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auf 315 Mann heruntergekommen. Unter diesen 315 Mannzählte ich mit Stolz 200 Waadtländer, die ihre Fahneund ihre Offiziere niemals verlassen wollten. Alle Ehredenselben! Ehre ihrer Treue! Ohne mir zu schmeicheln,darf ich behaupten, dass meinem Freunde Prudhommeund meinen Anstrengungen dieses Resultat zu verdankenist. Trotz unwürdiger Verfolgungen haben wir nur 7Waadtländer Soldaten verloren, die obendrein noch derGewalt weichen mussten. Eines Abends, als diese Elendenuns zu überraschen suchten, sah ich eine gewisse Anzahlderselben ankommen. Die Wache rief: „„Wer da?““ Sieantworteten: „„Gut Freund!““ Ich hatte verboten, sie unterirgend welchem Vorwand an Bord kommen zu lassen;aber ohne sich um meine Befehle zu kümmern, sprangensie auf die Brücke, wie wenn es sich ums Entern ge-handelt hätte. Da ich gerade bereit war, die Pistolenim Gürtel und den Säbel zur Hand hatte, beschloss ich,Rache zu nehmen. Die Tröpfe wollten mich in den Kohlen-raum hinunterstürzen; ich musste ihnen endlich einmaleine Lektion geben. Mit einem Pistolenschuss jagte ichDem, der mich bedrohte, eine Kugel durch den Kopf,und mit dem Säbel in der Hand trieb ich diese Böse-wichte in die Flucht. Wie sie meinen Widerstand sahen,warfen sie sich in buntem Gemisch in ihre Kanots. Alsmeine Kameraden ankamen, hatte ich eine grosse An-zahl derselben zusammengehauen: sie halfen mir, alleDiejenigen über Bord werfen, welche nicht Zeit gehabthatten, die Flucht zu ergreifen. Sollte man jemalsbehaupten, die Schweizer wären desertirt, sowürde ich in der Lage sein zu sagen, wie dieDinge sich zugetragen haben, und welchen ab-scheulichen Verfolgungen sie ausgesetzt gewesensind.“ Eine so masslose Vergewaltigung schweizerischerSoldaten hatte übrigens im Lauf der Zeit die nämlicheFolge, die wir im gleichen Fall bei den in Baylen ge-fangenen Schweizerbataillonen beobachtet haben, und die