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ganze Höhe der Contraction messen, wenn wir der Blase gestatten,etwa 50—80 Ccm. ins Manometer zu entleeren und so durch Ver-ringerung ihres Inhaltes die Fasern etwas zu entlasten. Wir habendaher zur Messung der Druckhöhen für die Contractionen das Ver-fahren etwas modificirt. Statt dass die als Manometer functionirendeGlasröhre sonst oben offen war, wurde dieselbe bei diesen Versuchenmit einem Kork verschlossen. Trat nun eine Contraction der Blaseein, so bewirkte dieselbe, während sie vorher ein Steigen von 150 Cm.hervorgerufen hatte, jetzt ein Steigen von blos 6 Cm.; das Wasserblieb also in der Blase, freilich muss die Harnröhre dabei zugehaltenwerden, da dasselbe stets neben dem Katheter auszufliessen versucht.Den Werth, den das geschlossene Manometer zeigt, kann man expe-rimentell leicht auf das offene übertragen. Mit dieser Methode findetman häufig Contractionen von über 200 Cm. Wasserhöhe.
Die Blasencontraction mit oder ohne Hülfe der Bauchpresse er-reicht Druckwerthe, die wir durch Anwendung der Bauchpresse alleinniemals erzeugen können. Sie ist jedenfalls das Hauptmoment beider Blasenentleerung. Es ist nicht die intravesicale Druckstei-gerung, die die Entleerung herbeiführt, sonst könnten wir ja die-selbe durch blosse Anwendung der Bauchpresse bewirken, sondernder Sphinkter wird durch die Contraction an und fürsich auseinandergezogen. Deshalb fliesst auch gewöhnlich beieiner starken Blasencontraction Urin neben dem in der Blase befind-lichen Katheter heraus, weil der Detrusor das Ostium so weit auf-reisst, dass Urin zwischen Wandung und Katheter eindringen undabfliessen kann.
Bei der Blasenentleerung contrahirt sich die Blase ähnlich wieein Darm. Man kann mit Recht von einer Blasenperistaltiksprechen. Wir konnten diese Verhältnisse sehr hübsch studiren beieinem Mann in den fünfziger Jahren, welcher infolge eines Rectum-carcinoms operirt worden war und bei dieser Gelegenheit seinenSphincter ani verloren hatte. Als der Mann später behufs einer Pla-stik, die ihm sein Rectum verschliessen sollte, von Neuem auf diechirurgische Klinik nach Bern kam, konnte man bequem 2—3 Fingerins Rectum einftihren und die ganze Gegend der Blase abtasten.Forderte man diesen Mann auf, zu uriniren, während man mit zweiFingern die Bewegungen vom Rectum aus controlirte, so fühlte man,wie er zuerst presste, von Zeit zu Zeit erfolgten dann die Zuckungender Urethralmuskeln, wobei stets die Prostata in die Höhe rückte.Auf einmal kam eine Welle ziemlich langsam die hintere Blasenwandherunter, dieselbe wölbte sich vor, nun rückte auch die Prostata