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wichtige Bekanntschaften. Seine geistreiche Frau, eine ge-borene Pariserin von gutem Hanse, ihre Verwandten, seihstentfernte Blntsfreundschaft mit dem Obergeneral Schauenburg,gaben ihm gegen mich bedeutendes Uebergewicht an Einflussim öffentlichen Verkehr, so wie auch sein ordentlich einge-richtetes und gehaltenes Haus unter dem Gesichtspunkte desgesellschaftlichen Lebens im Vergleich meines Hôtel garnieinen merklichen Abstich bot. Ich hatte mich übrigens inmeinem Umgänge mehr an die gemässigte Partei angeschlossen,und grossen Vortheil gewährte mir der nunmehr erhalteneZutritt zu dem Minister der äusseren Angelegenheiten, CharlesTaiieyrand. Maurice Talley rand - Périgord. Dieser, so verschieden vonVielen beurtheilt, ist gewiss ein mit dem umfassendstenScharfsinne begabter Mann. In seinen öffentlichen Audienzenkalt und zurückhaltend, ist er hinwieder in seinen Abend-gesellschaften, wo ohne allfällige Ansprache von seiner Seitenie von Geschäften die Rede sein durfte, lebhaft, geistreichund seine daherigen Ausfälle sind ohne Zahl und bekanntgenug. Unumschränkt gebietet er nicht nur über seine Worte,sondern selbst über jeden seiner Gesichtszüge. Dem Gemüthenach wohlwollend und keineswegs böse, doch, nach seinemeigenen Ausdruck, nicht gut bis zum Grade, sich selbst zuschaden. Seine politischen Grundsätze, von denen ich ihn vieleaussprechen hörte, waren durchaus monarchisch und dem Adelgünstig. Als man ihn — in Betreff des in seinem Zimmerangeklebten, auf den Ministermord in Rastadt bezüglichen,Placards launigt und mit Mienen fragend anblickte, rief er:«Eh bien, aujourd’hui cela, demain les Bourbons, mais il fautd’abord qu’un autre tourne la pyramide.»
Höchst selten hörte ihn jemand absprechend urtheilen,und er sah es selbst an andern nicht gerne ; bei einer solchenGelegenheit sagte er: «Pourquoi ne pas se laisser le moyende ne pas dire: non.» Gleichwohl ist bekannt, dass er es,betreffenden Falls, weder bei den Direktoren, noch bei Bona-parte an Vorstellungen und seihst an Widerstand fehlen