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dem an 4 menschlichen Leichen (2 Männer, 2 Frauen). Er eröffnetebei Thieren die Banchdecken. Bei Hunden wurde ein Ureter unter-bunden, in den anderen eine Caniile eingebunden; bei Katzen unter-band er wegen der Enge der Ureteren beide und band die Caniile durchden Vertex direct in die Blase. Dann wurde die Caniile mit einemzugleich als Manometer dienenden Glasrohr verbunden und durchdasselbe Wasser von 38°—40° in die Blase gegossen. Ferner machteder Autor durch Spaltung des Präputiums beim Männchen, der hin-teren Scheidenwand bei Weibchen die Harnröhrenöffnung dem Augezugänglich. Die Complicirtheit dieser Versuche geht aus dem Um-stand hervor, dass er dazu stets 3—4 Personen nöthig hatte. Dieeine besorgte das Aufgiessen des Wassers in die Glasröhre, die zweitebeobachtete das Eintreten und Aufhören des Wasserausflusses ausder Urethra , die dritte las die Werthe am Manometer ab. Nachdemdie Druckhöhe bestimmt war, wurde das Thier mit Opium vergiftet,um nach Ausschluss aller willkürlichen Muskeln unter künstlicherAthmung den Sphinkterwiderstand zu finden. In anderen Fällenwurde direct mit Curare oder Strychnin vergiftet; dann wurdendie Versuche am todten Thier wiederholt. Rosenplänter wiesnach, dass der von den früheren Autoren beobachtete Eröffnungs-druck, d. h. der Druck, bei welchem Urin durch die Harnröhre ab-zufliessen begann, weit weniger verwerthbar sei, als der Schlies-sungsdruck, wo jener Fluss aufhört. Dies beweisen seine Zah-len. Bei zwei nur wenige Minuten nach einander vorgenommenenAufgüssen fand er für den Eröffnungsdruck ungemein differirendeWerthe: 700 neben 1430 Mm., 500 neben 1030, 400 neben 1240u. s. w.
Diese Unterschiede erklären sich einfach. Ist die Blase leer,so fliesst zuerst viel Wasser hinein, um die Blase zu spannen; ist nundas Manometer, wenn die zur Sphinkteröffnung nöthige Spannung er-reicht wird, zufällig gerade bis zu 2 /3 oder 3 /4 seiner Höhe aufgefüllt,so werden wir eben bedeutend mehr als den wahren Eröffnungs-druck notiren, während wir viel geringere Werthe finden, wenn dieBlase jene Spannung schon bei Beginn des Experimentes hat. DerIrrthum ist auch bei sehr vorsichtigem Zugiessen nie ganz zu ver-meiden. Der Autor giebt leider keine Zahlen für seine Schliessungs-druckwerthe an. Er schliesst mit folgenden Sätzen:
1. Der Eröffnungsdruck wird durch äussere Umstände grossenSchwankungen unterworfen und ist durch den Schliessungsdruck zuersetzen.
2. Der Schliessungsdruck wird vermindert, wenn ein gesteiger-