der apostolischen Riechen. 215
meinen mit mehrerer Wahrscheinlichkeit, daß Ja-cobus wider die Gnostiker streite, von denendenn einige besonders die Cerinthianer nennen.Allein auch dieser Grundsaz hat viele Schwie-rigkeiten. Jacobus redet nicht von der Erkant-nis, welche die Gnostiker zur Seele ihres Lehr-begrifs hatten; sondern vom Glauben, vomBeyfall. Und die Klagen über die verderbtenSitten dieser Leute sind so wenig gegründet, daßsie vielmehr die Strenge der Lebensart übertrie-ben. Wir sind daher geneigt, denen zu folgen,welche erst den Begrif des Glaubens untersu-chen , den Jacobus hier tadelt. Und diesen hater so genau bestimmet, daß man sich wundernmus, daß so viele gelehrte Männer das überse-hen, was doch aufs deutlichste gemeldet worden.Er redet nicht von dem Glauben an Christum,(davon in dem gesamten Vortrag nicht ein Wortzu finden) sondern von dem Glauben, daß einGott sey und zwar, daß Ein Gott sey. Die-jenigen nun, welchen der Apostel widerspricht,müssen gelehret haben, daß der Glaube, daß EinGott sey, allein hinreichend sey, die Seligkeitzu erlangen, wenn auch gleich damit die Unter-lassung der heiligsten Pflichten solle verknüpfetseyn. Wir können wol diesen Saz keiner vonden ältern christlichen Partheien zur Last legen.Hingegen fanden sich unter den Juden in den da-maligen Zeiten gnug Leute, welche in ihrem Ei-fer wider die Abgötterei der Heyden so weit ge-gangen, daß sie die Seligkeit allen versprochen,wenn sie nur bekannten, daß Ein Gott sey.
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