Band 
Erster Theil.
Seite
223
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Von den Gnostikern überhaupt. 22z

Heyden, in vitL?IoUn! ca^.XVI. x. 116. nach Zabri.cii Ausgabe.

§ IV.

Nach diesen vorausgesehen Anmerkungen,werden wir uns zuerst um die Quelle der gnosti-schen Jrtümer bekümmern müsse". Hier sinddie neuern Schriftsteller getheilet. Einige fin-den ihren Ursprung bey den Juden und erweisenganz richtig die Uebereinstimmung der gnostischenund kabbalistischen Philosophie in sehr erheblichenSazen; allein daß die Juden Erfinder diesesLehrbegrifs und die Gnostiker eben von ihnendenselben gelernet, dieses kan nicht erwiesen wer-den. Ändere behaupten, das; die philosophi-schen Schulen der Griechen, besonders des Plu-to, die ersten Quellen der Grundirlümergervesen.Diese Parthei saget sehr viel, welches einenSchein der Wahrheit hat; bey einer genauenPrüfung der Vcrgleichungsgründe und ihrerBeweise selbst aber diesen verliehret. Diese ge-lehrte Männer begehen sonderlich diesen Fehler,daß sie die mancherlei Abwechselungen der plato-nischen Philosophie entweder gar nicht; odernicht gnug beobachten und dadurch die fremdenLehrsaze, welche zumal die neuern Platoniker,diese wahre philosophische Synkretisten, in denLehrbegrif des Plato eingetragen, von diesemnicht sorgfältig unterscheiden. Noch anderenehmen an, daß in den Morgenlandern nochvor Christi Geburt eine eigne Gattung von Phi-losophie getrieben worden, welche denn eben die-jenige