mehr fordern.

Vli Die Insulins mit ihrer festung soll/als ein an Morea gelegenes und itzo von derRe-publicVenedig besessenes land/ derselben ver-bleiben.

vm Die in Dalmatien gelegenen festun-gen Lbmn,8ißn,t7iclur und Lsbells, welche dieRepublic itzo im besitz hat/ sollen derselben ver-bleiben/und sollen/um alle künfftige streitigkeitzu verhüten/linien gezogen werden/von derfe-ftung ckmn biß nach Verlies, von dar nach 8>gn,von solcher festung wieder nach der zuousrs,sonsten ksclusri, genannt/ von dieser nach der zuVergei-srund gleicher weise von Vcrgei-sr nachder festung zu ciclut und Lsbella, dergestalt/daß zwischen solchen linien nach dem Venezia-nischen gebiet und der see zu alle länder und ge-genden mit schlossern/festungen/ thürmen undgeschlossenen örtern allein der Republic zustehensollen. Alle aber ausserhalb der linien gelegeneländer und gegenden/ samt allen darinnen be-griffenen schlossern und feftungen/ den Türckenbleiben. So soll auch keinem theile zukom-men/ die gräntzen einiger Massen zu erweiternoder zu schmälern. Und solche linien sollendeutlich und klarlich gezeichnet werden/ nach Ge-legenheit der örter/ entweder durch Hügel/ Wäl-der oder ströme und fließende wafter. Woaber der ort an sich selbst nicht kenntlich genugist/da sollen pfäle und säulen hingesetzet/ odergraben geführet werden. Und damit jede de-rer an die Venetianer überlassenen festungenein gnugsames stück landes haben möge/ soll je-der festung LKmn,Verlies,8ißn, vusrs, Ver^orsr

und ciclur ein stück landes/ einer stunde gehensgroß/durch die Commissaricn abgezeichnet wer-den. Wenn sich auch bey den Commissarieneine schwierigkeit befinden solle/sollen sie selbigean ihre hohe Principalen gelangen lassen/ da-mit solche durch die Mediatoren können erörtertwerden.

ix Das gebiet und ll-peollemien der herr-fchasst von LgAuK soll an das gebiet der Pfortengefüget werden.

X e slleloovo und dilsno sollen den Vene-tkanern/wie alle in solcher gegend gelegene fe-ftungen/ verbleiben. Die Commissarien sollenftomme/friedfertige und geschickte leute seyn.

xi Die Commissarien sollen den ersten tagdesLquinoÄii den rr Martii zusammen kom-men/und fleiß anwenden / daß längstens bin-nen zwey monaten solches werck zur endschafftgebracht werde.

xn Die straften-rauber sollen beyderseitsverfolget und ausgerottet werden.

xm Die itzo vorhandene grantz- festungensoll man befugt seyn / zu verbessern / nicht aberneue anzulegen/noch die bisher llsmol-rten wie«

der aufzubauen; doch flecken und dörsser anzu-bauen soll jedem in seinem gebiete zukommen.

xiv Wasdiereligion / dieloßlassung dersclaven oder auswechselung/ auchcommercienbetrifft/soll solches/wie im letzten tractat befind-lich/hier auch gehalten werden/auch die dißfallsertheilten Türckisch-Kayserlichen privilegia sol-len ihre kräffte wieder erlangen/und der Handelund wandel/wie vor dem kriege/getrieben/ undderVenetianischenNation alle privilegia/so ihrvorhin ertheilet/zu statten kommen.

x v Die seindseligkeiten sollen von dem tagean / da die Kaystrlichen und Polnischen ki-m-pvremisrii dasjenige/was wegen der Republi-que geschloffn/ werden unterschrieben haben/biß die unmittelbare unterschreibung der Re-publique und Pforte erfolgenwird/ aufhören/und zwar in Bosnien/ Albanien und Dalma-tien nach zo tagen; in Candia / Morea undandern selbigen gegendcn aber in 40 tagen/auch soll eine ämneMg aller im kriege begange-nen thaten aufgerichtet werden.

xvi Wie lange solcher friede wahren sollezwischen Venedigund der Pforte / soll ausge-machet werden / wenn solcher tractat von denklenipokenrigriiswird unterschrieben werden.

Letzt-gedachter voxe 8 y!veüro Vsliere giengden 5 Julii A. 1700 mit tode ab/und wurde hier-auf der itzt-regierende Doge ^lm'le ^locenigoden 16 Julii gedachtes jahres erwehlet/ welcherniemahls im ehestandc gelobet/ und dannenherodesto mehr Ursache hat/ die Wohlfahrt und dasaufnehmen der Republic vor den zweck seinesWunsches und Verlangens zu halten.

Die gebiete / provintzien und Herr- .Gstiete/schafften dieser Republique bestehen theils und mE»aus dem fußfesten lande/ oder rer» lerms, iheile des Maats,aus denen Jnsulen und wasserländcrn/ undwerden ihrem gewöhnlichen rang nach folgen-der gestalt lociret.

I Das HertzOgthum Venedig/i!

60 ck Vencki- genannt. Das Haupt dieses und der stavtM-der gantzen Republique lande ist die ffadrVenedig/ eine von den schönsten/ reichstenund gröstenvon Europa/ beynahe 8 WelscheMeilen im bezircke groß/ und auffpfale und tro-ckene Plätze/ welche sich in dem untieffen meerempor gegeben/ erbauet/ hat weder maurennoch wälle/ sondern einen Wassergraben fünffmeilen breit/rund umher / zur aefenlmn : Al-so daß ihre läge und zustand recht admirabel/und auch dißfalls die stadt unvergleichlich ist.

Es schiene vormahls/ als ob die natur am endedes 6 ol?o 6 i Veneris, oberhalb des einflussesdes Po undderEtsche/gegen Westen einen star-cken dämm gegen die gewalt des mceres ge-bauethabe/ welcher sich vorn mittag gegenMitternacht Zs meilen lang erstrecket«: / und 5oder 6 c-o schritte breit war/ das land zu ver-wahren. Nachdem aber das meer diesendämm oder erd -zunge zerrissen / hat es sichden Durchgang an sechs orten eröffnet/ und in-dem es über alles erdreich/was nicht gnug er-haben gewesen/geflossen / hat es diejenige ge-gend formixet / was man anitzo l.sgune nen-net/ wobey es eine grosse anzahl kleinerJnsuln gelassen. Diese sechs Durchgänge/durch welche sich das meer in die b-guneer-geußt/ ftynd die emhigen Häfen odereingänge/

Pppz wo-