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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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Erstes Kapitel.

Napoleon in Spanien.

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I. Die neuen Waffenerfolge.

In dem Augenblick, als Napoleon die Kunde von derKatastrophe von Baylen erhielt bekanntlich in denersten Tagen des Monats August, weilte er in Bordeaux.Hat er auch nicht das Beispiel des ersten römischen Kai-sers nachgeahmt, der, als er von der Vernichtung seinesHeeres im Teutoburgerwald hörte, aus Verzweiflung dasKleid zerriss und mit dem Kopf gegen die Wand rannte,so gerieth er trotzdem so sehr ausser sich, dass der Unwilleüber die erste, während seiner Regierung erfahrene grosseDemüthigung seiner Waffen ihn zu den unbeschreiblich-sten Wuthausbrüchen hinriss (vgl. I, 508). Wie sollte derstolze Kaiser den Gedanken ertragen, dass französischeHeere, deren Adlern der Sieg auf fast allen Schlachtfel-dern zu Theil geworden, welche die ehedem mächtigstenNationen unterjocht und ihre Monarchen von erhabenenThronen herabgestürzt hatten, von ungeordneten, fana-tischen Volksmassen und den sie unterstützenden, tödtlichgehassten Engländern vor aller Welt schimpflich geschlagenwurden, ja sogar vor den Feinden die Waffen streckten?

Erst jetzt, freilich zu spät, kam Napoleon zur Ueber-zeugung, wie unklug er ein Jahr zuvor gehandelt, alser in der Meinung, Spanien ohne viele Schwertstreicheleichten Kaufes besetzen zu können, junge, meist ungeübteArmeecorps über die Pyrenäen geschickt hatte. Doch,wenn auch sein Zorn in der Person des unglücklichen

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