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Tafeln der Geschichte : Die Hauptmomente der äussern politischen Verhältnisse und des innern geistigen Entwicklungsgangs der Völker und Staaten alter und neuer Welt in chronologischer und ethnographischer Ordnung
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Von Christi Gehurt bis um 1300 ,

jFortg. Ti. Cultur u. T>. fünfte u. tüifCmfcljaftm im 2Ulg.

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Germanische Völker.

Slavische Völker Ungarn griech. Kaiserth,Orient.

I. PERIODE: ÄLTESTE ZEITEN BIS ZU DEN KIIEUZZÜGENU. DEM AUFKOMMEN DER UNIVERSITÄTEN bis 101)6.

Untergang der alten Litteratur seit Constantinchristlich geworden, und Justinian die Philosophenschulenschliessen und dafür Mönchsschulen einrichten lassenDie Wissens ch af ten sind von nun an ausschliess-lich in den Händen der Geistlichen.

Die lateinische Sprache, als die gottesdienstliche, bleibtStaats - und Büchersprache bis zum XIII. Jahrhundert.

250 Die Ncuplatoniker in Alexandrien.

370 Ulphilas gothische Bibelübersetzung n. gothischc Buchstaben-schrift. Diese goth. Bibel ist d. älteste Denkmal deutscher Sprache.

470 Seit ff. Sturz des abendländischen Kaiserthums durch die ger-manischen Völker entstehen in Europa mit den neuen Staatenneue Sprachen und neue Sitten. Das Christenthum und die Ei-genthümlichkeit der deutschen Nationalität werden die Elementeder neuen Cultur.

520 Seit Renf.dict von Nursia das erste Kloster im Abendlandzu Monte Cassino gestiftet, werden die Mönche die vornehmstenBewahrer der Wissenschaften. Nächst den Schriften der Kir-chenväter wurden die medlciuischcn Schriften der griechischenund arabischen Aerzte gelesen.

Durch das ßücherabschreiben in den Klöstern ist die gesummtealte Litteratur uns erhalten worden.

Mitte des Gtcn Jahrhunderts. Blitthc der neugriechischenBaukunst uuter Justinian : die Sophieukirche.

Ende des Oten Jahrli. Seit Britannien christlich geworden, wirddieses Reich liebst Irland Hauptpflanzschule der gelehrten Bil-dung: aus den Schule« von Canterbury, Cambridge, York gin-gen Beda, Bonifaz, Alcuin, Johann Scotus Eriuena hervor.

010 Der Chalif Omar verbreuut die alexandrinischeBibliothek aber schon vom 7 ten Jahrh. zeichnensich die Araber selbst durch Gelehrsamkeit, vor-züglich Astronomie und Medicin und Dichtkunstaus. Griechische Schriftsteller, wie Aristoteles,werden ins Arabische übersetzt Hohe Schulen zuBagdad, Alexandrien, Kufa.

Blüthe der Künste und Wissenschaften unter denarabischen Chalifen Almansur, Harun-al-RasChiound Almamun seit dein Hten Jahrh., sowie in Spa-nien unter den ummiadischcu Chalife«. Die präch-tigen Bauten zu Bagdad, die grosse Moschee zuCordova etc.

600 Anstalten Carlos d. Grossen für Wissenschaften u. Künste:Anlegung von Dom - und Klosterschuleri gelehrte Gesellschaftau seinem Hofe, in der er König David hiess Berufung desberühmten Alcuin aus England an die Schule von Tours^Samm-lung altdeutscher Gesänge Einführung des römischen Kirchen-gosanges Dome und Ivaiserpallästc.

822 Schule za Fulda durch den Abt Rhabanus Maurus.

803 Cyrill, der Slaveu Apostel, erfindet die sla\ischc Buch-stabenschrift 8. Bibelübersetzung.

900 König Alfred, von England, Gönnerund Freund wissen-schaftlicher Bildung. Er übersetzte selbst mehrere Bücher insSächsische, legte den Grund zur Schule von Oxford und starbbei einer l/ebersetzung der Psalmen.

lOtes Jahrh. Fortdauernd hohe Blüthe der Wissen-schaften und Künste bei den Arabern in Spanien:die Residenz Cordova Hauptsitz der Cultur durchihre Universität und Bibliothek von 000,000 Werken,die durch ganz Europa berühmt ward, Schulen zuSevilla, Toledo der Ballast und die Gärten Az-zahra in der Nähe der Hauptstadt durch Ahdokrab-man 111. etc.

lltcfl Jahrh. Blüthe der persischen Dichtkunst amHofe des türkischen Sultans Mahmud zu Ghazna(unter ihm Ferdüsi) und des Seldschucken MalekSh ah Ilsen e l aJjEDDi n zu Ispahan.

1104 Stiftung des Hauses der Weisheit zu Cairo durchden fatimitischen Sultan al Hakem.

II. PER. VON DEN KREUZZÜGEN UND DEM AUFKOMMENDER UNIVERSITÄTEN BIS ZUR ERFINDUNG DER HUCH-DRUCKEIIKUNST UND DER WIEDERERWECKUNG DERALTEN LITTERATUR IM ZEITALTER DER MEDICEER,10'iti Mitte des Uten Jahrh.

Ent stehung rl,er Universitäten zuerst in Italien: dieGeistlichen hören auf , die einzigen Gele hr tenzu neyn Ausbildung der scholastischen Richtung ff. Phi-losophie und der magisch-astrologischen in den Natur-wissenschaften. Neben beiden blüht die Mystik.Einige Bekanntschaft mit den Schriften der Alten'zum Theilim Original durch das Abschreiben der Mönche in den Klö-stern , zum Theil in UeberSetzungen durch die spanischenAraber Entstehung einer neuen eigenthumlichcn Volks-poesie seit den Kreuzziigen durch die Berührung mit Grie-chenland und dem Orient. Ausbildung einer eigcnthtlm-lichc.n Baukunst , der deutschen , oder sogenannten gothi-schen Baukunst . Anfang der Blüthe der Kunst ein Italien, einer neuitalienischen Originallitteratur, derneuitalienischan Malerei , Baukunst und Bildhauerkunst .Ausbildung der Landessprachen und allmähligeVerdrängung des Lateinischen

Um 1100. Salerno erste christl. Universität für Medicin Bo-logna für's röm. Recht: 1158 Privilegium der akadem. Freiheitendurch Friedrich Barbarossa; Bologna hatte um d. J. J200 schon10,01)0 Studenten Irnerius lehrte hier zu Anfang d. XU. Jahrh.d. röm. liecht die Glossatoren seine Nachfolger.

Seit d. Kreuzziigen erneuerte Verbindung mit d. Orient Einflussder arab. Cultur in Spanien u. Sicilien auf Frankreich u Italien.

1140 Ende d. XIV. Jahrh. Blüthe d. provenqalischen Dichtkunstd. Troubadours in Frankreich: Ausbildung d. Provenqalsprache.

1180 (privilcgirt 1289) Universität Montpellier in Frankreich , be-sonders für Medicin.

1160 1250 Höchster Flor d. schwäbischen Ritterpoesie u. der Min-nesänger unter d. Hohenstaufen: das Zeitalter d. grossen deut-schen Dichter Wolfram v. Eschilujch , Gottfr. v. Strasburg,Waltulr v. d, VoQEL fTEiDE Ausbildung der schiväb, Sprache.

1200 Blüthe d. deutschen Baukunst vom 13. bis Anfang d. IG. Jahrh.:die grossen Münster in Deutschland, Frankreich , Spanien, Ita-lien, England und dem Norden sind in dieser Periode gebaut.

1206 Ordentliche Organisation d. Universität Paris, des Hauptsitzesd. scholastischen Theologie: sie steht mm gethciit. in 1 Nationen:die französische, piccardcr, normannische u. englische, nachherdeutsche, unter einem gemeinschaftlich gewählten Rector. Dervornehmste Lehrer der schon im 12. .Tnhrii.blühenden theologischenSchule zu Paris war der scholast. Philosoph Peter Lovbabdus,der Schüler des berühmten Auflard gewesen 1259 erfolgte dieTrennung der 4 noch heut, zu Tage bei den Univcrs. bestehendenFacultäteu, Die Universitäten standen unter d. Aufsicht d. Pabstcs.

Um dieselbe Zeit entstanden auch die ersten englischen Universi-täten zu Oxford (1200) und Cambridge (1229).

1222 Universität Padua.

1224 Universität Neapel durch Kaiser Friedrich II.: er Hess aucheine Bibliothek ansammcln und den Aristoteles Übersetzern

1229 Universität Toulouse.

1250 Spanische Universität Salamanca durch Ferdinand d. Heili-gen, erweitert durch seinen Sohn Alfons den YVeisen.

1260 König Alfons d. Weise v. Castilien befiehlt, dass die öffent-lichen Verhandlungen In d. Landessprache gehalten werden sollen.

Um diese Zeit lebte der Engländer Roger Bacon zu Oxford, u, derDeutsche Albertus Magnus zu Cöln, beide Philosophen u, Phy-siker: sie werden für d. grössten Gelehrten d.Mittelalters gehalten.

1270 Tod des Niccolo Pisano, Vaters der ncuitalieniscJien Bild-hauerkunst. Um dieselbe Zeit Blüthe Cimabve's, Vaters derneuitalieuischen Malerei u. Arnqlfo di Lapo's, des Schöpfersder lieuitalicnischen Architektur.

1279 Universität Lisboa, 1308 nach Coimbra verlegt.

1291 Tod d. grossen persischen Dichters Sadi ausHcrat.

Germanische Völker.

Slavische Völker Ungarn griech. Kaiserth.Orient.

I. PERIODE: ÄLTESTE NATIONALPOESIE.

Die ältete Poesie der deutschen , gallischen , englischen, schotti-schen und nordischen Barden, über Ankunft des Volk9, von seinemUrsprung, die Thaten der Krieger uud Schlachtengesänge.

Um 300. Der schottische Barde Ossi an : in der Mitte des lßten Jahrh.wurden seine Gedichte durch Macrherson bekannt gemacht. Ossianist der Lieblingsdichter Napoleon 1 « gewesen.

550 Die MoallaJcath , die berühmten 7 Gedichte 7 arabischerDichter, die in YVettgesäugen den Preis erhalten hatten u.die mit goldncn Buchstaben geschrieben in der Kaaba zuMecca aufgehängt Maren (übersetzt von Hartmann).

Der erhabene Coran : die Sprüche d. Muhamed ihn sehenalle Muhaincdaucr als das bei weitem Vollkommenste, wasdie persische und arabische Sprache und Dichtkunst aufzu-weisen hat, au.

Blüthe der arabischen Dichtkunst unter den dbbassidischenChalif en zu Bagdad: die Mährchen der tausend und einenNacht Asmai , am Hofe Harun- al - Raschid*» , Verfas-ser des berühmten Romans Antar, einer Schilderung desarabischen Lebens vor Muhameds Zeit.

800 Carl der Grosse veraustaltct eine Sammlung altdeutscher Gesänge,die sich aber nicht bis zu uns erhalten hat.

Um 860. Ottfried's im Elsas9 Evangelienwcrk in deutschen Reimen.Um 880. Deutscher Siegesgesang auf Ludwig Ui. von Frankreich.

Montan abbi + 965 aus Kufa, Verfasser eines berühmtenarabischen Divans.

lltes Jahrh. Blüthe d. persichen Dichtkunst unter dein Seld-8chukeu Malkk Seimi Dschelaledimn zu Ispahan uud demtürkischen Sultan Mahmud von Ghazna.

1020 Ferdüsi, der persische Homer, stirbt. Er war ausThusin Chorassan gebürtig und lebte unter Sultan Mahmud zuG hazna. Sein Schahnatneh , das berühmteste Heldengedicht,das Persien hat, das die Thaten der alten Könige enthält, u.aus dem noch jetzt bei den grossen Gastmlihleni der Per-ser Stellen abgesungen werden, umfasst 60,000 Doppelvcrse.Als der Sultan stattdes versprochnen Goldstücks für jedenVers nur ein Silbersturk schenkte, entfernte sich F. aus Ver-druss vom Hofe. Später Hess der Sultan 12 Kamee!« nachTJius mit reichen Geschenkeu abgehen. Als diese im Stadt-tliore anlangten, kam ihnen Fkrdusis Leiche entgegen.(Deutscher Auszug von Görkes im Ileldeulmeh des Irandarin unter audera die grandiosen Abentheuer des FeldzugsAlexander« durch ganz Asien.)

1080 Das Buck des Kabüs vom Köuig der persischen Dilc-Jiiitcu Kjekjawus (deutsch übersetzt von v. Dikz.)

IT. PERIODE: DIE ROMANTISCHE POESIE DES MITTELALTERSBIS ZUM ZEITALTER LUDWIGS XIV. 1096 1650.

Frankreich,u. namentlich Südfrankreich, die Provence, war die Wiege,der roman tischen Jtitterpoesie. Die Troubadours an dom weit gefeier-ten Hofe der Grafen v. Provence (man zählt ihrer au 363) saugen ihreheitern Sonette u. Canzouen unter Harfcnbeglcitnng in d. proven^a-lUelieii Sprach« bis zu Ende des 14tcn Jahrh., wo, seit die Provencean die 2te Linie Anjou kam, die nordfranzös Sprache, die Langue d'oui,herrschend wurde. Der lste in der Reihe dieser provem;aI, Trouba-dours ist der Dichter u. Held Wilhelm, Graf von Poitou (+ 1122)der Ks. Fiiiedr. Barbarossa, Kg RtCHAivn Lowenkluz v. England mitseinem berühmten Freund, dom Minstrel BlqNdel, d. normannischeKg Roger v. Sicilien, d. Kge Alfons II. u. Peter II. v. Aragoiuen, unterderen Herrschaft die Provence stand, und viele andere französische,spanischen, italienische Fürsten u. edle Herren huldigten d. proven-palischen Dichtkunst. (DiezP oesie d. Troubadours).

Von A. Provence aus verbreitete sich d. Gesang der Troubadours nach derLombardei u. nach dem östl, Spanie.n . Catalonien u. Aragoni.cn : Hierbildeten die catalouischenTrovadores die catalouische oder limosinischeSprache bis zu Ende d. 15. Jahrli., zu welcher Zeit die lengua castelJanavorherrschend w ard. In Castilien entstand frühzeitig die Romanze,besonders blühte sie seit d. löten Jahrh. Ausgezeichnet vor allen ist dievom Um (*1130).

Seit 1140 schon unter d. normannischen Kg Roger, vornehmlich aber un-Ks. Friedrich II. blühte in Neapel u. Sicilien die Italien. Bitterpoesie,ln Nordfrankreich sangen die Trouveres u. in England die Ilarpers u.Minstrels ihre Balladen in d. nordfranzös., v. den Normänuer« gebilde-ten Sprache. Die berühmten Lieder Kg Tiiibaut's v. Navarra (+ 12 3).D. Leben Alex and. d. Gr. durch d. Noinianu Alexander in Versen, nachihm Alexandriner genannt.. Hauptsächlich ward d. Roman auggebildct:1150 die Histoire des Ilretons v Meister YYistauk u. d. Brut d' Angleterrev. Rob. Wage aus Cäen um 1240 der Roman v . der Rose durch Wilhelmv. Ijouris in 22,000 Reimen, beendigt v. Jean dkMehln, u. seit 1250 dieContes u. Fabliaux, letztere zumeist aus den Arabern geschöpft.

In Dciitschfnnd fallt die Blüthe d. Ritterpoesic in die Zeit der Hohenstau-fen 11601250, unter denen besonders der schwäbische Dialect durch dieMinnesänger ausgcbildet wurde.

Die grossartige epische Poesie des deutschen Mittelalters umfasst einedoppelte Gattung von Gedichten:

I. eine heilige Gattung : dazu gehört die Harmonie ner Evangelien vonOttfried der Lobgesang auf den heiligen Hanno (Erzbischoff vonCöln uiii 1050) eins der schönsten Stücke aber ist Bartaam u. Josa-phat (die Geschichte «J. Bekehrung eines indischen Prinzen durch Bui-laam den Eremiten) vor Rudolf» y. Anse (n. 1250, herausgeg. v. Köpfe).

II. eine profane Gattung, Diese bewegt sich in 4 verschiedenen Sagen-kreisen:

1. der noch heidnische der grossen vaterländischen Erinnerungen seitder f ölkerwanderung , dessen Haupthelden der Huimenkönig Attila(Etzel) u.d. Ostgothenkg Theuderich (Dietrich v. Bern, d.i. Ve-rona) sind. Hieher gehören das Nibelungenlied (angeblich um 1200),ii. das Heldenbuch (angeblich um 1225), zumeist dem Dichter Heinrichv. Ofterdingen zugeschrieben (beide herausgeg. von v. d. IIagen).

2. der christliche Sagenkreis der Thaten Carl's d. Grossen, Roland' su. der andern Paladine gegen die Araber in .Spanien und der Kreuz-zage. Aclteste Quelle dieses Uyclus ist die fabelhafte, dein Erzbi-sehoff Turpin zu Tours , Zeitgenossen Carls d. Grossen, zugeschrie-beuo lateinische Chrouik.

3. der Sagenkreis d. engl. Königs Artus,, der Ritter der Tafelrunden,des Zauberers Merlin, der die Verherrlichung d. \yeltl. Hitlertlnunsenthält. Aclteste Quelle dieses Cyclus ist die lätcin. Chronik Gott-fried's v. Monmouth. llieher gehören der livain u. Wigolais vonHartmann v. d. Aue d. Lanzelot vom See (der letzte der Ritterd. Tafelrunde) u. insbesondere Tristan u. Isolde von Gottfried v.Strasburg (Anfang des Uten Jahrli. Ausgabe von v. d, IIagen).

4. der Sagenkreis d. heiligen Graal'-x (Sang royal, Blut des Heilands),der die Verherrlichung eines geistl. Ritterthums enthält. Hieher ge-hören 3 d. grandiosesten Gedichte d Mittelait., siimintlich d. MeisterWolfram v. Eschilbach (Anfang des 13ten jahrh.) ungehörig; d.Titurel,d.Parcivalu. d. Lohengrin (Lohcngriii herausgeg. v.Göures).

Ausser den genannten Meistern Gottfried y. Strasburg, Wolfram v.Eschilbach , Heinr. v. Ofterdingen, Hartmann v.d.Ave sind nochdie Minnesänger Heinrich v. I eldkck , der lste in der Reihe, um 1180,Ulrich v. Liciitf.nstein , Conrad v. Wibzburg, vornehmlich aberWalther v. d. 1 ogelh'eide auszuzeichneu: ihre Gesammtzahl steigtin der 1313 von d. Ritter Rüdiger v. Man esse zu Zürich veranstaltetenSammlung auf HO. Merkwürdig ist der Sängerkrieg auf d Wartburg,1207 unt. Landgraf Hermann v. Thüringen, wo Heinrich v. Ofterdingengegen Klingsohr aus Ungarland aul'tritt: diess VVettgcdicht steht iu d.manessischen Sammlung.

Sehr bedeutend endlich ist noch die scandinavische Poesie , vorzüglich inIsland , das 4 Jahrh. hindurch bis 1261 die Zufiuchtsiusel der Normannenblieb, in verscliicdiicu Sagenkreisen v. d Skalden ausgebildet: die Eddau. d. Saga 1 s. Frodf. +1130, Samuil. d. älteren, Snokru STUiiLESON + 12-tl,Sammler d. jungem Edda (Müller« Sagabibliothek). I). letzte SkaldeSturleTobdson lebte am Hole des schwedischen Jarls Birger um 1265.

1152 Enivrri (f 1200), lyrischer Dichter aus Chorassan; erlebte am Hofe der seldschukischcn Sultane.

1160 Nisamx. Er hintcrliess 5 grosse Gedichte, darunter dasberühmte Epos über Alexander d. Gr., d. Iskamlernameh.1262 Dschelaleddin Uv hi stirbt. Kr war aus BaJkh in Cho-rassiin gebürtig«, lebte zu Iconium in Klciitasien, einer d.ausgezeichnetsten myst. Dichter d. Orientalen. Er + als Soli.1291 Sadi stirbt 116 J. alt. Kr war zu Schiras in Persien 1175geboren, d. berühmteste lyrische Dichter <1. Perser, ln seinem30. J. ging er auf Ilciscn, auf dcucn er 30 J. zubvachte, erstim 90 j. fing er an zu schreibeil u. f alsSchcikh. I). goldncnSprüche s. Divan, Gulistan u, Bnstan (Rosen- u. Baumgarten).

Germanische Völker.

Griechisches Kaiserthum.Orient.

Die Schriften d. Neuen Testam.die Apocalypsei d. Schluss-buch d. ganzen heil. Schrift . Die grössten Philosophen derchristl. Jahrh. bis auf d. neuesten Zeiten herunter haben be-zeugt, dass die göttf. Offenbarungen d. A. u. N, Test, dietiefste u. reinste Quelle derErkeiiutniss u. der einzige festeGrund aller Weisheit seyen in ihnen ruht die Fülle derWahrheit.

I. PER.: DIE ORIENTALISCHE PHILOSOPHIE DERNEUPLATON1KER DIE JÜDISCHE KABBALA UNDDIE GNOSTISCHEN SYSTEME.

Apollonius v. Tyana in Cappadocicn, d.VVindererwecker d.pythag. Philosophie, die die JNeuplatoniker mit d. Platouismusverbandener fz. Ende d. 1.Jahrli. im Rufe eines Zauberers.110 Die Kabbala d. Juden durch d. Raböinen Akirba(f 120), der d. Buch Jezirah, u. durch seinen SchillerSimeon ben Jochai ,d* d. Ruch Sepher Sohar schrieb.Die Juden leiten diese Kabbala, ,, d. miindl Ucberlic-ferung, v. Adam selbst her: in ihr ist ihre mystischeTheologie, d. uralte Emanationslehre enthalten. IhreHauptausleger sind d. Rabbinen Lorja n. Irira (portacoelotum) getvesen. Im Mittelalter ward sie zuerst d.Haimundus Lullus bekannt, daun d. berühmten Gra-fen Pico v. Mirandola, Reuchlin, Fr. M. v Helmont,H. Moore, Wächter u. Knorr. (Kabbala deuudata.Sulzbach 1677.)

Um 150. Die Gnostiker in Syrien it. Egypten: diese christl.Sektirer, d. eine höhere Kenntrnes ( yvcaCiq) v. d. Schöpfung,dem Ursprung d. Bösen in d. Welt etc. suchten, vereinigtendie griech., besonders pythag. Philosophie, mit den oriental.Bel. Systemen u. d. Christenthume. Nach ihnen ist Gott dieFülle ues Lichts, d. Urquell alles Guten, die Materie Urquellalles Bösen: diess sind die beiden ewigen, neben einanderbestehenden Principicn. Aus Gott sind, durch Emanationen,gottähnliche Geister, Aeonen, hervorgegangeii u die Welt u.d. Menschengeschlecht sind vou einem (dem Demiurg) odermehreren solchen Aeonen aus d. Materie geschaffen: daherkommt d. Böse, die Seele ist v. Gott. Der erhabenste, Aeonist Christus: er kam zur Erlösung der Menschen. Die be-rühmtesten Gnostiker sind d. Syrier Saturninus, die Alexan-driner HasiIjIdk«, der7, u. Valkntiws, d 30 Aeonen annahm,u. Maucion v.Synopc, das Haupt der Marrioniteu , die urtterBisciiüffen stehend, bis zum 5. Jahrh. sich erhielten. Diese,tiefsinnigen Gnostiker waren die Mystiker des 3 ten u. 4 tenJahrh. Eine Abart von ihnen waren die Manichäer.

Um 250. Vieneuplat. Philosophie , d. in Alexandrien entstand,u. v. hier nach Bom u. Athen überging. Grundvharacter die-ser Philosophie ist hohe , dichter. Begeisterung, Verschmel-zung d. griech. u. oriental. Philosophie, d. Platonismus mit d.Pytha^oräisnins, ein gnost. Element mitd . Schwange christl.Andacht. Sie gingen v. d. Satze aus, dass nur die unmittelb.Anschauung, &ECOQLCt, Quelle d. Erkenutniss sey: d. Ver-nunft vermittelt nur niechaii. d. Erlangung d. höheren Lichtes.Das Haupt der Neuplatouiker ist:

Plotin aus Lycopolis in Egypten 205270: er lehrte zu Romseit 244. 54 seiner Abhandlungen sind erhalten.

Porphyr, Schüler des Plotin, Mathematiker uud Philosoph,lehrte zu Rom, f 305.

Jährlich , sein Schüler, f 333.

PAOA*LEtt,uusConstantinope!, 412495, Lehrer zu Athen, standiu solchem Anselm, dass man ihm fast göttl. Ehre erwies.Dionysius Arfopacita. Die Schriften dieses Griechen, derderselbe seyn soll, d. nach d. A post. Gesch. Paulus bekenne,wurden seit d.4. Jabrh. bekannt; er ist d. Begründer d. mystTheologie. Joh. Scotus Kuigkna u. der berühmte Marsh.ulsFicinus haben diese Schriften, die im ganzen Mittelalter hochu. wcrlli gehalten w urden, ins Lateinische übersetzt (de di-vinis nominibus de inystica theologia).

Augustinus , der Kirchenvater, Bischoff ztilüppo in Africa,+ 430, der f ater d. mittelalterl. Logik u. Dialektik. SeineAnweisung über d. 7 freien Künste ward gangbares Lehrbuch.Boütiiius +524, Verf. d. berühmten Buchs: consolatio philosophica.Cansiodor + um 575, d. Stifterd geistl. Gelehrsamkeit unter d. ital.Möucheu. Sein Buch de VII disciplinis wardHauptlehrbuch d Phi-losophie. Beide Mannet lebten unt. Theo der ich, d. Ostgothenkg.Beda d. englische Geschichtschreiber, + 735 : seine philosophischenLehrbücher de rcrum natura und scntcnliae.

Alcuin aus York + 904, der Freund Carls d. Gr.

Rhabanus Maurus + 856, Abt u. Stifter d. Schule zu Fulda, dannErzbischoff zu Mainz«

Joh. Scotus ErigeNA auslrlaml,Lehrer zu Oxford, dann am HofeCarls d. Kahlen, + 877, einer der ersten Selbstdenker des Mittel-alters: er idenlUicirto die Philosophie mit der Religion. SeineSchriften; de divisione naturac eie praedestiuatione.

Alfarari + 954: er revidirte die Übersetzung d ari-stotcl. Bncher. Auch bei den Arabern , wie im christl.Abendld, war Aristoteles Hauptlehrer u. 7 orbild.Avicenna\MSVo, d. berühmte arab. Arzt: er lunterliesssystematische Lehrbücher der Logik u. Metaphysik.Berengar v. Tours + 1089, beriihiqtals Gegn. d.Transsubstantialion.Lanfrancv. Pavia\ 1089. E. B. v. Canterb., d. X. Dialektiker s. Zeit.Anselm, sein Schüler, +1109, auch Erzbischoff von Canterbury,der lstc Metaphysiker seiner Zeit.

Durch diese 3 Männer ward die Klosterphilosophie begründet, dieAugustinische Logik verdrängt u. die Aristotelische Dialektik u.Metaphysik zur Herrschaft gebracht.

11.PER.: SCHOLASTIK UND MYSTIK DES MITTELALTERS.Die scholast. aristotel. Philosophie ward vorzüglich in Frankr.ausgebtldet: Paris » ard ihr Hauptsitz. Sie heisst v. d. scholis,d. durch Carl d. Gr. gestifteten Schulen für d. Bildung d. Cir-rus: dieser Clerus verband die Dialektik mit der Theologie u.suchte d. posit.Kirchenlehre mit 7 erstandengründen *u stützen.Es entstanden 2 H a up t schulen d. Scholastiker: dieder Realist en u. Nom in ali st en : jenen, deren HauptWilhelm v.Champeaux (+1121) war, galten die al/g. Begriffeals Sachen ( res , daher Realisten) diesen , an deren Spitze Jon.Rosckllin, Domherr zu Compiegne, stand, nur als Wofte(nomina, daher Nominalisten).

Diesen beiden Partheien der Scholastiker standen die Mysti-ker entgegen.

Peter Ab.elard aus Palet bei Nantes, Lehrer zu Paris^ der be-rühmte Freund Heloiskns, 1d791141.- *'

Petrus Tjombardus aus Novara, Ab.kl. Schüler, +1164. S. berühm-ten sententiae (daher der Beiname: rnagislcr sententiarum) eiuPhilosoph. System d. Theologie, das 3 Jahrh. gültig geblieben ist.Bernhard v. Clairvaux , ihr Zeitgenoss u. Gegner, der berühmteCistcrcienser, der zumKrruzzugrntfiammte,+1153 Er gehört zu d.Mystikern u. forderte Glauben u. Hingebung an d. positive Kirchen-lehre. S. Buch de eonsiderat. Mit ihnizugleich lebten d. Yly stiker:Hugo, Abt i«i Kloster St. Victor zu Paris, Bernhards Freund, +1141. Sein Buch: de ineditatione.

Richard, Prior im Kloster St. Victor zu Paris, + 1171. SeinBuch: de eonteinplationc.

Johann v. Salisbury +1180, ein geh. Engländer, Bischoff zu Char-tres in Frankreich, Hauptvertheidiger d. humanistischen Studien.

Algazel aus Thus in Chorassan +1124, berühmt we-gen seiner Bekämpfung aller philosoph. Systeme.Maihon(D>:s, ,,d. grosse Meister d, Juden, geh. zuCordova, Philos. u. Arzt b. Sultan Saladin, +1205 zuCairo. S. B.: Moreh Nevochim, d. Führer (l. Irrenden.Averrqes (EbnHoshd) lebte zuCordova alsCadi, +um1225. Widerleger d. Algazel: er übersetzte d. Aristote-les zun\2tcn Male, die Scholastiker sahen diese Ueber-setzung als die beste an. Seine Naturphilosophieblieb das ganze Mittelalter hindurch herrschend.Alexander v. Haies + 1245 zu Paris, der erste unter den Aus-legern der Sentenzen des Peter Loaihahdus.

Albertus Magnus + 1280, ein geb. Deutscher aus d. Geschlecht v.Döllstädt aus Lauiugen iu Schwaben, Dominicaner u. Realist, einerder bedeutendsten Männer seiner Zeit, der Haupterläuterer derAristotelischen Schriften. Mit ihm triumphirte der Realismus u.erhielt Aristot, feststehendes oberstriehterl. Ansehen. Fr schriebauch ein berühmtes mystisches Werk: de adhaerendo Deo.Thomas v.Aqnino, Calabrese, Schüler d. Albertus Magnus, Do-minicaner zu Pavis u. Nominalisf, doclor angclicus genannt. Haupt-werk : 8. System d. Theologie, summa thcologiac. Er ist d. Begrün-der der Moral und Stifter einer Hauptsecte , der Thomisten.7'incentius v. Bcauvais, Subprior daselbst unter Li dw ig d. Heil,lebend um 1250, der lstc Encyklopädist der neueren Zeiten. DasWerk dieses christlichen Plinius besteht aus 4 Theilcu: Specu-linn naturale, doctrinale (die Philosophie), historiale u. morale.Raimundüs Lullus aus Majorka +21315, der berühmte Meister d.Kabbala , das Haupt der neueren Theosophen. Seine grosse Kunst,eine dialektische Topik, die Fertigkeit über Alles aus dem Steg-reif zu dispulireu, x

Hoger Bacon . der Doctor mirabilis zu Oxford, + 1292, vielleichtder grösste Gelehrte des Mittelalters: er kannte die griechische,hebräische und arabische Sprache.

Bonaven'pura , ein Italiener, Franziscancr, Scholastiker nndMystiker zugleich der Doctor seraphicus genaunt, zu Paris.Von ilun sagt Luther: er sey fast der heiligste unter den Mön-chen gewesen. »Sein Buch: de mystica theologia. |

German. Völker.Griech. Kaiserth.Orient.

Die Ncuplatoniker in Alexandrien.Durch sie ward die magische Rich-tung. die durch d. ganze MittelalterKindurchgeht, vorzüglich ausgebildet.

Democrit in Alexandrien im 5. Jahr-hundert, Physiker und MystikerUrsprung der Alchemie.

1. PERIODE: DIE ARABER.Blüthe d. asironom.u. medi-cin. St u dien im Chalifat u. inSpanien seit d. 8 Jahrh. Haupt-führer : die Griechen Euklid inMathemat. ,Ptoli:m a:i ; s in Astro-nomie und Galen in Medicin .Verdienste d. Araber um d. Che-mie, d. Erdkunde (Einlheilung d.Erdein 7 Kiimate) die arabi-schen Zahlzeichen u. s. w.

765 Dscheber, Chemiker, +. Durchd. Studium d. Chemie ward haupt-sächlich d. Arzneimittellehre ver-vollkommnet.

812 Uebersetzung d.Ptolemäischen7Veltsyste.ms in's Arab.: d. Al/na-gest durch Alhazen ii. Sergius,850 Alfeiwani : Gruudlehreu derAstronomie aus dem Ahnagcster lebte unter dein weisen Cha-lifen Almamunl

Dscheber, Mathemat. zu Sevilla:er war es, d. Europa mitd» Bueh-stabenrechniing des Diophintus(mn 350 n. Uhr. in Alexandrien),die nach ihm Algebra heisst, be-kannt machte.

Albatani + 929, der arabischePtolk.u.eus.

Bhazes\ 940, d. erste d. 3grossenarabischen Aerzte, ein Perser v.Geburt, zu Bagdad u, Cordova.1003 Gerbebt +, erst Lehrer, dann JE. B. zuRheims, zuletzt P. Sylvester II. Kr w arin den arab. Schulen Spanieus gebildet u.verpflanzte diese Bild, mich Frkr. u. Ital.Aficenna +1036, SeheihhBeyoHjd.Fürst d. Aerzte zugenanut, d 2feu. berühmteste d. '.i grossen arab.Aerzte zu Hanindau u. Bagdad.S. grossesIV erk, d. Canon, Hand-buch d. Aerzte, galt bis ins ltlcJahrh. als untrugl. Richtschnur.II. PER.: DIE MVGLSCH-ALCHEMI-STISCHE, ASTROLOGISCHE ZEITDES MITTELALTERS.

Der Geist dieser Zeit, die ihre Hauptrlcli-tung schon durch die Ncuplatoniker er-hielt u. die bis auf Cofehnicus u. Bjpoherabreicht , ging auf Spcculation, nichtauf Beobachtung u. Erfahrung: d. Glaubean eine beseelte dämonische Katurgriffzu d. entferntesten übersinnlichen Ursa-chen d. Naturerscheinungen, man wolltedie Natur beherrschen, ehe man sie kann-te daher die Astrologie, Magie, Al-chemie und Dämonologie.

1100 Universität zu Salerno, hauptsäch-lich für Medicin: es ward hier nach grie-chischen u. arabischen Acrzten gelehrt.Italien Salerno u. Neapel, daun Bo-logna u. Padua blieb das ganze Mittel-alter hindurch llauptsitz d. ihetliciu. Thä-tigkcilnächstdein Frankreich durch d.Universitäten zu Montpellier u. Paris.

Abul Pas im + 1122 in Cordova,Meister der Chirurgie.

Averrqes aus Cordova +1225, der3ted. 3 grossen arabische» Aerzte.1224 Friede. II. lässt d. Almagest in's Lat.übersetzen. S. Schrift üb. d. Jagdkuust.Joh. de Sacro Bosco ausHo!} wood + 1256,Lehrer zu Paris: Sein astronomischesConipendiiim: de sphära muiidi, behieltseiu Ansehen bis ins löte Jahrh.Albertus Magnus + 1280, der berühmteDominicaner a. »Schwaben nächstliocERBacon d. grösste christl Physiker u. Me-chaniker d. Mittelalt., lehrte zu Paris u.Cölnauch um die Naturgosch, verdient.Raimund Lullus aus Majorka + ? M15,das Haupt d. neuern Alchemisten, d. be-rühmteste Adept d Mittelalters , Entde-cker eines Lebeuselixirs, Er soll dem KgEduard v. Engld d. Roscnobel zu einemKreuzzug gegen d. Ungläubigen gemachthaben, d. dieser z. Krieggeg.Frankr. ver-wandte. (s.Sohmikder Gesell. d.Alehem.)Roger Bacon zu Oxfnrd +1293, hauptsäch-lich durch d. Schriften d. Araber gebildet.Seine grossen physikalischen u mecha-nischen Entdeckungen: das Pulver, dieFerngläser etc. Hauptwerk: Opusmajus.1252 Die Alfonsinisc.hen Tafeln, durch d.Astronom Kg Alfons V. von Castilien,mit Hülfe von Arabern gefertigt.

1269 Nasireddin ausThus, per-sischer Mathematiker. S, astro-nomischen Tafeln vou d. Stern-warte zu Maraga. Er ist d. besteXfebcrsetzer des Euklid.

1271 Collegium der JVundarzneikunst zuParis durch Jean Vit ard in das 1295Lanfranchi aus Mailand aufgenoinmenwurde: durch ihn wurde die chirurgi-sche Akademie zu Paris die lste in derWelt.

German. Volker.Griecli. Kaiserth.Orient.

1. PER.: D. MITTELALTERLICHEN CHRO-NIKEN.

Das Mittelalter hat eine sehr grosse Masse sol-cher durch die Geistlichen aufgeschriebenenBücher aus Licht befördert, von denen meh-rere als bedeutend hervorragen. Es sindtheils allgemeine Welt-, theils speciclleChro-niken von einzelnen Ländern.

324 Eusebius, einer d» Kirchenväter, der alsBischoff zu Cäsarea in Canpadocien 346 +:er ist der Vater der christl Kirchengcsch.,die er iu 16 Büchern bis 324 aufschrieb.Seine VVeltchronik iu2 Büchern, ein Haupt-buch für d. alte Chronologie, ist in,d latem.Uehertragiing des Hieronymus bis 378 er-halten. Sein Fortsetzer war:

Prosper v. Aquitanien (+463): seine Chronikreicht bis 455, zur Zerstörung Homs durchGeisrkich. Sie w ard d. nachfolg Chronikendes Mittelalters ineist zum Grunde gelegt.462 Moses v. Chorene armen. Chronik.'Procotius , Geheimschreiber d. Helden Be-LI 9 AR : BB. Geschichten d. Gothen, Vanda-len, Perser u. Mauren (fortgesetzt v.Aga-tuias 559) geheime Hofgesckicliten,anccdota 5)3.

Cassiodof , Staatsmann u. Philosoph unter Tjieo-derich dein Grossen: 12 Bücher amtliche Auf-sätze, Variarum, u. Chronik bis 519Jornandes : Auszug ansCAss. grösserem Werkeüber die Geschichte der Gothen 552.

Gregor v. Tours (+ 595): dieser Bischoff ist derälteste Geschichtschreiber d. Franzosen. Seinefränk. Kärcli. Gesch. reicht bis 594 u w ard v.FäE-degarius Schulasticus bis 641 fortgesetzt.Isidobus, Bischoff zu Sevilla (+636): SpanischeKirchengeschichte unter d. Westgothen 626.Thf.opiiylactus: Geschichte d. Kais. Mau-ritius, 582 602.

Beda d. Ehrwilrd. (+735): Engl. KirchcngescK. n.de VI mundi aetatibns, eine W eltchroiiik<26.Theopiianes: VVeltchronik 813.

Paul TVinfried, Warnefried's S Mönch zuM. Cassino (+ um 960): Chrouik d. Langobarden.

Eginhird aus dem Odenwald, GeheiinscbreiberCarls d. Grossen (+939): seine schöne Biogra-phie des grossen C\kl.

Piioiivs . d. berühmte Patriarch zu Gonstan-tiiioncl (+892). Ins. Mvriobiblon stehen Ex-ceriüe aus 270 Werken der Alten, Histori-kern, Rednern ctc. Ein ähnliches Wörter-buch schrieb Suidas im lOtcn Jahrh.Riikgino, Abt in Kl.Pnim (+913): VVeltchronik

906, von Andern fortgesetzt 967.

Massudi in Cairo 957: allgemeine Ge-schichte der bedeutendsten. Staaten.Jrn IliUKAL (n. 970) aus Bagdad, derarabische Plinius, Vater der Statistikdurch seine Beschreibung der damals v.

. A den Arabern beherrschten Länder.

JFittechind v. Corvey (um9r0) dreh seincChro-nik von Hkinjiivh u. Otto dem Grossen, Vaterder niedersächsischen Geschichte.

1)1TH MAB. Bisch, zu Merseburg (+1018): Chronikd. sächs. Kaiser, besonders d. heil, Heinrich.Hermann d. Contracte, Graf von Vehnugen,Mönch zu Rciclicnau: VVeltchronik 10o4.Skylitza, Fortsetzevd.THEOBHANEsbis aufIsAAC CoMMENUS 1057.

Cedrenus, griechischer Mönch: Wcltchro-

- nik.-r 1057.

Lambert v. Aschaffenburg , in Hersfeld (+ 1077) :deutsche Chronik, besonders v. Heinr. IV1077.Man hält ihn fur d. besten Geschirhtschr. d. Mit-telalters u. hat ihnd. deutschen'l'HircviiiDES gc-nnnnt. Mblanchthmn liess die Chrouik zuerstaus einem wiirtemb. Kloster ans Licht treten.Mariancs Scotus, Mönch iu Fulda: Weltchro-nik 1083.

Sigbert, Möncli in Gemblours: VV eltchr. 1112.Wilhelm v. Apulien: von den Thateu der Nor-inaunen bis zum Tod Robert Gliscard s 108j ;in Versen.

Nestor, Mönch zu Kiew (+1111), Vater derrussischen Geschichte die erste neuereChronik, in A. Landessprache geschrieben.Zonaras, Staatssecrctär beim griech. KaiserAlexius Commkms- VVeltchronik 1118.Anna Commena (1125), Tochter des griech.Kaisers Alexius Commknus, V ertasscrindcrAlexias, der Biographie ihres Vaters.

Cos Vas, Dechant zu Prag: böhmische Chro-nik vou 10391125.

JVi lh elm v. Malmcsbury, Bibliothekar im Klo-ster daselbst: englische Chronik 1143.

Otto, Bisch, v. Freisingen: VVeltchronik1152ii. GesrhichteKais. Friedii.Barbarossa'«1156,die Radevicus fortsetzte.

^ JIeluold , Priester za jBosoiv: Chronik derSlaveu 8091170.

Al^Edrisi aus Ccüta (+ um 1180): seinegeograph. Werke über Spanien u. Africa Ausgang,des Liebhabers, um fremdeLänder zii sehen, geschrieben auf V er-anlassung Kg RogersII. von Sicilien.

IFilhet.m, Bisch, v. Tyrus , d. Hauptgcschicht-schrcibcr der Krcuzziige 1193.

Gottfried v. Viterbo , Kaplan d. Hohenstaufen :Pantheon 1186.

Saxo Gramvaticüs (+1204), d. lstc ausgezeich-nete dänische Geschichtschreiber 1186. Ausseinen 16 Büchern histor. dauicarmn schöpfteShakespeare den Stoff zum Hamlet.

Vincent Kadlubek , Bischoff zu Krakau(+1228), polnischer Geschicktsckr. 1203.

Vi LLEii ardouin (1203) Conqueste deConstanti-nople, der erste Chronist Frankreichs, der in,der nordfranzösischen Landessprache schrieb.Conrad v.Lichtenau, Abt v. Allersberg (+1240),Weltchronik bis zu den Zeiten der Hohenstau-fen 1229.

Snorro Stvrleson + 1241, der erste Geschicht-schreiber, der in d. norwegischen Landesspra-che schrieb , Ordner der jüngeren Edda,

Pf.ter de: I'~infis, Canzler Kais. FniEDniCHs II.;seine Briefe über die Regierung dieses Kaisers.Alfons, Kg von Castilien, lässt die lstc Chro-nik in der spanischen Landessprache Zusam-mentragen sie reichte bis 1252.

Albrecht v. Stoffe: VVeltchronik 1256.Matthäus Paris, Mönch zu S. Alban in Engl.:bedeutende VVeltchronik \on 10661259.

Matteo Spinelli : Tagebuch v. 124712C8, derlste, der im apulischeii Dialect in der italie-nischen Landessprache schrieb.

1273 ELMAciNf, geh.Christ, aus Egypten:arabische Geschichte der Saracenc-n vonMuh. 1259.

Martinus Polonus: Chronik der Kaiser undPäbste 1277.

Aelteste englische Reimchronik Robert s vonGloucester: 1280.

Ricordano M.*AK.9P7Nr: Chronik von Florenz vonErbauung d. Stadt bis 1281 in Italien. Sprache.Abvlvaradscu aus Armenien, Primas d.Jacobiten : VVeltchronik 1286 in syri-scher Sprache.

Keza : ungarische Chrouik 1290.

Lief. VIII. Taf. X. Cultur-Gesch.

Gedruckt bei B. G. Teubner in Dresden.