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turzustand des Volkes im Allgemeinen, wenn wir hören,dass — zum Glück für die Franzosen! — selbst diePortugiesen Indien und Brasilien besser kannten als bei-spielsweise die Thäler von Tras-os-Montes oder von Beira,und was die Spanier beim Vorrücken von Salamankanach der portugiesischen Grenze den Franzosen davonmittheilen konnten, wussten sie selber bloss aus demMunde unwissender Maulthiertreiber. 1 )
Es sei ein für alle Male darauf hingewiesen, dasssännntliche Truppen, welche nach einander den BodenSpaniens betreten haben, mit Ausnahme der von Per-pignan her in Katalonien einrückenden ihren Weg vonBayonne über die Bidassoa genommen haben. DieseThatsache mag insofern auffallen, als nach einem zeit-genössischen Journal-Bericht 2 ) damals nicht weniger als75 Uebergänge über die Pyrenäen, wovon 28 zu Pferdund 7 für Wagen, selbst für Artillerie gangbar, vor-handen gewesen sind. Wenn nun der Wille Napoleonsdennoch den Weg über die Bidassoa nach Iran und Vit-toria vorschrieb, so liegt es in der That am nächsten,die Ursache der Wahl in der Nätur der drei zunächstberührten spanischen Provinzen Guiposcoa und Biscayazu suchen. Indem es der hergebrachten napoleonischenTaktik entsprach, durch einen Schlag in möglichst kurzerZeit und mit geringem Kraftaufwande ihre Entscheidungherbeizuführen, schien die ganze Figuration des abge-dachten Landes wie von Natur dazu geschaffen, um einerArmee schnellen Durchmarsch zu geAvähren; es soll inder ganzen Bergkette der Pyrenäen, dem jenseitigen Fusseentlang, nirgends eine so grosse choreographische Man-nigfaltigkeit und günstiges Terrain sich geboten haben, alsauf dem vom „grössten Feldherrn“ für seine kriegerischenOperationen gewählten Wege.
b Foy, Guerre de la Peninsule, II, 350 sq.
2 ) Münchener Zeitung.