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etwas nach hinten und der Urin begann auszufliessen. Durch jeneContractionswelle wird der Sphincter internus, der sich ja bei Beginnder Contraction ebenfalls zusammengezogen hat, einfach gesprengt.
Dasselbe scheint auch am Anus der Fall zu sein. Der Sphincterani kann nicht vollständig erschlafft werden, so dass die Oeffnungklafft. Er wird einfach durch den Levator ani fixirt, so dass er nichtnach unten ausweichen kann, und nun dringen die Kothmassen, durchdie Bauchpresse und Peristaltik getrieben, heran und sprengen ihn.
Die Blasenentleerungen, die besonders bei Kindern, aberauch bei Erwachsenen gegen unseren Willen zu Stande kommen,wenn Jemand plötzlich in Angst oder Schrecken geräth,lassen verschiedene Deutung zu. Wir wissen, dass jeder Affect eineBlasencontraction hervorruft; entweder ist in solchen Fällen die durchden Affect hervorgebrachte Contraction eine der Grösse desselbenentsprechende, ungewöhnlich starke, die den Verschluss sprengt undallen ihr opponirenden Kräften spottet, oder wahrscheinlicher ist es,dass der „die Glieder lähmende Schreck“ auch momen-tan die willkürlichen Verschlussmuskeln, die alleinjene Contraction paralysiren können, lähmt und dieganze Harnröhre offen lässt.
Die Blasencontraction ist jedenfalls das Hauptmittel zur vollstän-digen Urinentleerung. Verliert die Blase ihr Contractionsvermögen,so ist jede fernere vollständige Entleerung unmöglich. Die Blase fülltsich, wird immer mehr gedehnt; schliesslich wird der Verschluss ge-sprengt und das „trop plein“ fliesst ab, wir haben jenen Zustand,den die Franzosen als „Miction par regorgement“ bezeichnen, dieIschuria paradoxa .
Sehen wir uns einmal um nach den Umständen, die diesen Zu-stand, die überhaupt Tonusabnahme hervorbringen.
B a r k o w hatte schon bemerkt, dass, wenn man die todte Blaseunter mässigem Drucke anfüllt und sie mit zugebundener Harnröhreliegen lässt, dieselbe nach und nach schlaffer wird und sich nacheiniger Zeit wieder füllen lässt. Setzt man dies längere Zeit fort,so bringt man schliesslich die Blase zum Platzen. Dies Verhaltenzeigt, dass die Blase im Grunde genommen eine geringe Elasticitäthat, oder vielmehr eine sehr unvollkommene, was sehr natürlich ist,wenn man bedenkt, dass sie meist aus Muskeln und wenig elastischenFasern besteht. Schon bei geringem Druck wird sie gedehnt undverliert Elasticität, und nur der Umstand, dass ihr ihm Leben stetsvon Zeit zu Zeit Gelegenheit zur Erholung gegönnt wird, macht esihr möglich, die Function eines Reservoirs so gewissenhaft zu erfüllen.