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ter Druck zur Sphinkteröflfnung angewandt wurde, wenn man denSphinkter also forcirte.
3. Zur Eröffnung des weiblichen Blasensphinkter (Experimenteam Menschen) ist ein geringerer Druck erforderlich, als zu der desmännlichen.
4. Am lebenden Thier ist ein höherer Druck zur Sphinkter-öffnung erforderlich, wie am todten, bevor die Todtenstarre einge-treten ist.
5. Die Tragfähigkeit des Sphinkters vor der Starre ist geringerals während derselben, die manchmal schon nach 35 Minuten be-gann, — die am zweiten Tag meist, am dritten immer ihr Maximumerreicht hatte und dann von Tag zu Tag sank.
B u d g e *) nimmt im Gegensatz zu den letzterwähnten Autoren,welche sämmtlich den Verschluss auf Rechnung des Blasensphinkterssetzen, ohne denselben (mit Ausnahme von Uf fei mann) näher zubeschreiben, eine vermittelnde Stellung ein, indem er auch den An-sichten der früheren Autoren Berechtigung zugesteht. Der Urin sinktnach ihm nach hinten, „dadurch entsteht hinten ein Beutel, welcherauf die Prostata drückt; diese dient als Pfropf und drückt die Oeflf-nung zu. Wird sie gehoben und drückt man zugleich auf den Sack(einen Druck braucht er also immer noch), so entleert sich die Blase,comprimirt man die Blase ohne Weiteres, so vergrössert sich derSack und fliesst nichts aus“.
Diesen Worten können wir entschieden nicht beistimmen. Einstarker Druck auch auf die zurückgesunkene Blase entleert dieselbefast stets. Ein einziges Mal ist uns dies nicht gelungen.
Um seine Ansicht zu stützen, injicirte Budge bei menschlichenLeichen die Blase vom Ureter aus mit heissem Hammeltalg, und nachdem Erstarren untersuchte er die Verhältnisse am Ostium auf Schnitten.Dabei zeigte sich allerdings, dass das Ostium weiter wurde, wenner die Blase hob. Seine Zeichnung erklärt nach unserer Ansichtkeineswegs seine Meinung, da auch ohne Hebung der Blase das Ostiumetwas geöffnet bleibt (siehe Zeichnung I). Budge glaubt, nebenbeibemerkt, dass diese zur Entleerung nöthige Blasenhebung währenddes Lebens durch den Levator ani zu Stande komme, während derDetrusor den nothwendigen Druck leiste.
Am gründlichsten prüfte die erwähnten Fragen Barkow 1 2 ). Frei-lich mussten seine auf grob-anatomischem Standpunkte basirenden