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Die göttliche Vorsicht segne Ihre bevorstehenden, neuen wichtigenVerrichtungen in einem Land, von dem ich unter den innigsten Wünschenund schönen Hoffnungen für sein künftiges Glück scheide, und schenkeIhnen durch reichen Genuss selbstwünschenden Glücks, verdiente Belohnungedler Hingebung im Dienste Ihres Vaterlandes!
Ich habe die Ehre mit freundschaftsvoller Hochachtung auf immerzu sein
Delsben), den 26. Dezember 1815.
- Der bisherige Eidgenössische General-Commissairim ehemaligen Bisthum Basel:
(sig.) von Eschen.
Schreiben des Tit. G-eheimen Raths, an Mn. Hg. Hrn. von Jenner.
Schultheiss und geheime Räthe der Stadt und Republik Bern, UnsernGruss bevor, Wohlgeborner, Lieber und Getreuer Grosser Raths Ver-wandter !
Es bemüht uns sehr zu vernehmen, dass Sie Bedenken tragen, dievon Un. HG. Hrn. und Obern Ihnen mit dem vollkommensten Zutrauenübertragene Stelle eines Oberamtmanns zu Pruntrut*) zu übernehmen.
Nach demjenigen, was Euer Wohlgeboren zur Beruhigung des AmtesInterlaken in so kurzer Zeit geleistet, sehen wir zwar wohl ein, wiewichtig und zugleich wie belohnend es für einen so edel denkenden Magi-straten sein müsse, durch allmählige Ausführung wohldurchdachter Ent-würfe, gleichsam der Schöpfer des Glücks einer Landschaft zu werden,und den Herzen ihrer Bewohner wieder die alte Liebe und Treue für ihreObrigkeit einzuflössen. Hoch ehrt die Regierung dieses preiswürdigeBestreben; aber eben darum, weil sie dasselbe in seinem vollen seltenenWerthe zu schätzen weiss, wünscht sie es da zu benutzen, wo sich dieentscheidendste Wichtigkeit für das gemeine Wesen darstellt. Dieses ist beider neu erworbenen Provinz ganz vorzüglich der Fall; hier können EuerWohlgeboren in grösserm Wirkungskreis ausführen, was Sie zu Interlakenbeabsichtigten; hier können Sie sich das Verdienst und den Ruhm invollem Maasse erwerben, das Glück des Landes, und den Nutzen desStaates zu begründen; wer könnte mit solchem Recht, wie Sie, diesen
*) Von dieser Oberamtmanns-Stelle her wurde G. A. von Jenner zumUnterschiede von andern Mitgliedern seiner Familie, welche damals in Bern nochziemlich zahlreich w r ar, Jenner von Pruntrut genannt.
(Anmerkung des Herausgebers.)