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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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Vorwort des Herausgebers.

Die Publikation der nachfolgenden Memoiren eines bernischenStaatsmannes geschieht einestheils aus aufrichtigem Interesse ander vaterländischen Geschichtsforschung überhaupt, und anderntheilsin der Absicht, dem nun längst im Grabe schlummernden Verfasserderselben den ihm gebührenden Denkstein zu setzen.

Die politische Thätigkeit Gottlieb Abraham von Jenners, vonBern, während des so geheissenen Ueberganges und der Periodeder Helvetik und Mediation war bis anhin nur einigen wenigenHistorikern und Politikern von Fach genauer bekannt, und auchdiesen nicht in allen Theilen, während das grosse Publikum dieExistenz desselben kaum dem Namen nach kannte, oder gänzlichignorirte. So nur konnte es geschehen, dass in einer kürzlich er-schienenen Biographie des Ministers Stapfer, diesem die Rettungeines bedeutenden Theiles des bernischen Staatsschatzes zugeschrie-ben und Jenner hiebei nur eine untergeordnete Stellung eingeräumtworden ist, obgleich das Hauptverdienst an diesem Unternehmenunbedingt G. A. v. Jenner zukommt.

Der Unterzeichnete war der Ansicht, dass es für die Veröffent-lichung von G. A. v. Jenners Memoiren keinen günstigeren Zeitpunktgeben könne, als den jetzigen. Beschäftigt sich doch gegenwärtigdie bernische und schweizerische Geschichtsforschung eifrigst mitdem Studium derjenigen Zeitepoche, welche man die Helvetik zunennen pflegt, und hat doch die so würdig gelungene Einweihungs-feier des Grauholzdenkmales das Interesse für jene Tage auch inden weitesten Volkskreisen wieder lebendig gemacht. Der Lebens-lauf Jenners aber ist auf das Engste mit den Ereignissen des Ueber-ganges, der Helvetik und der Mediationsepoche verbunden, und dieAufzeichnungen der Denkwürdigkeiten seines Lebens, in Verbindung