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„Mein Herr General!
Ich muß Sie am nächsten Freitag verlassen,' um Besitz von meinerneuen Befthlshaberstelie in Ungarn zu nehmen.' Nichts kränkemich bei meinem Weggang scl sehr, wie der'Gedanke an die noch- größere Trennung von Ihnen, mein würdiger und schätzbarerFreund! '
Ich Habe die ganze Größe Ihrer Seele nach ihrem Wertheerkannt; das Band unsrer Freundschaft wurde durch Begebenhei-ten von der größten Wichtigkeit geknüpft, und bei jeder Gelegen-heit hatte ich Ursache, Sie als den würdigsten unter den Men-schen zu bewundern.
Beurtheilen Sie selbst, mein unvergleichlicher Lehrer, der»Schmerz, welchen ich empfinde, da ich mich von einem Mannetrenne, welcher so viele Ansprüche auf meine besondere Hochach-tung und auf meine Ergebenheit hat. Sie allein können die Hartemeines Schicksals mindern, wenn Sie mir hie nämliche Zunei-gung erhalten, womit Sie mich bis aus diesen Tag beehrt haben;und ich betheure Ihnen mir der größten Aufrichtigkeit, daß diehäufigen Versicherungen Ihrer Freundschaft durchaus zu meinemGlück nothwendig sind.
Unmöglich kann ich mich entschließen, persönlich von IhnenAbschied zu nehmen; es würde mich zu sehr schmerzen; ich berufemich auf Ihr eigenes Gefühl. Daher begnüge ich mich, Ihnendie lebhafteste Freundschaft zuzuschwören. Bewilligen Sie mirdie Fortdauer >der Ihrigen, welche bisher die Wonne meineskr i eg e r isch en Lebenö ausmachte.