Buch 
Bonapartes, des Général-en-chef der italienischen Armee, Reise von Mailand nach Rastadt durch die Schweiz und die bernischen Lande im November 1797 / von B. von Mülinen-Gurowsky
Entstehung
Seite
14
JPEG-Download
 

14

Bonaparte besuchte hierauf die Promenade von St. Antoine^von welcher aus man eine so schöne Aussicht auf den See unddie Umgegend Genfs genießt. Auch hier begleitete ihn dieGarnisonsmusik und die Genfer Nationalgarde bildete Spalier.Dann führte ihn der Resident nach seiner, nur in geringerEntfernung von der Stadt befindlichen, reizend gelegenen VillaSt. Jean. Da es indeß dunkel geworden, waren die Straßender Stadt, durch die man hinfuhr, brillant erleuchtet. Einegroße Menschenmasse wogte in denselben und begleitete Bona-partes Wagen mit tausendfachem Iubelruf.

Auf dem Landsitze des Residenten hatten sich die zum Dinergebetenen drei Syndics Gervais, Butin und Richard (dervierte, Dupin, blieb von Amts wegen in der Stadt zurück) ein-gefunden, und man setzte sich zu Tische. Während des Dinerrichtete Bonaparte häufig Fragen an die Syndics über dieStaatsverfassung Genfs, belobte dieselbe, nur tadelte er daran,daß die Erecutivbehörde zu vielköpfig zusammengesetzt sei. NachTisch führte Bonaparte den Syndic Gervais in ein an denSpeisesaal anstoßendes Gemach nud stellte das Verlangen anihn, zwei Herren, nach denen man augenblicklich schicken möge,sofort zu sprechen. Es waren dieß die Banquiers Hentschund Bontems (Neveu), letzterer in Paris etablirt, jedoch zurStunde in Genf. Das angebliche Motiv des bonapartischenVerlangens war eine einzuziehende Erkundigung über den Er-direktor Carnot 0. Nach Verlauf einer kurzen Zeit ließ sich

1814 und 20. März 1815 mit Neuenburg und Wallis der Schweiz, als22. Kanten, einverleibt wurde. Derselbe Felir Des Portes erschien zwaram 4. April 1815 zu Zürich vor der dort versammelten eidgenössischen Tag-satzung und wollte in den 100 Tagen Genf wieder unter französischen Einflußbringen, jedoch ohne Erfolg, denn die Schweiz hatte sich bereits und unwieder-rufllich von Napoleon getrennt.

') Die Direktoren Carnot und Barthélémy waren am 18. Fruclidor(4. Sept.) durch Barras, Lareveillère und Newbell von der Regierung ent-fernt und ihre Verhaftung und Deportation beschlossen worden. Barthélémywurde im Tempel gefangen gesetzt, Carnot hingegen, rechtzeitig gewarnt,konnte entfliehen. Er floh aus seiner Wohnung, dem Pallast Lurcmburg,

»