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zweitausend Kreuzer, und darum lässt es sich nicht vonmir zum Wein führen. H. Des Wirths Bäbeli trägt auchdie Nase gar hoch. Es wartet auf den langen Kuni. P.Wo ist der Lump? H. In Spanien bei den Franzosen!P. Soldat? Nein, er ist schon Unterlieutenant. P. Derlange Kuni schon Unterlieutenant? H. Weisst du nicht,dass seine Mutter nicht mehr dienen will ? Sie hat einStück von der Herrenmatte gekauft; der Kuni schicktihr alle halbe Jahre viel Geld aus Spanien. P. Die Spa-niolen haben viel Geld. H. Und der Engländer hat’sauch dick. P. Und der Franzos nimmt’s ihnen ab. H.So möcht’ ich auch Franzos’ sein. P. Wenn nur derKrieg nicht wäre! H. Ohne Krieg wird man nicht Unter-lieutenant. P. Und erobert keine Beute. H. Nur das mör-derliche Schiessen im Kriege kann ich nicht ausstehen.P. Man stirbt nicht gleich daran. Es trifft von tausendKugeln kaum eine, sagt mein Aetti. H. Und man stirbtauch nicht, bis es Gottes Wille ist. P. Man kann hiersterben wie in Spanien. H. Wenn meine Zeit nicht daist, mögen die Spaniolen schiessen... P. Und mögenhauen! H. Und mögen stechen! P. Wir kommen dochnicht um ! H. Aber man wird da mit der Zeit Korporal.P. Und General, wie der Obrist R. Ich kenn’ ihn gargut, war vor dem Kriege auch noch Nichts. H. Hierbleiben wir Knechte und Knechte und Knechte. P. Derspanische Wein ist gut, hat Feuer. H. Der hiesige istschlecht und theuer. P. Und wenn ich auf Urlaub heim-komme, in schöner Montur, weiss und roth, mit goldenerUhr in der Tasche! H. Den Geldbeutel voll Dublonen!P. Goldene Ringe an den Fingern! H. Und ich das Geldauf den Wirthstisch werfe und rufe: Herr Wirth, nurher, was Ihr in Küche und Keller habt! P. Und dieLeute hier im Dorf mich anschauen und Respekt vormir haben! H. Und ich vom Kaiser Napoleon erzähleund wie ich eine Pfeife auf der Wacht mit ihm geraucht!P. Hollah, dann wird des Müllers Gritli zahm werden.