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folgendes, auf den Bruder bezügliches Bruchstück ent-nommen ist: 1 )
„Von meinem Bruder habe ich einen Brief, vom9. Oktober datirt, erhalten, worin er mir sein bisherigesLeben meldet und mir auf meine Frage, wie es ihm ge-falle, sagt, dass sie (die Strapazen) nicht unbedeutendseien, denn bereits seien 4 Monate verflossen, währendderen er immer bivouakirt, Hitze und Regen ausgesetztgewesen sei, mit einem Wort, ein unruhiges, freudenlosesLeben gehabt habe. Lange Zeit schlief er auf den Fel-dern ohne Stroh auf dem „„blutten Boden uu , dem Wetterausgesetzt; erst jetzt aber, da er verschiedenen Affärenbeizuwohnen die Ehre hatte, muss er uns Etwas zu er-zählen wissen. Von einem Soldaten seiner Kompagnie,der hier im Spital, über welches ich die Oberaufsichthabe, an der Hand blessirt angekommen ist, vernahmich, dass er ihn in Burgos glücklich verlassen hat. DerKaiser wird solche Truppen zu belohnen wissen und ihneneinige Kreuze wie den Franzosen zukommen lassen, dennbald hängt an jedem Soldaten eins.“
Von einem Briefe endlich, dessen hauptsächlicherInhalt in der Folge mitgetheilt werden soll, möge eineNotiz Georg Amiets hier vorausgenommen werden, welchefür das Leben und Treiben der Offiziere in den Kan-tonnementen charakteristisch erscheinen mag (er ist vom15. September datirt und an die Eltern in Solothurngerichtet):
„Mein Bruder befindet sich in der Gegend von Mi-randa kampirt und hat schon sehr Vieles ausgestanden;sein Hauptmann rühmt ihn besonders als einen .gutenMilitär. Dieser Hauptmann macht gute Spekulationen;auch mein Bruder soll gut stehen und den commerce ver-stehen; kurz es scheint, es seien alle Handelsleute vonOffizieren“ (sic!).
l ) Origmalmanuscrijpt in Solothurn.