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vom 4. Germinal an 6 datirte, förmliche Entladniss, deren Original derCommission vorgewiesen worden.
Mehrere Tage nachher sandte nun Brune den Commissair Rouhièreund mehrere andere Militärs, um das Cfeld in der Salzkammer wegzu-nelimen. Herr Oberst-Kriegs-Commissair von Jenner wurde aufgefordert,zugegen zu sein, um den Procès verbal zu unterschreiben.
Unterwegs äusserte Rouhière gegen Herrn von Jenner den Wunsch,dass er ihm zu einigen paar Lichtstöcken verhelfen möchte. Diesen Um-stand glaubte dieser letztere benutzen zu sollen, um wo immer möglich,einiges Geld aus dem Salzkammergewölbe zu retten. Er führte daherRouhière und sein Begleit nach der Münz, und während die Lichtstöckeausgewählt werden sollten, forderte er demselben die Schlüssel zu demGewölbe unter dem Vorwände ab, vorläufig das Notlüge zu dem Transportdes Geldes besorgen lassen zu wollen. Diese Schlüssel wurden nun demHerrn von Bonstetten mit dem Winke zugestellt, in der Eile so viel alsmöglich von jenem Gelde auf die Seite zu schaffen.
Nicht ohne Gefahr, bei dieser Operation überrascht zu werden, ge-lang es nun Herrn von Bonstetten, mit Beihülfe des Herrn Salzhandlungs-verwalters Steiger, achtzehn Säcke Neuthaler, jeder zu L. 800 auf dieSeite zu schaffen. Rouhière und sein Gefolge kamen nun an, und Hessendas sämmtliclie vorhandene Geld durch hiesige, ab der Gasse gerufeneEinwohner, gegen grosse Bezahlung, nach dem Generalquartier auf dieStift tragen.
Einige Tage vor diesem Vorfall, stellten sich Rouhière, der Platz-Commandant und mehrere andere Offiziere vor der provisorischen Regie-rung, und forderten die Schlüssel zum grossen Schatzgewölbe, welchesschon am 5. März durch einen Stabsofficier mit dem ehemaligen Canzlei-siegel, das er mit sich fortgenommen, versiegelt und mit einer AVachebesetzt worden war. Diese Schlüssel wurden in der Ratlistube den Fran-zosen zugestellt und Herr Oberst-Kriegs-Commissair von Jenner und Herrvon Bonstetten beordert, der Eröffnung beizuwohnen. Bei dieser erstenEröffnung des Gewölbes durch die Franzosen wurden einige hunterttausendLivres von ihnen herausgenommen und auf Wagen nach der Stift demPayeur der Armee zugeführt, hernach ein förmlicher Procès verbal auf-genommen, das Gewölb wieder versiegelt und der eine Theil der Schlüsseldem Herrn von Jenner, der andere aber dem General Brune zugestellt.
AVenige Zeit darauf wurde das Gewölb abermals in Beisein desHerrn von Jenner, Herrn von Bonstetten und einiger Offizialen eröffnet.Als nun die Commissarien das ihnen das erste Mal entgangene Gold inden jetzt aufgeschlossenen eisernen Stöcken erblickten, wurden sie so frei-gebig, dass sie den Offizialen zwei Silbersäcke schenkten und zu Bestrei-