Von den Gnostikern überhaupt, sz?
worfen. Dieses geschahe in Ansehung des alrten Testaments du rchgehends. Denn wenngleich von einigen jüdischen Gnostikern versichertwird, daß sie eine Verbindlichkeit der mosaischenGeseze gelehret; so ist doch dieses auf gnostischeJuden einzuschränken und von gnostiscben Ke-zern unter den Christen ganz unerweislich. Wasdas neue Testament betrifr, so wurde solcheseinmal von keiner gnostischen Parthei vollstän-dig angenommen. Einige verwarfen es gänz-lich. Andere llahmen nur diejenigen Theile an,welche ihrem Lehrbegrrfgemäs zu seyn, schienen;urtheilten aber von ganzen Buchen und einzelnenStellen sehr nachrheilig, in welchen eben ihreJr-tümer bestrirren wurden; hatten auch einige fal-sche Zusäze. Hernach bedienten sie sich bey ihrerErklärung solcher Auslegungsregeln, durch wel-che sie die Allegorie so weit trieben, daß sie fastnichts, als eme Bildersprache annahmen. Amdern Theils hatten sie eine Menge falscher unduntergeschobener Bücher, davon eine dreyfacheGattung gemeldet wrrd. Einige führten dieNahmen berühmter morgenländischer Weltwei-sen, des Zoroasters, des Aostriani des Alle-genis und anderer. Andere sollen grose Mün-ster der ältesten Kirche vor Mosen, den Adam,Seth, Noah und Abraham zu Urhebern haben.Noch andere hatten die gewöhnliche Aufschrif-ten der Evangelien und Apostelgeschichte undsollen von Petro, Thoma und Matthia abge-faßt worden seyn.
Anm.