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Es erhellt daraus, daß der Bedarf an Hanf und die Erzeugung von Hanfwaaren in den letztenzehn Jahren ebenso sehr fortgeschritten ist als die Leinwandindustrie abgenommen hat.
Flachs und Hanf werden in Oesterreich größtentheils noch durch die Handspinnerei in Garnverwandelt, welche in Böhmen, Mähren, Schlesien, Oesterreich ob und unter der Ens eine derHauptbeschäftigungen des Landmanns ist.
Seit dem Jahr 1810 besteht neben der Handspinnerei auch Maschinenspinnerei. Die erstendießfälligen Versuche fallen in's Jahr 1787 I.
Als im Jahr 1810 Napoleon auf die Erfindung einer Flachsspinnmaschine einen hohen Preissetzte, kam dieser Industriezweig zunächst in Oesterreich in Aufnahme. Die erste und älteste istunter dem Namen Kasterische Flachsspinnmaschine bekannt; dann jene von Franz Wurm zu Eben-furt und Klagenfurt, der seine Maschine im Jahr 1812 in Ausführung brachte; mit ihm vereinigtesich später Paufinger. In den Jahren 1815 und 1816 hatten I. Durtscher und Ruef eine kleineFlachsspinnmaschine von 8 Spindeln zu Stande gebracht, die ohne Betrieb blieb. — Leitenbergerzu Wernstädtl in Böhmen spann im Jahr 1817 mit 30 Spindeln. Im Jahr 1815 berief KaiserFranz den Herrn von Girard, den eigentlichen Erfinder der Flachsspinnmaschine auf nassem Wege,dessen Maschine am 15. Herbstmonat 1815 auf 10 Jahre privilegirt wurde. Derselbe brachte seineMaschine 1817 in Betrieb und spann Garn von Nr. 50 — 70, zuweilen auch bis Nr. 100. ImJahr 1825 hörte diese Fabrik auf und seit dieser Zeit bis 1841 hatte der österreichische Staat dreiFlachsspinnmaschinen im Betrieb, welche 5600 Spindeln beschäftigten.
Im Jahr 1844 waren bereits 17,000 Spindeln beschäftigt.
In England ist die Maschinenflachsspinnerei älter, jedoch wurden bis 1825 meist nur grobeNummern gesponnen. Gegenwärtig werden die feinsten Nummern gesponnen und auch die Werg-spinnerei ist zu einem so hohen Grad der Vollkommenheit gebracht worden, daß das Werggarnzum Einschlag verwendet und das Handgespinnft entbehrlich gemacht wurde. Seit 1836 führt Eng-land alljährlich mehr Maschinengarn nach Frankreich und Deutschland aus.
Welche starke Entwicklung diese Industrie in neuerer Zeit in England genommen hat, erhelltdaraus, daß im Jahr 1831 nur 936,411 Zentner Flachs und Werg, im Jahr 1840 aber1,253,240 Zentner und im Jahr 1841 bereits 1,357,207 Zentner eingeführt wurden.
Im brittischen Reich sind über 3'/- Millionen Spindeln nach dem seit dem Jahr 1839 er-fundenen Spiralspstem im Betrieb.
In Belgien bestand bis zum Jahr 1835 nur eine Flachsmaschinengarnfabrik, im Jahr 1844bereits 11 mit 60,000 Spindeln.
In Frankreich haben aller Bemühungen ungeachtet sich diese Maschinen nicht sehr ausgebreitet;daher die große Quantität Linnengarn, welche aus England eingeführt werden.
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') Siehe Becher, Beiträge, S 309.