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Christus.
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1550
Religionen u n > Cultus.
Staats -Derfaffungcn itn "0 £? t ä n 1>
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Christen.
Muhamedaner.
Juden.
Heiden.
Germaniselie Völker.
Slavische Völker — Ungarn.Orient,
Germanische Völker.
Slavische Völker — Ungarn.Orient.
IV. PERIODE: LUTHER BIS BAYLE — TRENNUNG DER KATHOLISCHEN UND PROTE-STANTISCHEN KIRCHE — DIE JESUITEN.
1552 Kurfürst Moritz , als Haupt der Protestanten, gegen Kaiser Carl V.: Vertrag zu Vassau.
1552 Aufnahme der Jesuiten in Ocslreich — 1556 in Rühmen — 1561 in Ungarn — 1582 in Voten —auch zu München hatten sie einen Hauptsitz: 1582 wurde ihnen ein stattlicher Palast hier erbaut.
1553 England wird durch die Königin Maria wieder katholisch : 2 te Crisis der Protestant. Kirche bis 1559.
V. PERIODE: ABSOLUTE FÜRSTENGEWALT BEI FORTDAUERNDEM FEUDAL-SYSTEM.
H. PERIODE: MONARCHISCHE PATRIARCHALVERFASSUNG IN POLEN —STÄNDISCHES REPRÄSENTATIVSYSTBM IN UNGARN — DESPOTI-SCHES SYSTEM IN RUSSLAND.
III. PER.: STEHENDE UND WILLKÜHR-L1CH AUFGELEGTE STEUERN — DIESTAATSSCHULDEN — D. IND1RECTENABGABEN.
um
1650
1555 Ilcligionsfriedcn zu Augsburg: erste feierliche Garantie freier Religionsübung der Protestanten —geistlicher Vorbehalt.
1556 Jesuitische Missionen in China.
1557 Der lste Index librorum prohibitorum durch Pabst Paul IV.
1559 Die Königin Elisabeth führt in England die protestantische Lehre wieder ein.
Pie Chambres ardenlcs, Hexengerichte in Frankreich.
Die Magdeburgischcn Ccnturiaioren unter Flacius greifen durch ihr grosses historisches Werk diekatho-lischeKirche an. Gegen sie trat Barokius 1588 mit seinen Annalen der Kirche auf.
1560 Prcsbyicrianisehe Kirche in Schottland durch den schottischen Reformator Kxox ('i' 1581), denSchüler Calvin’s.
Nach 1560. Die Cryptocalvinistcn unter den Lutheranern in Sachsen, seit dem Tod Melanchthon’s,den sie als ihr Haupt ansahen. (1601 Hinrichtung Df. Crull’s zu Dresden.)
1561 Förmliche Trennung der Reformirten von den Lutherischen seit dem Colloquium vonPoissy, wo dieCalvinisten 10 Artikel der Augsburgischen Confession ausdrücklich verwarfen.
1562 Anfang der Religionskriege unter Carl IX. in Frankreich gegen die Hugenotten, die mit Unter-brechungen bis zur Bewaffnung derselben durch Richelieu 66 Jahre gedauert haben.
Der Heidelberger Catechismus für die Reformirten der Pfalz.
1563 Trennung der Presbyterianer von der englischen Kirche.
1567 Philipp II. von Spanien versucht, durch Alra die katholische Religion in den Niederlanden mitFeuer und Schwert zu behaupten. Alba liess an 18,000 Menschen durch seine Blutgerichte hier sterben.
1571 Die 39 Artikel als Symbol der herrschenden Episcopalkirche in England durch die Königin Elisabeth.
1572 Rartholomäusnacht: Ermordung von 70,000 Hugenotten in Paris u. d. Königr. binnen 8 Tagen — In Pariszeigt man am Louvre noch das Fenster, w oraus Kg C arl IX. auf seine ketzerischen Unterthanen geschossen.
1573 Toleranzedict in Polen — 1578 Auf nähme der Socinianer, einer durch den Sieneser L.-elius (f 1562 zuZürich) und seinen Neffen Faustus Socinus (f 1604 in Polen) gestifteten Secte, die die Dreieinigkeitverwarf. Ihr Catechismus erschien zu Rakau, ihrer Hauptniederlassung.
1579 Abfall des reformirten Hollands von Spanien.
1580 Die Concordienformel , im Kloster Bergen bei Magdeburg entworfen, auf Veranlassung KurfürstAugust’s zu Sachsen: die protestantischen Lehrsätze wurden darin fixirt.
1585 Dritte Crisis der protestantischen Kirche bis 1589: die Guisen und die heilige Liguc in Frankreich —Rüstung d. unüberwindlichen Flotte Spaniens gegen England u. Schottland — Eroberung Antwerpens u. ganzFlanderns u. Brabants durch den span. Feldherrn Alex ander von Parma — Die Vernichtung der Armada u.die französische Thronbesteigung des Hugenotten IIeixricu , s IV. retteten die protestantische Kirche.
1589 Russland erhält einen Patriarchen.
1593 Uebcrtrilt IIeixricKs IV. von Frankreich zum katholischen Glauben.
1598 Edict von Nantes durch Hbinrich IV. zum Schutz der Hugenotten in Frankreich.
Um 1600. Grosser Plan der Jesuiten , Alles d. spanisch-katholischen Oberherrschaft zu unterwerfen — dagegendas Project des Königs IIeixricu's 1V. von Frankreich zu einer grossen europäisch-christlichen Republik.
1604 Anfang der Streitigkeiten der Professoren Anmixibs u. Gomarus auf der Universität Leyden. Arminist für mildere Vorstellungen des Calvinischen absolut! decreti. 1608 Colloquium der Professoren. 1609f Arminius. Seine Freunde übergeben den Generalstaaten die Remonstration.
1605 Die Pulvcrvcrschwörung in England: der Plan der Papisten war, den König 1 Jacob mit dem gan-zen versammelten Parlament in die Luft zu sprengen.
1610 Heinrich IV. von Ravaillac ermordet, nicht ohne schweren Verdacht auf die Jesuiten.
1610 Vertreibung der spanischen Morisken nach Africa (600,000 Menschen).
1610 Ausbreitung der protestantischen Lehre in den englischen u. niederiänd. Colonieen.
1611 Die JVeigelianer, eine mystische Secte von Valentin Wiiigel, Pfarrer zu Zschopau in Sachsen, wo er21 J. im Amte stand, die Concordienformel mit unterschrieb und 56 J. alt f 1588. Dieser Pfarrer, einer der un-sträflichsten Männer des reichen 16. Jahrh., war einer von denen, die sich aufs Nachdrücklichste gegen die herr-schende schrecklich verderbliche Streitsucht in der lutherischen Kirche erklärten, alle Menschenbücher u. Men-schensatzungen verwarf u. sich ganz allein an d. heil. Schrift hielt, deren Erkenntniss durch die innere Erleuch-tung aufgeschlossen werde. D. orthodoxe Clerus liess 1624 seine Schriften zu Chemnitz verbrennen. Die bedeu-tendsten sind: die Postille, der güldene Gryff, d. Haupttractat von d. Gelassenheit u. das Studium universale.
1614 Der Kurfürst von Brandenburg wird reformirt.
Die Rosenkreueer durch den Würtemberger Andre,e. 1
1618 —1648 Ausbruch des 30jährigen Religionskrieges in Deutschland.
1618 Dortrechter Synode gegen die Arminianer (Remons(rantcn) in Holland. D. ehrgeizige Statthalter Moritzv. Oramen für die Gomaristen — 1619 Hinrichtung d. edeln 72jähr. Barneveld ; <1. grosse Grotius, Verf. d.berühmten Buchs: de veritate religionis christianae, zu ewig. Gefängniss verdammt, entkommt durch d. Flucht.
1619 Des Venetianers Sarpi : Storia del consilio Tridentino, ein Buch, das dem Pabstthum schwere Wun-den geschlagen hat.
1619 — 1627 Rf.thlex Caiior an der Spitze der ungarischen Protestanten gegen Kaiser Ferdinand II.
1620 Vierte Crisis der protest. Kirche bis 1630 nach dem Siege Kaiser Ferdinand’* auf dem weissen Berge beiPrag: Unterdrückung d. Protestanten in Böhmen, Oestreich u. dem übrigen Deutschland. — Wiederausbruchder Hugeuottenkricge in Frankreich bis zur Einnahme von llochelle 1628 durch Richelieu.
Benedictiner- Congregalion des heiligen Meurus in Frankreich, hochverdient um das Studium der Wis-senschaften , besonders Geschichte.
1621 Tod Arxd's, Genoralsuperintendenten zu Celle. Seine Schriften, besonders das Ruch vom wahrenChristenthum, durch das ein Hauch der reinsten Liebe weht, sind in unzähligen Exemplaren verbreitetworden und haben Segen wie wenig Bücher gestiftet.
1622 Congrcgatio de propaganda fidc durch Pabst Gregor XV. zu Ausbreitung des katholischen Glau-bens und Ausrottung der Ketzer.
1624 .1 icon Röhre, Schuster zu Görlitz in der Lausitz, stirbt. Dieser in seiner Niedrigkeit von Gott hoch undherrlich begnadigte Mann ist der grösste Mystiker der neueren Zeit. 3 seiner berühmtesten Anhänger sind :der Deutsche Gichtel (j- 1710), der wieder eine eigene Secte stiftete, der englische Arzt Pordage(f 1698) und der Franzose Poiret (f 1719).
1625 Duldung der Arminianer in den Niederlanden seit Moritz von Oranirn Tode.
1629 Restitutionsedicl Ks. Ferdix axd’s II. — Grosser Einfluss d. Jesuiten am Kaiserhofe, inUngarn u. s. w.Cartesius in Holland — Grosser Einfluss seiner Philosophie.
1630 Der König Gustav Adolf von Schweden kommt den deutschen Protestanten zu Hilfe: er siegt beiLeipzig und Lützen, bezahlt es aber mit dem Leben.
1637 Einführung der englischen Liturgie in Schottland: die Presbyterianer schliessen den Covcnant dagegen.
1640 Die republikanischen Puritaner, eine Secte der Presbyterianer in England, erhalten die Oberhandim Parlament und treiben es zum Krieg gegen König Carl I.
1641 Ermordung der Protestanten in Irland — 20,000 Menschen.
Die Jansenisten in den Niederlanden (von Jansen, Prof, zu Löwen, dann Bischof zu Ypern, f. 1638) —1653 verurtheilt Pabst Innocenz X. die berühmten 5 Sätze in dem von Jansen hinterlassenen Werke:Augustinus (über dessen Lehren von der Gnade etc.).
1648 JVestphälischer Friede: freie Religionsübung der Protestanten und Reformirten in Deutschland —Normaljahr 1624 zur Regulirung des Besitzstandes.
[1649 Hinrichtung König Carl’s I. von England durch Crowitell und die Puritaner.
[Secte der Quäker oder Zitterer in England durch den Schuster Fox.
1556 Die russischen Bauern werden glebac adscripti und zum Eigenthum ihrer Herrenerklärt (sie waren dazumal in Massen nach Sibirien, d. noch tatarisch war, ausgewandert).
1560 Despotismus in Spanien und Italien unter Philipp II.
1561 In Savoyen werden unter Emanuel Philibert die alten Stände in einen obersten Ge-richtshof nach dem Muster des französischen Parlaments umgewandelt.
1572 Sturz des hugenottischen Adels durch Ermordung eines grossen Theils desselben in derBartholomäusnacht in Frankreich.
1573 Erste Pacta Conventa in Polen für Heinrich v. Valois, den ersten fremden Fürstenseit Ludwig v. Ungarn, der über Polen geherrscht hat: Aller 2 Jahre soll Reichstag sein —Recht der Selbsthilfe gesetzlich eingeführt, wenn der König, aller .\bmahnungen ungeach-tet, die Pacta Conventa nicht hält (diess Recht, auf das sich die Conföderationen des pol-nischen Adels gründeten, blieb bis zur Constitution von 1791). Kein Nachfolger darf beiLebzeiten erwählt werden.
1576—1598 Kriege der Ligue in Frankreich ; Pratensionen Guise’s als Abkömmlings der Ca-rolinger auf den französischen Thron.
1578 u. 1581. Die Könige v. Polen verlieren unter Stephan Bathory das Commando derArmee u. die Administration der Justiz durch Anstellung von 2 Kronfeldherren u. Errich-tung von 3 Grosstribunalen — die polnische Verfassung ändert sich dadurch wesentlichund wird immer entschiedener eine democratischb Aristocratie. Wie vortrefflich nochunter den Jagiillonen das Regiment in Polen gewesen und wie bei ganz freien Institu-tionen der König, als oberster Richter und Feldherr, die höchste Majestät genossenhabe, berichtet de Thou im 56. Bande seiner Geschichte zum Jahre 1573.
1579 Revolution u. Abfall der Niederlande v. Spanien u. Constituirung zur Republik unter Statt-haltern — Ausbildung der holländischen Verfassung, eixer Aristocratie : die Souverainitätbei den Provinzialstaaten, den Rittercorps u. den städtischen Magistraten, nicht beim Volke —Die Generalstaaten aus Deputirten der Provinzialstaaten, seit 1593 im Haag. '
1599,—1611. Ministerium Svlly’s in Frankreich, eines d. grössten u. edelsten Männer d. neuerenZeit, der Soldat, Diplomat und Staatsmann im umfassendsten Sinne des Wortes, zugleich war.1602 In Spanien werden die 2 ersten Stände nur noch in ausserordentlichen Fällen (Huldigung,Anerkennung des Thronerben u. s. w.) berufen, der dritte Stand nur zu Steuerbeivilligungen.Auch in d. span. Provinzen Neapel u. Sicilien gehen nach und nach die Reichsversammlungen nachaltem Costiim ein: in Neapel repräsentirt d. Hauptstadt allein d. 3. Stand bei Steuerbewilligungen.1604 Norköpingisclie Erbvereinigung: weibliche Erbfolge für das Haus Wasa in Schweden.1604 — 1Ö13. Pseudodemetrische Unruhen in Russland.
1607 Erste Conföderation (Rokosz) in Polen gegen König Sigismund Wasa.
1609 Der böhmische Majestätsbrief durch Kaiser Rudolph II.
1611 Einführung des Haronet- Adels in England durch Jacob I. Sxuart: er verkaufte dasBrevet für 1000 Pfund, um Geld zu erhalten.
1611—1654. Oxexstierxa, der weise schwedische Reichskanzler.
1613 Die Rodiaxoiv’s in Russland: Zaar Michabl, von Deputirten des Clerns, Adels undder Städte gewählt, erhält die alte unumschränkte Gewalt von neuem übertragen.1614 Letzte ctats genvraux in Frankreich unter Ludwig XIII.: 140 Geistliche, 132 vom Adelund 192 von d. Gemeinden — An ihre Stelle traten gewissermassen die Parlamente, die d. Recht,die Giltigkeit königlicher Beschlüsse von ihrer Einregistrirung abhängig zu machen, behaupteten.1618 Grosse lnsurrcction der böhmischen Herren gegen das Haus Oestreich, der An-lass zum 30jährigen Kriege.
1621 Sturz der Aristocratie und der ständischen T erfassung in Rühmen nach dem SiegeKaiser Ferdinand’s II. auf d. w eissen Berge. Fast der ganze böhmische Adel wandeltedamals aus, oder ward hingerichtet: die confiscirten Güter erhielten östreichische Herren.
1621 Anfang der grossen Parlamentsdebattcn in England über das Recht der Völker unddas göttliche Recht der Könige zwischen den Puritanern und Jacob I. Stuart. Entstehender Oppositionsparthei im englischen Parlament. Um dieselbe Zeit:
1622 —1642. Ministerium des Cardin als Richelieu in Frankreich und durch ihn:Zweiter Hauptsturz der Aristocratie in Frankreich : der Anf ing der unumschränkten Mini-ster- Regierungen — 1634 lste Anstellung von Intendanten : zur Zeit d. Fronde mussten sieaufgehoben werden — wurden aber hergestellt seit 1653 als gänzlich vom Ministerio abhängigeUnteraufseher in Militär -, Finanz -, Justiz - und Polizeisachen in den Provinzen, ohne alle Con-trole — Die Eintheilung Frankreichs in 32 General-Intendanzen blieb bis zur Revolution — erstNecker versuchte wieder die Provinzialvenvaltung ständischen Collegien zu übertragen— dieRevolution schuf die Municipalitäten — Napoleon schaffte sie ab und stellte Präfectcn an : diessSystem der Centralisation ist in Frankreich auch nach dem neuen Departemental - und Muni-cipal- Gesetze von 1833 geblieben.
In Deutschland bildete sich im Gegensatz mit Frankreich das Collegialsystem in den Lan-descollegien aus, die zum Theil mit Doctoren, zum Theil mit Adeligen besetzt wurden,ln England blieb das freie altsächsische Costüm: hier besorgen die Friedensrichter und dieGrand Jury der Assiseu in den vierteljährigen Sitzungen die Provinzialangelegenheiten.
1627 Oestrcichische Despotie in Deutschland durch Ferdinand II.: er liess die allgemeinen Reichs-versammlungen eingehn u. berief nur die ihm ergebenen Fürsten zu Kur - u. Fürstentagen — Erunterhielt 100,000 M. Truppen, um seine Entw ürfe anf die unumschränkte Macht durchzusetzen.
1627 Cassation des böhmischen Majestätsbriefs und des Wahlrechts der böhmischenNation durch Fkruinand II.
1628 Bestätigung der petition of rights in England durch Kg Carl I.: neue Garantie des Rechtsder persönlichen Sicherheit und des Eigenthums — Niemand soll vom Parlament nicht bewilligteAbgaben oder Dienste zu entrichten schuldig und wer sich dabei Aveigert, unverantwortlich sein.
1640 Revolution und Abfall Portugals von Spanien durch das Haus Braganza.
1642 Erste grosse Revolution in England: Erhebung der Volksparthei durch die Puri-taner — der Adel königlich, der dritte Stand fürs Parlament.
1642—1661. Ministerium M.izarixi’s in Frankreich.
1647 Aufstand des MasAxiello in lAeapel wegen der übermässigen Steuern, mit denen Spaniend. Land bedrückte — d. Aufstand ward im folgenden Jahre durch 14,000 Hinrichtungen gedämpft.
1648 Anerkennung der Landeshoheit der deutschen Reichsfürsten im Avestphäiischen Frieden.Anerkennung der Unabhängigkeit der Republiken Schweiz und Holland.
1648—1653 Die grossen Unruhen der Fronde in Frankreich, die letzte Opposition des Adelsgegen die königliche Macht.
1649 England wird Republik: das Haupt Carl Stuart’s fällt unter dem Henkerbeil —kein Oberhaus bis 1656.
1555 Immerwährende Reichssteuer in Deutsch-land zur Unterhaltung der stehenden Reichsar-mee nach der Executionsordnung von diesem J.
1556 Von Carl V. und seinen höchst kostspieli-gen Kriegen datirt die grosse SchuldenlastSpaniens: er hinterliess die ersten beträchtli-chen Staatsschulden.
Um dieselbe Zelt:, Anfang auch der französi-,sehen Staatsschuld.
1569 Alba schreibt in den Niederlanden die Ab-gabe des zehnten Pfennigs aus: diess gab denletzten Anstoss zum Abfall Hoflands v. Spanien.1578 Stehende Accise, zuerst in Holland zu denKosten des Kriegs mit Spanien.
Ausbildung des Systems d. stehenden indircetenSteuern in Europa. Diese stehenden indirectenSteuern, wie eben d. Accise, d.Fleisch-, Trank-u. andere auf d. Verbrauch geschlagene Steuernwaren, haben den Regierungen seitdem die be-deutendsten Geldmittel verschafft. Anscheinenddurch die gleichmässige u. unmerkliche Art derErhebung sich empfehlend, ist dieses System d.grossen Masse des Volks hauptsächlich verderb-lich geworden, indem es den Preis der notlnven-digsten Lebensbedürfnisse wesentlich gestei-gert hat n. mit ein Hauptmoment ward, das seitdem XVII. Jahrh. in Frankreich den Absolutis-mus, in England d. Aristocratie entwickeln halfund in Deutschland die Landstände überflüssiggemacht hat.
1598 Philipp II., der bei Antritt seiner Regie-rung so viel Einkünfte, als alle übrigen euro-päischen Fürsten zusammen gehabt, stirbt soarm, dass er durch Geistliche in den Häusernfür sich sammeln lassen muss. — Trotz derhöchst beträchtlichen Geldzuschüsse aus denamcricanischcn Reichen soll er an 140 Millio-nen Ducatcn Schulden hinterlassen haben.
1599 Sully reformirt die französ. Finanzen _—Vor ihm kamen nach seinem eignen Zeugnissvon 150 Mill. Livres nur 30 in den königlichenSchatz, er aber schnitt durch scharfe Gesetzealle Unterschleife u. Bedrückungen ab u. führtestrenge Controle. Seine unsterblichen Oecono-mies royales enthalten eine Fülle der grossar-tigsten und zugleich wohlthätigsten Gedankenüber die Quellen des Wohlstandes der französ.Nation u. ihre Benutzung. Am merkwürdigstenfür den heutigen Gesiclitspunct ist seine Abnei-gung gegen d. Fabrikwesen, das Heinrich lÄ.begünstigte: Sully war hauptsächlich für denLandbau und entschicdner Physiocrat.
D. Taille konnte Heinr. IV. auf 16 von d. 32 Mill.
herabsetzen, wohin sie sein Vorfahr getrieben.Ende des 16. Jahrh.: Anfang der holländischenStaatsschuld im spanischen Befreiungskriege.1601 Gesetzliche Regulirung der Armentaxe inEngland unter der Königin Elisabeth: dieKlöster, aus denen die Armen sonst stiftungs-mässig unterhalten worden waren, waren zurKrone gezogen worden.
1604 Die Abgabe la Paillette (von ihrem Erfin-der Paulet) in Frankreich: ein Sechzigtheilder Einkünfte für Erblichkeit der Staatsämter,die sogar die Erben der Beamten an Dritte ver-kaufen konnten — 60 Jahr darauf gab es 50,000käufliche Justiz - und Finanzstellen.
1624 Das Stempelpapier und die Stempelsteuer,zuerst in Holland.
1642 Carl I. Stuart versucht England will-kührlich zu besteuern und veranlasst dadurchwesentlich mit die englische Revolution.
1643 Die Accise wird in England eingeführt.
Lief. X. Tal - . XIV. Cultur - Gesch.
Gedruckt bei B. G. Teubner in Dresden.