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im Lendenmark und steigt durch die entsprechenden vorderen Wur-zeln nieder zur Blase.
2. Der Reiz steigt durch die sympathischen Fasern zum Centrumim Lendenmark und steigt durch dieselben Fasern wie in 1 herunter.
3. Der Reiz geht durch die sympathischen Fasern sensibler Naturzum Ggl. mesent. inferius, wird hier auf motorische sympathischeFasern übertragen und kommt durch dieselben herunter zur Blase.
Theoretisch lässt, sich noch ein 4. Weg construiren. Der Reizwürde durch die sensiblen Kreuz beinwurzeln emporsteigen, im Lenden-mark auf den Sympathicus übertragen werden und wieder auf sym-pathischen Fasern heruntersteigen.
Ob diese verschiedenen Wege stets den gleichen Effect bewirken,oder ob durch jeden etwas Besonderes bezweckt wird, ist unent-schieden.
Für den glatten Sphinkter, der sich mit der Blasecontrahirt und mit ihr erschlafft, brauchen wir nichtbesondere Nerven.
III. Die motorischen Nerven, welche die willkürlicheVerschlussmusculatur versorgen, die wir nöthig haben, so oftwir bei Drang den Urin in der Blase zurückhalten wollen, verlaufenin den vorderen Wurzeln des 3. und 4. Sacralnerven, dann im N.pudendus. Sie stammen offenbar vom Gehirn. Da wir bei gestörterGehirnthätigkeit die reflectorische Harnentleernng nicht hemmen, sohaben wir nicht nöthig, diese Fasern nähere Beziehungen zum Len-denmarkscentrum eingehen zu lassen. Budge konnte den Constrictorurethrae ebenfalls vom Pedunculus aus zur Contraction bringen; ercontrahirt sich dabei etwas früher als die Blase selbst.
Beim Hunde, dessen Brustmark durchschnitten wurde, behältder Sphincter ani seine Function; da nun derselbe gemeinsam mitder ganzen Damm- und Harnröhrenmusculatur wirkt wie auch beimMenschen, so ist wohl anzunehmen, dass die ganze Urethral- undPerinealmusculatur auch nach Aufhebung des Willenseinflusses einerdurch das Lendenmark vermittelten Contraction fähig sind. Freilichfehlen beim Menschen reichliche genaue Angaben über das Ver-halten des Sphincter ani in solchen Fällen und die beim Thier sindnicht ganz übereinstimmend. Goltz und Glugge haben bei Hundenmit durchschnittenem Brustmark rythmische Contractionen des Sphinc-ter ani beobachtet, den sogenannten Afterpuls. Sie fanden ferner beiBerührung des Rectums Contractionen, Angaben, welche von Ott 1 )
1) Observations on the physiologie of the spinal cord. Journal of Physiolog.II. 42- 65.