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Darstellung der Handelsverhältnisse zwischen der Schweiz und Oesterreich in den Jahren 1840 und 1845 / bearbeitet von Dr. A. v. Gonzenbach
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176
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immer größer» Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird, so läßt sich hier allerdings die Frageauswerfen, ob von Seite des Staats nicht getrachtet werden soll, durch künstliche Mittel die vor-handenen Kräfte einer Industrie zuzuwenden, die großen Absatz im Znnern fände, und daher sehrbeträchtliche Summen, die jetzt alljährlich an fremde Staaten verabfolgt werden, welche der Schweiz !keinerlei oder nur wenig Jndustrieprodukte abnehmen, im Lande selbst in Cirkulation brächte. §

Wäre die Errichtung einer Douanenlinie mit dem Schutz, welcher der inländischen Wollenmanufaktur ,zugewendet werden soll, nothwendig verbunden, so würde ich mich unbedingt gegen jeden solchen ISchutz aussprechen, denn die moralischen und ökonomischen Nachtheile, welche aus einer solchenDouanenlinie für die Schweiz entstehen würden, wären zuverlässig ungleich größer, als die Vor-theile, die durch Entwicklung der Wollenindustrie entstünden; auch würde die Schweiz die ihrem jFreiheitssinn widerstrebenden Plackereien, die mit einem Douanensystem nothwendig verknüpft sind,kaum auf die Länge ertragen; aber, wie schon angedeutet, könnte vielleicht auf andere Weise derselbeZweck erreicht werden *).

Während sich Manches für künstliche Beschützung der Wollenindustrie anführen läßt, wäre es wohlsehr unverständig die Eisenproduktion in der Schweiz durch einen Schutzzoll fördern zu wollen.

') Tegoborsky, Uebersicht des österreichischen Handels, Seite 63, berechnet den Werth der jährlichen Ausfuhr nach >einem fünfjährigen Durchschnitte von 18371841, I

an Schafwollwaaren in Oesterreich im Zollverein in Frankreich I

zu Gl. 6,511,000 zu Gl 18,687,000 zu Gl. 20,360,700. !

Der Werth der Mehrausfuhr in derselben fünfjährigen Periode I

an Schafwollwaaren wird in Oesterreich im Zollverein in Frankreich I

zu Gl. 6,439,000 zu Gl. 9,969,000 zu Gl. 19,956,000 I

berechnet. Dagegen hat sich in der Schweiz im Jahr 1840 die Einfuhr und Ausfuhr von Schafwollwaaren ge-1

staltet wie folgt. I

Die Einfuhr an Wollen- und Tuchwaaren hat laut den schweizerischen Gränzzollregistern betragen: I

1840 Zu. 22,211 I

1841 24,575 I

1842 26,939 I

1843 26,758 I

1844 25,267 I

1845 22,504 »

1846 25,159 I

Werden die Kontrollen der Nachbarstaaten zu Rathe gezogen, so hätte sich im Jahr 1840 die Einfuhr an!Tuchwaaren gestaltet wie folgt: I

Wollene Tücher wurden eingeführt: I

s) aus dem deutschen Zollverein Ztr. 18,185 im angenommenen Werth von franz. Fr. 23,640,500 «

b) aus Frankreich . . 5,695 im offiziellen Werth von . 8,666,087 I

o) aus Oesterreich . . , 851 543,394 »

ä) durch Oesterreich (i.J. 1845) ., 1,363 . 885,850 !

Summa: Ztr. 26,094 im Werth von . . franz. Frkn. 33,735,831 !

Bei diesen Werthangaben ist indessen nicht zu übersehen, daß die Tuchwaaren, welche aus Frankreich mit»dem deutschen Zollvereine eingeführt worden sind, sehr hoch tarirt erscheinen, die aus und durch Oesterreich ein-»geführten Tuchwaaren sind dagegen sehr niedrig tarirt. >

Die nicht übereinstimmende Zentnerzahl erklärt sich zwar theilweis aus der Nichtübereinstimmung des östrr-Ireichischen Finanzjahres mit dem schweizerischen, ist aber immerhin auffallend. I