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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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unter französischem Joche schmachtenden Deutschland,verstanden und fortan Spanien als ein Vorbild für vater-landsliebende Völker hochgehalten. *) Namentlich diePriester wurden in solchem Masse als die Anstifter desAufruhrs angesehen, dass nachmals französische wie schwei-zerische Offiziere während des Krieges alles ihnen wider-fahrene Unheil den Priestern beimassen, so gering warbei den meisten das Verständniss für die Gründlichkeitnationaler Begeisterung, obgleich zum Voraus betontwerden muss, dass während desselben die Hetze derGeistlichen die Raserei der Volksmassen besonders ge-nährt hat, wie viele Beispiele später zur Genüge dartliunwerden. Johannes Wieland , einer unserer Gewährs-männer für die Erlebnisse der Schweizertruppen in Spa-nien und Portugal, hat denn auch in seinem Tagebucheüber den Stand der Priester und Mönche seinen vollenSpott ergehen lassen, indem er nur ihnen die gewaltigeAusdehnung des Krieges zuschreiben zu dürfen glaubte:

Wer in Spanien reist, weiss nicht, was er mehrbewundern soll, die Dummheit eines armen in Elend undSchmutz lebenden Volkes, das sein letztes Ei den pfiffigenMönchen gibt, welche es täuschen und in der Unwissenheitund in Fanatismus niederhalten, oder die Schlauheit,mit der diese heiligen Herren das Volk regieren und mitihm machen, was sie wollen. Sie setzen den König ab,wenn er ihnen nicht gefällt, und hätten wir ihnen ge-schmeichelt, hätten wir sie zu gewinnen gewusst, ich binüberzeugt, wir wären Herren von Spanien geblieben. Esgibt in diesem Lande alle Arten von Mönchen, weisse,braune, graue, blaue, schwarze, mit Sandalen und bar-füssig, bärtig und geschoren, aber alle gleich schlecht,gleich unwissend, schmutzig und grausam, aber auch gutgenährt und rund. Die Nönnlein will ich von diesemharten Unheil ausnehmen; die sind.in frühester Jugend

l ) Neujahrsblatt der Feuerwerker (Zürich), 1871, S. 14 (Spä-terhin abgekürzt: Z. F.-B.).