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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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Wilhelmi brachte seinen Saldo im Haus Bay in Sicherheit, der nun beidem einen Fond mit L. 1020.01. 02 als gerettetes Depositum erscheint.

Durch die Vorsorge des Herrn von Jenner, als gewesener Ober-wardein, und Herrn Münzmeister Fueter konnte ferners ein Tlieil desMünzguts gerettet werden.

Der Oberwardein hatte nemlich in seiner Wohnung zu den gewöhn-lichen Ausgaben und Aufwechsel von Schaustücken eine kleine Kasse voncirca Ly. 3000, welche infolge Reglements sich nicht höher belaufen konnte.Wegen den Kriegskosten war diese Casse an currenten Oeldsorten bei-nahe gänzlich erschöpft, weil das neue Geld immer sofort an das Zahl-amt abgeliefert werden musste; jedoch konnten noch Lv. 3236. 3. 2 bei-seits geschäftet werden.

Hingegen hatte Herr Oberwardein von Jenner noch zwölf goldeneKetten hinter sich, die demselben, laut Note des Silbergewölbrodels vom26. Mai 1797, zur Ausputzung übergeben worden. Von diesen hinter HerrnDoktor Stüber sei. zur Aufbewahrung gelegenen zwölf Ketten ist vonder Verwaltungskammer über drei Stücke disponirt worden. Die übrigenneun Stücke, zusammen Lv. 3840 an Werth, sind bei Ablage des erstensummarischen Rechnungsberichts von Herrn von Jenner unterm 11. Hor-nung 1804 dem Verwaltungs-Comité zugestellt worden.

Ebenso zwei goldene Lingots, das eine von Dukaten-, das andere vonDublonengold von ungefähr Lv. 9600 an Werth, und endlich 510 Dukaten,177 goldene und 38 silberne Medaillen, nebst 47 silbernen und goldenenProbstücken, in allem gewürdigt auf Lv. 5666. 1.. Diese Lingots,welche späterhin, wie die Rechnungen zeigen, mit Vortheil ausgeprägtwurden, nebst den Medaillen und Dukaten, waren von Herrn von Jennerhinter Herrn Seckeischreiber Wyttenbach sei. deponirt werden.

Nach obigen Angaben wurde mithin aus der Haus-Cassa des Ober-wardein in allem gerettet und an das Comité abgeliefert ein Werth vonLv. 22,342. 4. 2.

Aus dem grossen Gewölbe des Oberwardeins und des Münzmeisters,in dem Münzgebäude, die bald nach dem Einmarsch der Franzosen ver-siegelt wurden, gelang es dem Herrn Münzmeister Fueter eine Summevon Lv. 37,208. 1. 2. zu retten, welche dem Verwaltungs-Comité ebenfallszugestellt wurde.

Von den Geldern der Salzhandlung konnte durch Herrn Salzhand-lungsverwalter Steiger eine zweite Summe dadurch gerettet werden, dassihm durch Herrn Ober-Kriegs-Commissair von Jenner eine antedatirteQuittung für einen Betrag von Lv. 22,470 ausgestellt wurde, vermögewelcher diese Summe nicht ausgeliefert, sondern durch Herrn Steigeraufbewahrt wurde.