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jene Retentionen bei Rttckenmarkstraumen geltend gemacht und ge-sagt, der Sphinkter verschliesse hierbei die Oeffnung und der Reflexkönne wegen Unterbrechung der Leitung nicht gehemmt werden.Allein hiergegen spricht der Umstand, dass man in solchen Fällenden Katheter, ohne auf ein Hinderniss zu stossen, einführen kann,dass ferner der Blasendruck ein sehr geringer ist und jede activeContraction des Sphinkters überflüssig erscheint.
c) Ein ganz besonders wichtiger Grund gegen jene Annahme liegtim Verhalten des Sphincter ani. Die Centren des Sphincter ani unddes Sphincter vesicae sollen dicht nebeneinander sein. Die beidenMuskeln werden sich demgemäss auch in gleichem Contractionszu-stand befinden. — Zweimal haben wir seit unserer Beschäftigung mitdiesen Fragen Gelegenheit gehabt, frische Fälle von Harnretentionnach Wirbelfracturen zu untersuchen. Der Eine hatte einen Bruchdes 12. Brust-, der Andere des 1. Lendenwirbels. Bei Beiden standder Sphincter ani weit offen; die sonst auf Berührung eintretendeContraction desselben fehlte. Trotzdem hatten Beide ebenfalls Reten-tio alvi. Incontinentia alvi tritt in solchen Fällen wohl blos beiDiarrhoe auf, während solide Kothmassen trotz offenem Sphinkterwegen der gleichzeitig bestehenden Lähmung des Rectums nicht aus-treten. Wir stehen deshalb nicht an, als Grund der Retentio urinaeeine Lähmung des Detrusor anzunehmen, entstanden durch Ueber-greifen des Insults auf das benachbarte Lendencentrum.
Leider bekamen wir seither keine frischen Fälle von höher ge-legenen Traumen des Rückenmarkes zu Gesicht.
d ) Ein Hauptmoment, welches die Anhänger der reflexhemmen-den Fasern für sich geltend machen, ist ferner die „spastischeHarnverhaltung“. Romberg 1 ), der dieselbe zuerst gründlichbeschrieben zu haben scheint, behauptet, in solchen Fällen Ausdeh-nung der Blase, Angstgefühl, Unruhe, Singultus , Meteorismus, zu-weilen auch wehenartigen Schmerz wegen Contraction des Detrusorgefunden zu haben, während eine eingeführte Sonde in der Parsmembranacea am weiteren Vordringen gehindert wurde. Plötzlichöffnete sich die „Schleusse “ und sämmtliche Symptome waren ver-schwunden. Es ist möglich, dass solche Fälle Vorkommen, abersicherlich nur bei schwer erkrankter Harnröhre. Dass sich da dieentzündeten Muskeln contrahiren, ist nicht wunderbar. Ferner hatDitt el ähnliche Zustände bei Hysterischen gesehen. Wir sahen aller-dings auch Krampf der Urethra, aber nur ausnahmsweise, entweder
1) Nervenkrankheiten. 1840.