nach der Zeit der Apostel. 107
zufügen. Hernach, weil auch die Ebioniten, wiehernach errinnert werden sol, eine ähnliche Schrift ge-brauchet, so hat man gcfraget, ob das Evangeliumder Nazaräer und der Lbioniren vor eines zu hal-ten ? welche Frage durch die angestellte Vcrgleichungder wenigen Ucberbleibsel beyder Schriften verneinendentschieden ist. S- 8abricium am a. O. I. x. z;;und Mosheim viuelic. Lllci<iu. cdriltisnorum ciilci-plin. H2 sgg.
Anm 2. Daß die Nazaräer Eiferer vor das mosaischeGesez gewesen und dessen Beobachtung beybehalten, istdurch das einmüthige Zeugnis des Epiphanit bserellXXIX. § 7. Augustini äe liaeret'. ra/,. IX. p. 2.philastrii ele llscre^ ca/-. VIII. p. 20. Ishan»rvon Damaskus tom. I. oper. p. 82 nach LcquiensAusgabe, ausser allem Zweifel gesezek. Indessen sindnoch einige besondere Umstände merkwürdig. Einmalgieng der Eifer der Nazaräer allein auf das mosaischeGesez, mit Ausschließung aller pharisäischen Aufsäze,wie aus Hieronymi comm. in stell tom.II. oper. p. Z4und icü der marcianäyischen Ausgabe, zu sehen.Zweyten« ist noch zweifelhaft, ob die Nazaräer einealgemcine Verbindlichkeit des mosaischen Gesezes geleh-ret; oder solche allein auf die zum Christentum bekehr-te Juden eingeschränket. Das erstere scheinet aus Au-gustini Nachricht /rb»-.XIX. contra k'aallum ra/?. 18-tom. VII. oper. p. 2go zu folgen; das leztere aber ausHieronymi Bericht to,». II. oper. p. zz. Da denndas Ansehen des Hieronymi wegen des gehabten Um-gangs mit den Nazaräern und des von ihm gemelde-ten merkwürdigen Umstandes der besondern Hochach-tung dieser Parthei gegen paulium, überwiegend ist.Die oben gemeldete Gelehrten, Rhenfcrd und Le«quien, haben daher nicht Unrecht, daß sie dieses be-hauptet, ob sie gleich weiter gegangen; als es dieWahrheit erfordert.
Anm. z. Kein Slük in der Historie der Nazaräer ist mehrDunkelheit unterworfen; als ihre Lehre von der Per-son Christi und doch ist eben so kein Stük wichtiger,weil in den neuern Zeiten vcrschicdue Feinde der Wahr-heit durch den Beyfall dieser Parthei ihrem Irtum ei-nen Schuz zu verschaffen gesucht. Wir werden uns begnü-gen.