Band 
Erster Theil.
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121
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nach der Zeit der Apostel. 12 l

§ XU.

Daß die Ebioniten unter den rechtgläubi-gen Lehrern ihre Gegner gefunden, ist wol kei-nem Zweifel unterworfen, ob es gleich ebensogewls ist, daß von eignen Schriften, in denendie Jrtümer dieser Parthei bcstritten worden,nichts mehr vorhanden. Am wenigsten hatman Grund, in den Büchern des neuen Testa-mentes solche Abhandlungen zu suchen, welchediese besondere Bestimmung gehabt. DiejenigeMeinung von dem Ursprung der Ebioniten, wel-che wir oben zu erweisen gesucht, nöthiget uns,alle dergleichen Nachrichten vor unwahrscheinlichzu halten.

Anm. 1. Es sind in der Samlung der Bücher des neuenTestamentes mehrere Schriften vorhanden, welche ge-lehrte Männer vor Widerlegungen der ebionitischen Ke-zerct gehalten, wovon folgendes zu bemerken. i)daßes eine sehr algemeine Meinung sey, daß Johannes,wenn er in seinem Evangelio und ersten Briefen die Leh-re von der Gottheit Jesu Christi vortraget und bewei-set, solches zum Zwek habe, nicht allein die Cerinthia-ner; sondern auch die Ebioniten zu bestreuen, dazudoch kein weiterer Grund vorhanden; als theils diean sich unleugbare Aehnlichkeit derLehrsäze beyder Par-theien von der Gottheit und Person Jesu Christi; wel-che jedoch die Gegenstände der Bestreitung des Apo-stels gar sehr vervielfältigen würde, wenn ste zu eineralgemeinen Regel der Bestimmung derselben angenom-men werden soltc; theils die willkührlich angenomme-ne Meinung von dem Ursprung und Alter dieser Par-thei. Indessen ist gcwis, daß dieser Grundsaz alt,und besonders von dem Hieronymo cstsl. Icnpwr.illulcr. ca-7. IX. angenommen worden. In den neuernZeiten hat sich Lampe in prole^om. c-ommentar. inevanr-el. Inannis /itn'. II. Z. viele Mühe gegeben,ihn zu widerlegen, und ob wir gleich nicht leugnenH 5 wollen,